EUR-USD: Mit dem Feiertag in den USA verspricht es heute ein ruhiger Tag zu werden. Zumal auch die (innen-)politischen Dramen in Europa zumindest für den Moment überstanden zu sein scheinen. Doch der schwelende Handelskrieg spricht dafür, dass die Ruhe an den Finanzmärkten nicht lange Bestand haben wird. Nach den jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den USA und China, richtet sich der Blick nun nach Europa. Neuesten Gerüchten zufolge erwägt die EU ein Abkommen auf sektoraler Ebene mit einigen ausgewählten Ländern, nach dem Zölle auf Autos gesenkt werden sollen. Auf diese Weise will die EU die Einführung von Strafzöllen auf Autos seitens der USA verhindern. Aber dies ist eben nur eine Option zur Lösung des Konflikts. Unklar bleibt, welchen Weg die EU tatsächlich einschlagen wird. Solange das der Fall ist, dürfte in erster Linie die Risikostimmung der Investoren gedrückt bleiben. Davon profitiert der US Dollar, aber auch der Euro, da beide Währungen als sichere Häfen gefragt sind. Entsprechend gering sind bislang die Bewegungen im EUR-USD-Kurs, zumindest im Vergleich zu anderen Wechselkurspaaren.
Wie es für EUR-USD weitergeht, hängt nicht nur davon ab, wie sich der Streit zwischen den USA und der EU weiterentwickelt. Schon jetzt sind negative Auswirkungen auf die Wirtschaften allein aufgrund der Unsicherheit darüber, ob es zu einer Eskalation kommt oder nicht, zu befürchten. Für den Wechselkurs ist relevant, wie stark diese im Vergleich für die Wirtschaft im Euroraum und in den USA ausfallen. Zumindest an den Frühindikatoren ließ sich zuletzt bereits eine leichte Divergenz ablesen. Die Stimmung unter den Unternehmen im Euroraum hat sich angesichts des Risikos eines Handelskrieges bereits sichtbar eingetrübt. Dagegen scheinen die Unternehmen in den USA noch deutlich optimistischer gestimmt zu sein, was daran liegen könnte, dass sie noch von dem Rückenwind der US-Steuerreform zu Beginn des Jahres profitieren. Sollte dies so bleiben, spricht dies eindeutig dafür, dass der US Dollar die Oberhand gewinnt. So ist die Fed schon jetzt deutlich falkenhafter unterwegs als die EZB und die Kluft droht dann nur noch größer zu werden.
SEK: Die schwedische Krone hat gestern im Zuge der Riksbank-Sitzung einen ordentlichen Satz nach oben gemacht. Offensichtlich wurde die Rhetorik der Notenbank als falkenhafter als erwartet empfunden. Dabei hat sie lediglich ihre Inflationsprognosen etwas angehoben, ihren Zinspfad ließ sie hingegen unverändert. Sie plant weiterhin, die Zinsen gegen Ende des Jahres anzuheben, was für die meisten Marktteilnehmer eine Überraschung war. Die Erwartung einer vorsichtigeren Riksbank dürfte meiner Ansicht nach auf die letzte EZB-Sitzung zurückzuführen sein, in der die europäischen Kollegen den Zinsausblick gedämpft hatten. Da sich die schwedischen Währungshüter bislang eng an die Geldpolitik der EZB gehalten haben, um eine starke Aufwertung der Krone gegenüber dem Euro zu vermeiden, hatte der Markt nun auch auf eine taubenhafte Riksbank gesetzt. Diese Annahme war zwar nicht vollkommen abwegig. Jedoch war die schwedische Krone zuletzt weit davon entfernt, zu schnell gegenüber dem Euro aufzuwerten. Ganz im Gegenteil: Seit Anfang des Jahres ist die Krone die schwächste Währung im G10-Universum. Dazu kommt, dass die schwedische Wirtschaft ordentlich wächst und die Inflation bereits seit letztem Jahr beim Ziel der Riksbank liegt. Auch wir gehen daher davon aus, dass die Riksbank Ende des Jahres ihren Leitzins anheben wird. Doch alte Gewohnheiten sind schwer abzulegen. So wird sie wohl kaum aggressiv vorgehen, um nicht doch noch die ungeliebte zu starke Aufwertung der Währung zu riskieren. Wir sehen daher für dieses Jahr nur begrenztes weiteres Aufwertungspotenzial für die Krone.
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