Der deutsche Aktienmarkt verabschiedete sich trotz eines kräftig steigenden Euros mit deutlichen Kursgewinnen ins Wochenende. Die Anleger reagierten erleichtert über die in der Nacht zum Freitag erzielte Einigung beim Migrationsthema auf dem EU-Gipfeltreffen. Händler verwiesen zudem auf die übliche Kurspflege zum Quartals-Ultimo. Der DAX schloss 1,05 Prozent fester bei 12.306 Punkten. Das Minus auf Wochensicht betrug dennoch 2,18 Prozent. Die Halbjahresbilanz für den Leitindex fällt mit einem Abschlag von 4,74 Prozent mau aus. MDAX und TecDAX gingen am Freitag mit Kursgewinnen von 1,06 und 1,64 Prozent aus dem Handel. Während der Index der mittelgroßen Werte seit Jahresbeginn um 1,32 Prozent gefallen ist, konnte der Technologieindex in dieser Zeit um 6,41 Prozent vorrücken. Die Marktbreite gestaltete sich zum Wochenschluss positiv. Unter den 110 größten Werten (HDAX) gab es 93 Gewinner (85%) und 17 Verlierer. Das Aufwärtsvolumen betrug 90 Prozent. Das Volumen im DAX lag bei 117,6 Millionen Aktien (Vortag: 110,5) im Wert von 4,48 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 4,85). Stärkste Sektoren waren Technologie (+2,73%), Versicherungen (+2,19%) und Konsum (+1,82%). Auf der Verliererseite standen lediglich die Sektoren Medien (-2,17%) und Automobile (-0,27%). Die Covestro-Aktie besetzte mit einem Plus von 3,69 Prozent die DAX-Spitze. Der Kapitalmarkttag am Vortag war von Analysten positiv aufgenommen worden. Infineon und Allianz belegten den zweiten und dritten Rang mit Zugewinnen von 2,63 und 2,50 Prozent. Die einzigen drei DAX-Verlierer waren nachrichtenlos Continental, Volkswagen und Daimler mit Verlusten zwischen 0,81 und 0,18 Prozent. Im MDAX sprang Osram um 6,38 Prozent nach oben und erholte sich damit teilweise vom Einbruch des Vortages, der durch eine Gewinnwarnung verursacht worden war. Hilfreich war eine Kaufempfehlung der Bank of America Merrill Lynch. RTL und ProSiebenSat.1 stürzten nach negativen Analystenkommentaren um 7,26 respektive 6,33 Prozent ab. Im SDAX sorgte eine Gewinnwarnung für das laufende Jahr von Hapag-Lloyd für Aufmerksamkeit. Das Papier der Reederei crashte daraufhin um 15,04 Prozent.
An der Wall Street konnten die Indizes ebenfalls Zugewinne verbuchen, schlossen jedoch deutlich unter den Tageshochs. Stützend wirkte ein besser als erwarteter Chicagoer Einkaufsmanagerindex. Der Dow handelte zur Schlussglocke 0,22 Prozent fester bei 24.271 Punkten. Für den Nasdaq 100 ging es um 0,13 Prozent nach oben auf 7.041 Zähler. 56 Prozent der Werte an der NYSE schlossen im grünen Bereich. Das Aufwärtsvolumen betrug 51 Prozent. 53 neuen 52-Wochen-Hochs standen 62 neue Tiefs gegenüber. Bei den Sektoren lagen Energie und Rohstoffe vorne, während Communication Services und Finanzwerte am deutlichsten verloren. An der Dow-Spitze haussierte Nike um 11,12 Prozent. Der Sportartikel-Hersteller hatte bei der Vorlage seiner Quartalszahlen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Konsensschätzung übertroffen.
Am Devisenmarkt verzeichnete der Dollar gegenüber fast allen anderen Hauptwährungen Verluste. Der Dollar-Index endete 0,95 Prozent tiefer bei 94,47 Punkten. Der Euro war dank der Gipfel-Einigung beim Migrationsthema stark gesucht. EUR/USD sprang um 0,98 Prozent nach oben auf ein 3-Tages-Hoch bei 1,1681 USD. Lediglich das Pfund Sterling konnte unter den Hauptwährungen noch deutlicher zulegen. Hier beflügelten besser als erwartete Daten zum britischen Bruttoinlandsprodukt. Der Yen wertete trotz einer ganzen Reihe erfreulich ausgefallener japanischer Konjunkturdaten gegenüber allen anderen Majors ab.
Der S&P GSCI Rohstoffindex stieg um 1,22 Prozent auf 487,43 Punkte. Die Ölpreise bewegten sich angetrieben von Angebotssorgen weiter nordwärts. Brent-Öl verteuerte sich um 2,09 Prozent auf ein Monatshoch bei 79,23 USD. Für die US-Sorte WTI ging es um 0,95 Prozent nach oben auf ein 4-Jahres-Hoch bei 74,15 USD. Der Preis für US-Erdgas gab um 0,54 Prozent auf 2,92 USD nach. Comex-Kupfer notierte 0,08 Prozent tiefer bei 2,95 USD. Gold legte um 0,28 Prozent auf 1.255 USD zu und konnte sich damit etwas vom erreichten Jahrestief absetzen. In Euro gab das Edelmetall auf 1.072 EUR nach und rutschte unter die vom Dezember-Tief ausgehende Aufwärtstrendlinie. Silber, Platin und Palladium stiegen zwischen 0,29 und 2,15 Prozent.
Am Rentenmarkt stieg die am Vormittag festgestellte Umlaufrendite um zwei Basispunkte auf 0,18 Prozent. Im weiteren Verlauf kletterten die Anleihekurse und die Renditen orientierten sich entsprechend südwärts. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen endete einen Basispunkt tiefer bei 0,31 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,07 Prozent höher bei 162,42 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes kletterte nach einem stärker als erwarteten Anstieg der US-Inflationsrate im Mai um einen Basispunkt auf 2,85 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh überwiegend schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 0,91 Prozent auf 164,53 Punkte. Die Börsen in Hongkong blieben feiertagsbedingt geschlossen. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für die chinesische Industrie fiel im Juni um 0,4 auf 51,5 Punkte und kam damit etwas schwächer als erwartet herein. Der Markit-Einkaufsmanagerindex fiel mit 51,0 Punkten (Vormonat: 51,1) im Rahmen der Erwartungen aus. Der japanische Tankan-Bericht für die Stimmung in den großen japanischen Industrie-Unternehmen fiel im zweiten Quartal um 3 auf 21 Punkte (Konsensschätzung: 22). Die Ölpreise kamen unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende via Twitter behauptet hatte, sich mit dem saudischen König telefonisch darauf geeinigt zu haben, dass der wichtigste OPEC-Staat seine Öl-Produktion um 2 Millionen Barrel pro Tag anhebt. Das Weiße Haus ruderte später zurück und saudische Quellen bestritten eine derartige Vereinbarung.
Heute richtet sich der Blick vor allem auf die Industrie-Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, Großbritannien und die USA. Unternehmensseitig steht Ceconomy im Fokus. Der Telekomkonzern Freenet hatte am Freitagabend bekanntgegeben, sich über eine Kapitalerhöhung mit 10 Prozent an dem Unterhaltungselektronikhändler zu beteiligen. Daneben könnte die Aktie von ThyssenKrupp Impulse von der Meldung erhalten, dass der Konzern und Tata Steel am Samstag den Vertrag über das gemeinschaftliche Stahlunternehmen unterzeichnet haben.
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