Energie: Brentöl verbilligte sich gestern um knapp 3% auf 77,3 USD je Barrel, legt am Morgen aber bereits wieder zu. Die Einlassungen von US-Präsident Trump vom Wochenende und der kräftige Anstieg der saudi-arabischen Ölproduktion im Juni (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern) hatten somit nur eine kurzzeitig preisdämpfende Wirkung. Denn gleichzeitig nehmen die Angebotsausfälle andernorts zu. In Libyen hat die staatliche Ölgesellschaft NOC „force majeure“ für Öllieferungen aus zwei Häfen im Osten des Landes erklärt. Die betroffenen Häfen werden derzeit von einer rivalisierenden Ölgesellschaft mit Sitz in Benghasi kontrolliert, so wie auch zwei weitere wichtige Ölhäfen. Nur die in Tripolis ansässige NOC wird von den internationalen Käufern als legitimer Vertragspartner anerkannt. Die abtrünnige Ölgesellschaft verfügt dagegen über die dafür notwendigen Exporthäfen. Dieses Patt führt dazu, dass derzeit so gut wie kein Öl aus Libyen exportiert werden kann. Die Ausfälle werden auf ca. 850 Tsd. Barrel pro Tag beziffert. Mit anderen Worten, was die Saudis aktuell mehr produzieren, wird durch die Ausfälle in Libyen aufgezehrt. Dies zeigen auch aktuelle Umfragen zur OPEC-Produktion. Laut Bloomberg ist die OPEC-Ölproduktion im Juni kaum gestiegen. Laut Reuters fiel der Produktionsanstieg der OPEC nicht mal halb so hoch aus wie in Saudi-Arabien. Die USA wollen in Einzelfällen nun doch Ausnahmen bei den Ölimporten aus dem Iran gewähren, wenn die Sanktionen Anfang November wieder in Kraft treten. Ihnen scheint einzuleuchten, dass ein kompletter Ersatz der iranischen Öllieferungen die freien Kapazitäten vollständig aufzehren würde.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Der Goldpreis fällt und fällt. Heute Morgen rutscht er unter 1.240 USD je Feinunze und notiert nur noch knapp über seinem Tief von Mitte Dezember. Gold in Euro gerechnet verbilligt sich ebenfalls auf ein 6½-Monatstief von rund 1.065 EUR je Feinunze. Gestern Abend haben sich mit CDU und CSU zwei der drei Regierungsparteien in Deutschland in der Flüchtlingspolitik geeinigt (die SPD muss dieser Einigung noch zustimmen) und so ein Auseinanderbrechen der Regierung verhindert. Dadurch ist Gold als sicherer Hafen jetzt wohl nicht mehr gefragt. Allerdings hat Gold in den letzten Wochen von der drohenden Regierungskrise in Deutschland nicht profitiert, so dass die Preisreaktion heute Morgen unseres Erachtens ungerechtfertigt ist. Belastungsfaktoren für den Goldpreis sind generell der feste US-Dollar, die negativ eingestellten spekulativen Finanzinvestoren und ETF-Verkäufe. Gestern gab es bei den Gold-ETFs mit 9,1 Tonnen den größten Tagesabfluss seit Ende März. Noch wesentlich stärker als Gold kommt Platin derzeit unter die Räder. Seit gestern gibt es einen regelrechten Abverkauf. Der Platinpreis verlor in der Spitze über 5% und ist heute Morgen erstmals seit Dezember 2008 zeitweise unter die Marke von 800 USD je Feinunze gefallen. Bei Platin sehen die Marktteilnehmer offensichtlich die Gefahr, dass der Handelsstreit auf Autos ausgeweitet wird. Allerdings verzeichnet das noch wesentlich stärker von der Autoindustrie abhängige Palladium nur geringfügige Verluste. Der Preisabschlag von Platin zu Gold hat sich auf rekordhohe 440 USD ausgeweitet, der zu Palladium nähert sich mit gut 140 USD dem Rekordhoch.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Der Eisenerzpreis wurde bislang nicht in den Abwärtssog der Metallpreise gezogen und notiert seit mittlerweile gut sechs Wochen in einer engen Handelsspanne seitwärts. In Singapur kostet eine Tonne Eisenerz heute Morgen gut 64 USD. Das australische Ministerium für Industrie, Innovation und Wissenschaft hat gestern in seinem quartalsweise erscheinenden Ressourcen-Bericht seine Einschätzung zu den Aussichten am seewärtigen Eisenerzmarkt angepasst. Demnach erwartet es in diesem Jahr einen durchschnittlichen Eisenerzpreis von 59,4 USD je Tonne, etwas weniger als im vorherigen Bericht unterstellt. Die Prognose impliziert einen deutlichen Preisrückgang im zweiten Halbjahr (der Durchschnittspreis im ersten Halbjahr war 69 USD). Im nächsten Jahr soll Eisenerz im Durchschnitt nur noch knapp über 50 USD kosten. Den erwarteten Preisrückgang begründet das Ministerium mit einer deutlichen Ausweitung des Angebots in Australien und vor allem Brasilien. In Brasilien wird derzeit die Mine „S11D“ hochgefahren, die ab 2020 die größte Eisenerzmine der Welt sein wird. Gleichzeitig sollen die chinesischen Eisenerzimporte nicht mehr steigen und über die nächsten Jahre sogar leicht sinken. Kleinere Anpassungen hat das australische Ministerium auch für Kokskohle vorgenommen. Hier soll der Preis von durchschnittlich über 190 USD je Tonne in diesem Jahr auf gut 150 USD im nächsten Jahr zurückgehen. Vor allem in Australien soll sich das Angebot nach den Zyklon bedingten Ausfällen im letzten Jahr deutlich erholen.
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