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17.07.18, 14:00

Stimmungswechsel am Ölmarkt – das sollten Anleger jetzt beachten!

Energie: Die Stimmung am Ölmarkt hat sich um 180 Grad gedreht. Vor einer Woche notierte der Brentölpreis wegen der Sorgen vor einem knappen Angebot noch bei fast 80 USD je Barrel. Heute fällt Brent auf 71,5 USD und damit auf ein 3-Monatstief. Gestern ging es erneut um mehr als 4% nach unten, heute setzt sich der Preisrückgang fort. Vor allem die Wahrnehmung der Nachrichten hat sich innerhalb der letzten fünf Handelstage komplett geändert. Preistreibende Nachrichten, die es weiterhin zahlreich gibt (Streik in Norwegen, Ausfälle in Libyen und Kanada), werden ignoriert, preisbelastende Nachrichten dagegen umso stärker beachtet. Exemplarisch fiel die Preisreaktion auf Äußerungen des US-Finanzministers Mnuchin vom Wochenende aus, der Ländern unter gewissen Umständen Ausnahmen von den US-Sanktionen bei den iranischen Ölexporten in Aussicht stellte. Nicht nur, dass US-Außenminister Pompeo dies bereits in der letzten Woche gesagt hatte. Wenig beachtet wurde zudem, dass diese Ausnahmen nur von Fall zu Fall gewährt und zeitlich begrenzt sein sollen. Entsprechend gering dürfte der Einfluss der Ausnahmen auf das Ölangebot sein. Es droht ab Herbst weiterhin ein beträchtlicher Rückgang der iranischen Öllieferungen und damit auch der freien Förderkapazitäten. Auch Gerüchte über eine Freigabe von strategischen Ölreserven durch die USA und Berichte über höhere Öllieferungen Saudi-Arabiens an asiatische Kunden sorgten gestern für Abgabedruck. Heute belastet der weitere Anstieg der US-Schieferölproduktion. Diese soll im August laut US-Energiebehörde um weitere 144 Tsd. Barrel pro Tag steigen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Besser als erwartete US-Einzelhandelsumsätze im Juni haben den Goldpreis gestern erneut zeitweise unter 1.240 USD je Feinunze fallen lassen. Das viel beachtete Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin in Helsinki sorgte am Goldmarkt nicht für Unruhe. Da dieses Treffen Medienbeobachtern zufolge schon fast freundschaftlich verlief und verbale Attacken ausblieben, haben die ETF-Investoren wohl auch deshalb weitere Bestände verkauft. Die Warnung des Internationalen Währungsfonds, dass die zunehmenden Handelsspannungen das globale Wirtschaftswachstum hemmen könnten, verhallte dagegen erneut ungehört. Heute steht die halbjährliche Anhörung des Fed-Vorsitzenden Powell vor dem Bankenausschuss des US-Senats im Mittelpunkt des Marktinteresses. Ein Thema wird dabei wohl sein, wie die US-Notenbank reagieren würde, sollte sich der Handelsstreit zwischen den USA und China verschärfen.
Die anderen Edelmetalle wurden gestern sowohl von Gold als auch von den weiter fallenden Industriemetallpreisen belastet. Heute Morgen erholt sich Platin leicht auf knapp 830 USD je Feinunze. Palladium kostet gut 920 USD. Gemäß Daten des Verbands der europäischen Automobilproduzenten wurden in der EU im Juni fast 1,6 Mio. Autos neu zugelassen (+5,2% gegenüber Vorjahr), ein Rekordwert für diesen Monat. Im ersten Halbjahr lagen die Autoneuzulassungen 2,9% über dem Vorjahreswert. Der Rückgang des Diesel-Anteils an den Neuzulassungen hat sich laut LMC Automotive im Juni merklich verlangsamt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Wegen der Aussichten auf eine Konjunkturverlangsamung in China (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern) sind die Metallpreise gestern fast allesamt gefallen. Einen abermaligen Abverkauf gab es dabei bei Zink, das sich um 4% verbilligte und erstmals seit 13 Monaten unter 2.500 USD je Tonne rutschte. Seit Mitte Juni hat der Zinkpreis mittlerweile 23% verloren. Wir halten den Preisrückgang, der durch den Rückzug der spekulativen Finanzanleger wohl verstärkt wurde (die LME veröffentlicht ihre neue Statistik zur Marktpositionierung heute), für übertrieben. Zwar wurden in den letzten Monaten zwei neue große Zinkminen in Betrieb genommen und die Produktion wird dort ausgeweitet, so dass mehr Angebot zur Verfügung steht. Dies ist aber hinlänglich bekannt und in der Marktschätzung der International Lead and Zinc Study Group bereits berücksichtigt. Das Angebotsdefizit von 460 Tsd. Tonnen im letzten Jahr soll zwar auf rund 260 Tsd. Tonnen in diesem Jahr zurückgehen, es bleibt damit aber immer noch beachtlich. Und auch wenn es in China wieder behördlich angeordnete Produktionskürzungen in der Stahlindustrie geben sollte, reichen diese unseres Erachtens nicht aus, den globalen Zinkmarkt aus dem Defizit zu holen. Der deutliche Rückgang der Zinkvorräte in den SHFE-Lagerhäusern auf den tiefsten Stand seit 10½ Jahren spricht zudem für eine aktuell robuste Zinknachfrage in China. Wir erwarten eine deutliche Gegenbewegung beim Zinkpreis und sehen das aktuelle Preisniveau als eine attraktive Absicherungsmöglichkeit gegen mittel- bis langfristig deutlich höhere Zinkpreise.

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