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13.07.18, 14:00

Unterbewerteter Goldpreis & Offensichtlicher Stimmungswechsel am Ölmarkt

Energie: Den Marktteilnehmern am Ölmarkt steckt weiterhin der Preissturz von Mitte der Woche in den Gliedern. Gestern gab es zunächst einen Erholungsversuch, der aber schnell endete. Am Nachmittag rutschten die Preise sogar kurzzeitig unter die Tiefs vom Vortag. Brent ging letztlich mit einem leichten Plus aus dem Handel, WTI dagegen unverändert. Heute neigen die Preise erneut zur Schwäche. Die Marktstimmung hat offensichtlich gedreht. Preistreibende Nachrichten wie der massive Rückgang der US-Rohöllagerbestände verhallen derzeit ungehört. Auch die Warnung der IEA in ihrem Monats¬bericht, dass die freien Förderkapazitäten bis an ihre Grenzen ausgereizt werden könnten, führten gestern zu keiner nennenswerten Preisreaktion. Noch vor einer Woche hätte eine derartige Äußerung vermutlich einen starken Preisanstieg ausgelöst. Zwar gelangt mit der Öffnung der Ölhäfen wieder mehr libysches Öl an den Markt. Dem stehen aber anhaltende Produktionsausfälle in anderen Ländern bzw. Regionen und der zu erwartende deutliche Rückgang der iranischen Ölexporte gegenüber. Die IEA sieht den Ölmarkt auf Basis ihrer Schätzung im zweiten Halbjahr in etwa ausgeglichen. Dort sind aber die drohenden Ausfälle des Iran noch nicht enthalten, ein Teil der für das zweite Halbjahr beschlossenen höheren OPEC-Produktion dagegen schon. Die OPEC-Fördermenge stieg bereits im Juni um 200 Tsd. auf 31,9 Mio. Barrel pro Tag, in Saudi-Arabien sogar um gut 400 Tsd. Barrel pro Tag. Die Umsetzung der Produktionskürzungen in der OPEC insgesamt fiel daraufhin von 160% im Mai auf 120%. Das ausgegebene Ziel von 100% war somit im Juni fast schon erreicht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold bringt nach wie vor nichts aus der Ruhe. Oder anders ausgedrückt, komme was wolle, der Goldpreis steigt nicht nennenswert. Nach seinen absurden Äußerungen auf dem NATO-Gipfel poltert US-Präsident Trump derzeit in Großbritannien weiter und hinterlässt in der Politik zumeist ratlose Gesichter. Die daraus entstehenden politischen Risiken sind unseres Erachtens nicht zu unterschätzen, zumal diese zu den ohnehin schon bestehenden Risiken noch hinzukommen. Die Marktteilnehmer scheinen dies bislang jedoch sehr entspannt zu sehen. Völlig ignoriert wird auch der Anstieg der Inflationsrate in den USA. Diese hat im Juni den höchsten Wert seit fast 6½ Jahren erreicht, wodurch die Realzinsen weiter gesunken sind. In den USA sind die Realzinsen mittlerweile sogar bis in den 10-jährigen Bereich negativ. Dies spricht normalerweise für Gold, das keine Zinsen abwirft, als Absicherung gegen den Kaufkraftverlust. Offenbar schlägt Gold aber weiter starker Wind seitens der Finanzinvestoren entgegen. Die spekulativen Finanzanleger setzen seit Ende Juni mehrheitlich auf fallende Preise und die ETF-Anleger trennen sich weiter von ihren Beständen. Gestern gab es ETF-Abflüsse von 5,7 Tonnen, seit Monatsbeginn summieren sich diese auf 19 Tonnen. Das Rätsel, warum Gold in der aktuellen Gemengelage nicht profitiert, wird für uns von Tag zu Tag größer. Wir halten den Goldpreis für unterbewertet und erwarten im Verlauf des zweiten Halbjahres eine deutliche Erholungsbewegung.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Heute Morgen wurde in China die Handelsstatistik für Juni veröffentlicht. Diese brachte mehrere interessante Erkenntnisse und beinhaltet Zündstoff. Denn gemäß Daten der Zollbehörde hat China im letzten Monat in die USA nicht nur eine rekordhohe Warenmenge exportiert, sondern China hat mit den USA im Juni auch einen rekordhohen Handelsüberschuss erzielt (die Datenreihe geht bis 1999 zurück). Dies ist Wasser auf die Mühlen von US-Präsident Trump und dürfte weitere US-Zölle auf chinesische Produkte wahrscheinlicher machen. Einen präsidialen Tweet dazu hat es bislang aber nicht gegeben. Bezogen auf die Rohstoffe hat China viel Aluminium und Stahl ausgeführt. Die Aluminiumexporte stiegen im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf 510 Tsd. Tonnen und haben im ersten Halbjahr mit 2,7 Mio. Tonnen einen Rekordwert erreicht. China zeigt sich damit weiter unbeeindruckt von den US-Importzöllen auf Aluminium und hat wohl auch weiter die Verwerfungen am Aluminiummarkt im Zuge der US-Sanktionen gegen den größten russischen Aluminiumproduzenten genutzt. Die Stahlexporte sind zwar auf ein 11-Monatshoch von 6,94 Mio. Tonnen gestiegen, im ersten Halbjahr lagen sie aber deutlich unter dem Vorjahr. Obwohl China bis zuletzt rekordhohe Mengen Stahl produziert hat, hat die Importdynamik von Eisenerz spürbar nachgelassen. Die Einfuhren lagen im Juni 12% unter Vorjahr, wodurch auch die importierte Menge im ersten Halbjahr (531 Mio. Tonnen) unter das Niveau des Vorjahres gerutscht ist.

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