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18.07.18, 10:31

Pulverfass Parlament

USD: Ja, der USD konnte gestern von Fed Chair Jerome Powells Äußerungen vor dem Senatsausschuss profitieren. Aber das dürfte auch die Konsequenz eher schwerfälliger Sommermärkte sein. Denn viel Neues hat er dem, was er bereits letzte Woche in einem Interview gesagt hat, nicht hinzugefügt. Dabei haben USD-Händler natürlich grundsätzlich Recht damit, auf Powells optimistischen Konjunkturausblick mit Erleichterung zu reagieren. Denn der Fokus liegt natürlich immer noch auf der Frage, welchen Einfluss der zunehmende Protektionismus auf die US Wirtschaft und damit auf die Fed-Politik und den Dollar hat. Da die Fed ihre Geldpolitik bereits graduell strafft hat der US Dollar die größte Fallhöhe im Vergleich zu anderen großen Währungen, deren Zentralbanken ihre Geldpolitik noch lockern (Bank of Japan) oder gerade erst eine vorsichtige Normalisierung ins Auge fassen (EZB). Denn wenn die Stimmung in den USA kippt, und der Handelskrieg deutlich auf die Realwirtschaft durchschlägt, müsste der Devisenmarkt seine Erwartungen für die Fed stärker korrigieren, als die anderer Zentralbanken, was auch im US Dollar zu erheblichen Korrekturen führen dürfte. Diese Risiken sieht zwar auch Powell, aber er betont eher, dass es keineswegs sicher sei, ob und falls ja, wie genau die derzeitigen Diskussionen über die Handelspolitik auf die Wirtschaft durchschlagen. Stattdessen sieht er die Risiken für die US-Wirtschaft als ausgeglichen an. Das reichte gestern, um die USD-Nachfrage anzukurbeln.

Entsprechend positiv dürfte es der Markt auch bewerten, dass EU Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nächste Woche in Washington die Möglichkeiten ausloten soll, ob die EU über eine Reduzierung der Autozölle eine Eskalation im Zollstreit zwischen der EU und den USA vermeiden kann. Dass würde das Risiko reduzieren, dass sich die Abwärtsrisiken aus dem Handelsstreit realisieren und in den US-Daten niederschlagen. Und solange das nicht der Fall ist, bleibt der US Dollar unterstützt. Deshalb liegt der Fokus heute auch eher auf der Veröffentlichung des Beige Book der Fed. In den darin einfließenden Gesprächen der regionalen Feds mit Geschäftskontakten, Marktexperten und Volkswirten dürfte die Frage nach Auswirkungen des Handelsstreits eine wichtige Rolle gespielt haben. Der heute stattfindende zweite Teil der halbjährlichen Anhörungen vor dem Kongress ist für den Markt in der Regel dagegen kaum mehr relevant: Alles Wichtige wird bereits im ersten Teil gesagt.

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GBP: Das britische Unterhaus gleicht einem Pulverfass. Auch gestern konnte Premierministerin Theresa May eine Rebellion im Parlament mit dem Ziel, Großbritannien in einer Zollunion mit der EU zu halten, nur knapp abwenden. Es wird zunehmend offensichtlich, dass es May immer schwerer fällt, im Parlament eine Mehrheit für „ihren“ Brexit-Plan zu gewinnen. Geht May auf Forderungen der Brexit-Hardliner ein, verliert sie die Unterstützung der Befürworter eines weicheren Brexits. GBP-Händler reagieren darauf nervös, bereits ab dem Nachmittag wertete das Pfund deutlich ab und konnte sich auch kaum erholen, nachdem May die entscheidende Abstimmung für sich gewonnen hatte. Nachdem das Pfund während der ganzen Diskussion um den in Chequers ausgehandelten Brexit-Plan der Regierung und die damit verbundenen Rücktritte erstaunlich stabil geblieben war, zeigen die gestrigen Wechselkursbewegungen, dass es für das Pfund durchaus noch ein heißer Sommer werden kann. Denn der Chequers Kompromiss hat zwar die Chancen erhöht, dass endlich wieder Leben in die Brexit-Verhandlungen mit der EU kommt, und ein weicherer Brexit ausgehandelt werden kann, als es von der britischen Regierung noch vor einigen Monaten angestrebt wurde, was GBP-positiv ist. Die größere Gefahr für die GBP-Wechselkurse liegt aber innerhalb der britischen Regierung. May fehlt der klare Rückhalt ihrer Partei, weshalb weiterhin nicht ausgeschlossen werden kann, dass ihre Führungsrolle in Frage gestellt wird oder ein möglicher Brexit-Deal auf britischer Seite scheitert. Angesichts dessen wird es wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass GBP Verluste einstecken muss, weil GBP-Händler aufgrund der innerpolitischen Entwicklungen in Großbritannien plötzlich kalte Füße bekommen.

GBP-Bullen hoffen angesichts der politischen Unsicherheit auf die Unterstützung der Bank of England. Doch solche Hoffnungen sind in unseren Augen trügerisch. Denn für das Pfund bedeutet ein Brexit-Deal alles oder nichts. Die gestrigen Arbeitsmarktdaten haben zwar die Hoffnung auf eine Zinserhöhung im August gestärkt und auch die heutigen Inflationsdaten dürften der BoE keinen Strich durch die Rechnung machen. Doch die Diskussionen über weitere Zinserhöhungen wären schnell passé sollte sich nicht bald ein Brexit-Deal abzeichnen. BoE-Gouverneur Mark Carney hat auch gestern wieder nahegelegt, dass der Ausblick der BoE mit dem Brexit steht und fällt. Neben deutlichen Konsequenzen für die Wirtschaft sieht Carney die Finanzstabilität in Gefahr, falls Großbritannien die EU ohne ein Folgeabkommen verlässt. Für diesen Fall bereitet die BoE entsprechende Notfallmaßnahmen vor, die einen Pfund-Absturz im Fall der Fälle jedoch kaum abfedern könnten.

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CV43K3 Call EUR/GBP Hebel: 14,2
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