EUR: Zugegeben, es lief schon mal besser für Deutschland, sowohl fußballerisch als auch politisch. So beginnt heute ein zweitägiger EU-Gipfel in Brüssel, bei dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eigentlich unbedingt einen Sieg davontragen möchte. Doch die Chancen stehen schlecht, nachdem der europäische Mini-Gipfel am vergangenen Wochenende schon keinen Durchbruch im Asyl-Streit brachte. Ein Gutes hat es ja: Den Euro lässt sowohl die WM-Pleite als auch die politische Krise in Deutschland bisher weitestgehend kalt. Das liegt in erster Linie daran, dass der Markt die innenpolitischen Streitereien in Deutschland nicht als systemisches Risiko für den Euroraum ansieht. Die kurzzeitige Regierungskrise in Italien hat erst vor kurzem wieder sehr schön gezeigt: Erst als die Angst vor einem potenziellen Ausstieg Italiens aus dem Euroraum aufflackerte, kam der Euro unter Druck. Die Währung erholte sich sogleich, als diese Angst zerstreut wurde. Solange also die Wahrscheinlichkeit gering bleibt, dass die aktuelle Krise der Kanzlerin zu einem Auseinanderbrechen des Euroraums führen könnte, sollte auch der Euro unberührt bleiben.
GBP: Auch der Brexit wird im Übrigen auf dem EU-Gipfel diskutiert. Für den Markt dürfte dies aber nicht mehr als eine Randnotiz sein. Denn auch hier hatte sich im Vorfeld schon abgezeichnet, dass es zu keiner Einigung kommen würde. Schließlich ist es der britischen Regierung noch nicht gelungen, eine zufriedenstellende Lösung zum irischen Grenzproblem zu präsentieren. Solange ihr das nicht gelingt, hängt ein Austrittsabkommen weiterhin in der Schwebe. Der Markt zeigt sich bislang tiefenentspannt diesbezüglich, was daran liegen dürfte, dass er noch immer auf einen Last-Minute-Deal setzt. Und noch ist bis Oktober – bis dahin sollte ein Abkommen stehen, damit die Parlamente der EU-Mitglieder noch genügend Zeit haben, ihre Zustimmung zu geben – gefühlt ewig Zeit. Meine Vermutung? Der Markt dürfte erst wenige Tage vor der Deadline wirklich nervös werden. Bis dahin erwarte ich keine größeren Impulse seitens Brexit für die GBP-Wechselkurse. Insofern dürfte sich das heutige WM-Spiel gegen Belgien als weitaus spannender für die Engländer erweisen als der EU-Gipfel.
CHF, JPY: Ein für den Devisenmarkt viel bewegenderes Thema ist der Handelskonflikt zwischen den USA und dem Rest der Welt. Während sich der Markt noch schwertut, den Effekt auf den Euro und US Dollar zu ermessen, herrscht in Bezug auf den Schweizer Franken und den japanischen Yen vollkommene Einigkeit: Beide Währungen neigen aktuell zur Stärke, was eindeutig auf eine erhöhte Risikoaversion und ihren Status als sichere Häfen zurückzuführen ist (siehe Abb. 1). Das mag auf den ersten Blick durchaus sinnvoll erscheinen. Allerdings wäre ich vorsichtig damit anzunehmen, dass die Schweiz und Japan einen globalen Handelskrieg unbeschadet überstehen würden. Ganz im Gegenteil: Die Schweiz ist eine kleine und überaus offene Volkswirtschaft. Japan ist derweil sehr stark in globale Wertschöpfungsketten integriert. Beide hätten daher zweifellos unter fallenden Handelsvolumina zu leiden. Dazu kommt, dass die Inflation in beiden Ländern noch überaus schwach ist – der Inflationstrend hat sich in beiden Ländern sogar zuletzt abgeschwächt – und eine starke Währung somit alles andere als wünschenswert ist. Noch dürfte die Währungsstärke für die jeweiligen Notenbanken verkraftbar sein. Doch sollte der Handelskonflikt weiter eskalieren, kann es für beide äußerst
Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise
Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.