Nach rechts weisender Zeigefinger (Handrücken) Jetzt für das technische Quartalsupdate am 25. Juni mit HSBC anmelden!
19.06.18, 15:02

Märkte verschreckt über eskalierenden Handelskonflikt

Energie: Bei der erweiterten OPEC-Sitzung am Freitag deutet sich ein handfester Streit an. Laut Ekuador wollen Saudi-Arabien und Russland eine Anhebung der Ölproduktion um 1,5 Mio. Barrel pro Tag vorschlagen. Damit hätte sich die russische Position durchgesetzt. Dieser Vorschlag wird jedoch kaum mehrheitsfähig sein. Der OPEC-Vertreter des Iran hat gestern angekündigt, dass sein Land jegliche Produktionserhöhung blockieren wird. Venezuela und der Irak scheinen den Iran in dieser Position zu unterstützen. Iran und Venezuela können ihre Ölproduktion aus unterschiedlichen Gründen nicht erhöhen. Die avisierte Produktionsanhebung hätte vielmehr den Zweck, die unfreiwilligen Produktionsrückgänge in beiden Ländern auszugleichen. Von daher ist die ablehnende Haltung Irans und Venezuelas nachvollziehbar. Für eine OPEC-Entscheidung ist Einstimmigkeit erforderlich. Erinnerungen werden wach an die Sitzung im Juni 2011. Damals konnte sich die OPEC nicht auf eine Produktionsanhebung einigen, um die bürgerkriegs¬bedingten Ausfälle in Libyen zu kompensieren. Man ging letztlich ohne eine gemeinsame Abschlusserklärung auseinander. Der damalige saudi-arabische Ölminister al-Naimi sprach im Anschluss von der schlechtesten OPEC-Sitzung aller Zeiten. Zwar könnten Saudi-Arabien, Russland und die arabischen Golfanrainerstaaten die Produktionsanhebung auch im Alleingang beschließen und umsetzen. Dies wäre jedoch gleichbedeutend mit dem vor¬zeitigen Ende des Kürzungsabkommens und würde auch die Handlungsfähigkeit der OPEC schädigen. Ob Saudi-Arabien bereit sein wird, dieses Risiko einzugehen, bleibt abzuwarten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Der Handelsstreit zwischen den USA und China droht zu eskalieren (siehe Industriemetalle auf Seite 2), die Stimmung der Marktteilnehmer trübt sich merklich ein, die Aktienmärkte fallen, zyklische Rohstoffe wie zum Beispiel Industriemetalle stehen unter Druck, usw. – nur Gold scheint dies nicht zu interessieren. Es handelt heute Morgen nahezu unverändert bei rund 1.280 USD je Feinunze. Dass Gold im aktuellen, von hoher Unsicherheit geprägten Marktumfeld nicht gefragt ist, sondern nahe dem niedrigsten Niveau seit Ende 2017 notiert, ist für uns schleierhaft. Und damit nicht genug, gestern haben sich die ETF-Investoren sogar von Beständen getrennt. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten Abflüsse von 4,5 Tonnen. Möglicherweise verkaufen Anleger derzeit Gold, um die Verluste in anderen Asset-Klassen auszugleichen. So sehr Silber vom Anstieg der Industriemetallpreise in der letzten Woche mit nach oben gezogen wurde, so stark gibt es jetzt nach. Silber hat seine Outperformance gegenüber Gold zu einem Großteil wieder abgebaut und das Gold/Silber-Verhältnis ist wieder auf über 78 gestiegen. Platin und Palladium können sich dem Abwärtssog ebenfalls nicht entziehen. Platin fällt heute Morgen auf ein 6-Monatstief von knapp 880 USD je Feinunze. In dem ganzen Hin und Her um den Handelsstreit ging unter, dass der Verband der europäischen Automobilproduzenten schon letzten Freitag verhaltene Autoneuzulassungen für die EU im Mai berichtet hatte. Platin erhält also auch von dieser Seite keine Unterstützung.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Der Handelsstreit zwischen den USA und China spitzt sich immer weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat gestern seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer damit beauftragt, weitere Strafzölle in Höhe von 10% auf chinesische Güter im Umfang von 200 Mrd. USD vorzubereiten. Die Zölle sollen dann in Kraft treten, sollte China die am Freitag angekündigten Zölle auf US-Produkte nicht zurücknehmen. Diese chinesischen Zölle waren wiederum eine Reaktion auf eine erste Runde von US-Zöllen (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Darüber hinaus drohte Trump mit zusätzlichen Zöllen auf chinesische Güter (nochmal 200 Mrd. USD), sollte China weitere Zölle verhängen. Auf der US-Liste für chinesische Güter, die ab dem 6. Juli mit einem Zollsatz von 25% belegt werden, stehen unter anderem Eisen und Baustahl. In China verlieren die meistgehandelten Futures-Kontrakte für Eisenerz und Stahl heute zeitweise 5,5% bzw. 3,5%. Da die chinesischen Märkte aber gestern geschlossen waren, holen die Preise dort auch die schwachen Vorgaben aus London noch nach. An der LME selbst stehen die Metallpreise weiter unter Druck. Kupfer rutscht unter 6.900 USD je Tonne, Nickel kostet weniger als 15.000 USD je Tonne. Mit der deutlichen Stimmungseintrübung dürften sich auch die spekulativen Marktteilnehmer aus den Metallmärkten zurückziehen. Neue Daten zur Marktpositionierung veröffentlicht die LME heute.

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise

Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.  

Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.

Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.