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29.06.18, 12:38

Zunehmende Angebotsrisiken am Ölmarkt

Energie: Die Ölpreise handeln nur knapp unter den gestern verzeichneten Hochs. Der Streit um die Vermarktungsrechte in Libyen gewinnt an Schärfe. Erstmals wurde einem Öltanker das Anlegen in einem ostlibyschen Hafen verweigert, der bei der in der Hauptstadt Tripolis ansässigen staatlichen Ölgesellschaft NOC unter Vertrag steht. Der betreffende Hafen steht seit neuestem unter der Kontrolle einer rivalisierenden Ölgesellschaft mit Sitz in Bengasi. Diese wird weder von der libyschen Zentralregierung noch von der internationalen Staatengemeinschaft anerkannt. In einem gemeinsamen Brief haben die USA, Frankreich, Großbritannien und Italien ihre Sorge über die aktuelle Situation zum Ausdruck gebracht. Sie sehen einzig die NOC in Tripolis als legitimen Vertragspartner an. Ähnlich äußerte sich auch die EU, die weiterhin nur mit der international anerkannten NOC Geschäfte abschließen will. Somit drohen bis auf weiteres beträchtliche Lieferausfälle. Über die fünf von der rivalisierenden Ölgesellschaft kontrollierten Häfen wurden im Mai 780 Tsd. Barrel Öl pro Tag exportiert. Diese Angebotsausfälle kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn gleichzeitig fehlen aufgrund des Ausfalls einer Produktionsanlage in Kanada 350 Tsd. Barrel pro Tag und die USA üben Druck auf Länder aus, ihre Öleinfuhren aus dem Iran bis November vollständig herunterzufahren. Als erstes Land scheint Indien dieser Forderung Folge zu leisten. Laut Industriekreisen hat das indische Ölministerium die Raffinerien darüber informiert, sich auf eine drastische Reduzierung oder den kompletten Stopp der Ölimporte aus dem Iran ab November vorzubereiten. Das US-Energieministerium will den betroffenen Ländern möglicherweise aber etwas mehr Zeit dafür geben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold wird heute Morgen vom schwachen US-Dollar bzw. festen Euro unterstützt und holt zumindest seine Verluste von gestern wieder auf. Gestern fiel Gold vorübergehend auf 1.246 USD je Feinunze. Nachdem sich Gold in Euro gerechnet in den letzten Tagen etwas besser gehalten hat, fällt es heute aufgrund der Bewegung im EUR-USD-Wechselkurs auf 1.072 EUR je Feinunze. In Brüssel haben sich die EU-Länder beim Gipfeltreffen auf einen Kompromiss in der Flüchtlingspolitik geeinigt. Dieser steht unseres Erachtens aber auf tönernen Füßen. Der Streit über eine gemeinsame Einwanderungspolitik könnte also weitergehen. Heute steht das Thema „Brexit“ auf der Tagesordnung. Aber auch dafür dürfte es keine Lösung geben. Die politischen Risiken bestehen also weiter. Wann Gold davon profitieren wird, lässt sich jetzt aber noch nicht sagen. Momentan wird Gold – für uns unverständlicherweise – weiter verkauft. So auch gestern, wo es wieder Abflüsse aus den Gold-ETFs gab. Platin ist heute Morgen vorübergehend auf 842 USD je Feinunze gefallen und hat damit den tiefsten Wert seit fast 2½ Jahren erreicht. Die spekulativen Finanzinvestoren setzen derzeit so stark wie noch nie auf fallende Platinpreise und die Platin-ETFs verlieren schon seit Monaten kontinuierlich Bestände. Solange Platin seitens der Finanzanleger keine Unterstützung erhält, dürfte der Preis weiter fallen. Denn fundamental betrachtet übertrifft am Platinmarkt in diesem Jahr das Angebot die Nachfrage deutlich.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Ein schwacher US-Dollar und feste chinesische Aktienmärkte geben den Metallpreisen zum Wochenausklang Unterstützung, so dass diese in der Breite zulegen. Gestern gaben sie mit Ausnahme von Zink erneut nach. Zink stieg gestern zeitweise auf 2.930 USD je Tonne, nachdem das chinesische Research-Unternehmen SMM gemeldet hatte, dass die chinesischen Zinkschmelzen planen, wegen der fallenden Preise und Verarbeitungsmargen ihre Produktion um 10% zu kürzen. Diese Meldung wurde vom Verband der chinesischen Nichteisen-Metallindustrie letzte Nacht etwas relativiert. Demnach handelt es sich um einen Vorschlag, der auf einem kürzlich abgehaltenen Verbandstreffen diskutiert wurde. Eine konzertierte Aktion wurde demnach dabei nicht beschlossen. Einige Zinkschmelzen hätten aber die Produktion gestoppt. Der größte Zinkschmelzer des Landes beteiligt sich eigenen Angaben zufolge nicht an den Produktionskürzungen. China hat im letzten Jahr gemäß Daten von WBMS 6,2 Mio. Tonnen Zinkraffinade produziert und stand damit für 45% der weltweiten Zinkproduktion.
Zinn wurde in den letzten drei Wochen mit in den Abwärtssog der Metalle gezogen und hat 8% verloren. Es ist vor zwei Tagen wieder unter die Marke von 20.000 USD je Tonne gerutscht. Zum zweiten Mal seit Beginn des Börsenhandels von Zinn an der LME im Jahr 1997 ist die Zahl der gekündigten Lagerscheine derzeit Null. Dies deutet auf eine schwache Zinnnachfrage hin.

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