Energie: Das verbale Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran ließ den Brentölpreis gestern zwischenzeitlich auf 74,5 USD je Barrel steigen. Am Ende des Tages war von den Gewinnen allerdings nichts mehr übrig. Brent ging letztlich unverändert bei 73 USD aus dem Handel, wo es auch heute früh handelt. Offensichtlich misst der Markt einer Eskalation der Iran-Krise nur eine geringe Wahrscheinlichkeit bei. Auch die heutige Drohung des iranischen Außenministeriums, man werde einer Blockade der iranischen Ölexporte mit gleichen Maßnahmen begegnen, führt zu keiner nennenswerten Marktreaktion. Bei der angedrohten Gegenmaßnahme kann es sich eigentlich nur um eine Blockade der Straße von Hormus handeln. Durch diese wird der Großteil der Öllieferungen der arabischen Halbinsel transportiert. Insgesamt gehen etwa 30% des seewärtig gehandelten Öls durch diese Meerenge. Lediglich ein Drittel davon könnte durch alternative Routen umgeleitet werden. Auch die Streiks in der Nordsee lassen die Ölpreise weiterhin kalt. Neben dem schon seit zwei Wochen währenden Ausstand auf einigen norwegischen Ölplattformen kam gestern noch ein 24-stündiger Streik von britischen Ölarbeitern hinzu. Betroffen sind 10% der britischen Gasproduktion und 45-50 Tsd. Barrel pro Tag von Forties und Brent, was ca. 6-7% des täglichen Brentangebots entspricht. Die Brent-Terminkurve signalisiert dennoch ein reichlich verfügbares Angebot. Seit einer Woche befindet sich das vordere Ende der Kurve in Contango, wobei dieser sich inzwischen auf die ersten fünf Terminkontrakte erstreckt.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Die Erholung des Goldpreises scheint bereits wieder beendet. Gold handelt wieder unter 1.220 USD je Feinunze und damit auch etwa 15 USD unter dem Hoch von gestern. In Euro gerechnet fällt Gold sogar auf den niedrigsten Stand seit 2½ Jahren (1.045 EUR). Zum Preisrückgang trägt der wieder etwas festere US-Dollar bei. Vor allem aber ist gestern die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen in den USA deutlich gestiegen – sie nähert sich wieder der 3%-Marke. Auch die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen ist seit Freitag spürbar gestiegen. Dies macht Gold als zinslose Anlagealternative weniger attraktiv, zumal die hohen Aktienmärkte noch keine Verunsicherung der Investoren erkennen lassen. Immerhin verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs gestern mit 5,4 Tonnen den höchsten Tageszufluss seit vielen Wochen. Der niedrige Preis hat damit offenbar Schnäppchenjäger angelockt. Ob dies nachhaltig ist, wird sich jedoch erst in den nächsten Tagen zeigen. Denn der Großteil der Zuflüsse entfiel auf den SPDR Gold Trust in den USA, der in den Wochen zuvor auch für die starken Abflüsse hauptverantwortlich war. Der World Gold Council (WGC) geht in einem letzte Woche veröffentlichten Bericht davon aus, dass die Goldnachfrage im zweiten Halbjahr wieder steigen wird. Gold sollte demnach zur Absicherung gegen steigende Inflation gefragt sein. Ebenso hat laut WGC in der Vergangenheit die Schmucknachfrage bei niedrigen Preisen angezogen. Als weiteren Aspekt für die erwartete höhere Goldnachfrage nennt der WGC den drohenden Handelskrieg, der Auswirkungen auf die Währungen haben könnte.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Der Staatsrat der Kommunistischen Partei in China hat gestern Abend eine Reihe von fiskalpolitischen Maßnahmen beschlossen, um die Wirtschaft zu stützen. Mit den Maßnahmen, die vor allem die heimische Nachfrage beleben sollen, möchte die Regierung flexibler auf „externe Unsicherheiten“ reagieren. Gemeint ist damit wohl der Handelsstreit mit den USA. Die Fiskalpolitik soll zukünftig proaktiver gestaltet und besser mit der Finanzpolitik koordiniert werden. Damit bewegt sich die chinesische Regierung weg von ihrer Entschuldungskampagne und hin zu einer lockereren Fiskal- und Geldpolitik. Während die chinesischen Aktienmärkte daraufhin deutlich steigen, ziehen die Metallpreise kaum mit. Kupfer zum Beispiel verteuert sich nur leicht auf 6.180 USD je Tonne. In Chile ziehen sich die Tarifverhandlungen in der „Escondida“-Kupfermine weiter hin. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende dieses Monats aus, der Minenbetreiber muss der Gewerkschaft davor noch ein neues Angebot unterbreiten. Wird dieses abgelehnt, finden Schlichtungsgespräche unter Leitung der Regierung statt. Führen auch diese zu keinem Ergebnis, könnte ab Mitte August gestreikt werden. Damit könnte der globale Kupfermarkt, der gemäß Daten der International Copper Study Group in den ersten vier Monaten des Jahres im Überschuss war, doch wieder ins Defizit rutschen. Ein Angebotsdefizit wird eigentlich erst für das nächste Jahr wieder erwartet. Ein Streik in der „Escondida“-Mine dürfte dem Kupferpreis Auftrieb geben.
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