Energie: Die Ölpreise setzen ihren Anstieg ungebremst fort. Brent verteuerte sich gestern um knapp 2% auf 78 USD je Barrel, WTI sogar um 3% auf ein 3½-Jahreshoch von 73 USD je Barrel. Das Momentum und der Nachrichtenfluss (Angebotsausfälle, US-Aufforderung zum Stopp von Ölimporten aus dem Iran) sprechen kurzfristig für weiter steigende Ölpreise. Brent könnte daher spätestens in der kommenden Woche das bei gut 80 USD liegende 3½-Jahreshoch ebenfalls erreichen. Für zusätzlichen Auftrieb sorgten gestern die Lagerdaten des US-Energieministeriums. Demnach sanken die US-Rohölvorräte in der letzten Woche unerwartet deutlich um 9,9 Mio. Barrel. Ausschlaggebend hierfür waren eine rekordhohe Rohölverarbeitung und ein kräftiger Anstieg der US-Rohölexporte, die mit 3 Mio. Barrel pro Tag ebenfalls ein Rekordniveau erreichten. Die Rohölbestände in Cushing sanken um 2,7 Mio. Barrel. Dazu dürfte der aktuelle Ausfall einer Ölproduktionsanlage in der kanadischen Ölprovinz Alberta beigetragen haben, die aus Bitumen Rohöl macht. Die vom Ausfall betroffene Anlage hat eine Produktionskapazität von 350 Tsd. Barrel pro Tag und dürfte laut Betreiber Syncrude bis mindestens Ende Juli außer Betrieb bleiben. Dadurch gelangt weniger Rohöl von Kanada in die USA. In der Folge hat sich die Preisdifferenz zwischen Brent und WTI binnen gut einer Woche von mehr als 10 USD auf weniger als 5 USD je Barrel eingeengt. Damit wird aber auch der Export von US-Rohöl weniger attraktiv. Der Trend steigender US-Rohölausfuhren wird sich somit kaum fortsetzen lassen, was sich in den kommenden Wochen dämpfend auf die Lagerentwicklung auswirken sollte.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Gold findet weiterhin keinen Boden. Begleitet von einem festen US-Dollar und neuerlichen ETF-Abflüssen von 4,4 Tonnen rutscht es heute Morgen unter 1.250 USD je Feinunze. Das Zwischentief von letztem Dezember bei 1.236 USD kommt damit in Reichweite. Sollte der Preis darunter fallen, schließen wir einen Test der psychologisch wichtigen Marke von 1.200 USD nicht aus. Gold in Euro gerechnet verteidigt dagegen aufgrund der Währungsentwicklung seinen Boden und notiert sogar leicht fester bei rund 1.085 EUR je Feinunze. Die Marktteilnehmer dürften ihren Blick heute nach Brüssel richten, wo der zweitägige EU-Gipfel beginnt. Auf diesem dürfte es aber keine weitreichenden Entscheidungen geben, sondern es dürften erneut die Unstimmigkeiten unter den EU-Ländern zu Tage treten, zumal schon der Sondergipfel zur Flüchtlingspolitik am letzten Wochenende keinen Durchbruch brachte. Damit werden wohl auch die Streitigkeiten in der deutschen Regierung weiterschwelen. Ob dies den Abwärtstrend von Gold stoppen kann, halten wir für fraglich. Die anderen Edelmetalle fallen derzeit in Tandem mit Gold. Silber ist dabei gestern kurzzeitig unter die Marke von 16 USD je Feinunze gerutscht. Die Preisrelationen untereinander haben sich in den letzten Tagen nicht wesentlich verschoben. Das Gold/Silber-Verhältnis liegt bei knapp 78, die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin beträgt nach wie vor fast 400 USD je Feinunze und Platin ist weiter etwa 100 USD günstiger als Palladium.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Gestern Nachmittag setzten die Metallpreise zu einer kurzen Erholungsrally an, die aber nicht lange dauerte. Bis zum Handelsende hatten sie bereits wieder einen Teil ihrer Gewinne abgegeben und handeln heute Morgen leicht schwächer. Die US-Administration gab gestern bekannt, zwar ihre Pläne zur Einschränkung chinesischer Investitionen in den USA voranzutreiben, sie wird aber von den schärfsten Maßnahmen absehen. Dies hat vorübergehend die Sorgen über eine plötzliche Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China gedämpft. Euphorie ist unter den Marktteilnehmern aber nicht aufgekommen – die US-Aktienmärkte beendeten den Handel sogar im Minus. Unterdessen regt sich in den USA Widerstand gegen die Importzölle auf Stahl und Aluminium. Verschiedene Handelsverbände, darunter der Verband der Schiffbauer und das Bündnis der Automobilproduzenten, haben in einem Brief an den US-Senat gegen die Zölle protestiert. Die Verbände zeigen sich besorgt, dass die US-Importzölle zu Gegenmaßnahmen bei ihren wichtigsten Handelspartnern führen und damit auch Auswirkungen auf die Wirtschaft in den USA haben. Kritisch stehen sie insbesondere den geplanten US-Importzöllen auf Autos gegenüber. Ob sich US-Präsident Trump davon beein-drucken lässt, bleibt fraglich. Die seit Ende März bestehenden und Anfang Juni ausgeweiteten Importzölle auf Stahl und Aluminium ziehen nicht nur Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder nach sich, sie führen auch zu höheren Kosten für die Verarbeiter und Verbraucher in den USA.
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