Der deutsche Aktienmarkt wurde zum Wochenausklang von der Sorge um eine mögliche Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China belastet. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, ab dem 6. Juli Strafzölle von 25 Prozent auf chinesische Exportgüter im Wert von 50 Milliarden USD zu implementieren. Der DAX schloss 0,73 Prozent tiefer bei 13.011 Punkten. Das Wochenplus reduzierte sich damit auf 1,91 Prozent. MDAX und TecDAX verloren am Berichtstag 0,80 beziehungsweise 2,72 Prozent. Unter den 110 größten Werten gab es 19 Gewinner (18%) und 89 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 75 Prozent. Das Volumen im DAX betrug aufgrund des großen Verfallstages an der Eurex (Hexensabbat) 265,6 Millionen Aktien (Vortag: 140,3) im Wert von 11,25 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 4,20). Mit Blick auf das Sektoren-Ranking lagen Versorger (+1,26%) vor Konsumwerten (+0,42%) und Einzelhandel (+0,37%). Am deutlichsten fielen die Verluste bei Rohstoffwerten (-2,86%), Banken (-2,52%) und Technologietiteln (-1,74%) aus. E.ON verbesserte sich an der DAX-Spitze um 2,34 Prozent. Versorger gelten als Profiteure niedriger Zinsen. Zudem hatte der Anteilsschein am Vortag das technische Widerstandscluster aus Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie überwunden. Continental und Beiersdorf legten um 2,13 und 1,34 Prozent zu. Commerzbank verlor am Indexende nachrichtenlos 4,18 Prozent. Lufthansa und Munich Re büßten 3,73 respektive 1,91 Prozent ein. Im MDAX belegte die Ceconomy-Aktie mit einem Aufschlag von 4,51 Prozent die Spitzenposition. Anleger reagierten erfreut auf die Nachricht, dass das kriselnde Russland-Geschäft verkauft werden könnte. Abseits der Indizes glänzte der Online-Möbelhändler Home24 mit einem gelungenen Börsendebüt. Das Papier schloss knapp 28 Prozent über dem Ausgabepreis.
An der Wall Street endeten die Indizes ebenfalls im negativen Terrain, konnten sich jedoch von den Tagestiefs absetzen. Der Dow Jones Industrial verlor zur Schlussglocke noch 0,33 Prozent auf 25.090 Punkte. Der Nasdaq 100 schwächte sich um 0,32 Prozent auf 7.256 Zähler ab. An der NYSE verbuchten 46 Prozent der Werte Kursgewinne und 50 Prozent Verluste. Das Abwärtsvolumen lag bei 58 Prozent. 86 neuen 52-Wochen-Hochs standen 71 neue Tiefs gegenüber. Stark gesucht waren Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (Consumer Staples) sowie Versorger. Die Verluste konzentrierten sich auf die Sektoren Energie und Rohstoffe.
Am Devisenmarkt ging der Dollar-Index unverändert bei 94,78 Punkten ins Wochenende. Der Euro konnte im Rahmen einer Erholungsbewegung nach dem Ausverkauf des Vortages gegenüber allen anderen Hauptwährungen zulegen. EUR/USD stieg um 0,34 Prozent auf 1,1606 USD. Bei den anderen Hauptwährungen zeigte sich noch das Pfund Sterling fest. Der Kanada-Dollar wertete hingegen gegenüber allen anderen Majors ab und verzeichnete gegenüber dem Greenback ein Jahrestief. Hier drückten schwächer als erwartete Konjunkturdaten auf die Stimmung. Abseits der Hauptwährungen stand der brasilianische Real mit kräftigen Zugewinnen im Fokus. Die Zentralbank des Landes hatte verkündet, ihr Deviseninterventionsprogramm zu verlängern.
Der S&P GSCI Rohstoffindex sank um 2,22 Prozent auf ein 8-Wochen-Tief bei 463,61 Punkten. Brent-Öl sackte um 3,29 Prozent auf ein 6-Wochen-Tief bei 73,44 USD ab. Hier belastete die Aussicht auf eine mögliche Anhebung der Ölproduktion seitens OPEC Plus auf dem am Freitag und Samstag dieser Woche stattfindenden Treffen in Wien. Die Zahl aktiver US-Ölbohrungen (Rig-Count) stieg laut Baker Hughes die vierte Woche in Folge um diesmal eine auf 863. Dies ist der höchste Stand seit März 2015. Der Preis für US-Erdgas sprang mit der Spekulation auf höhere Temperaturen in den nächsten Tagen um 1,92 Prozent auf ein 5-Monats-Hoch bei 3,02 USD und löste damit eine mehrwöchige Konsolidierung gen Norden auf. Comex-Kupfer verlor 2,41 Prozent auf 3,14 USD. Gold fiel um 2,28 Prozent auf ein Jahrestief bei 1.279 USD (1.103 EUR). Silber, Platin und Palladium verbilligten sich zwischen 2,46 und 4,53 Prozent.
Am Rentenmarkt gab die Umlaufrendite um sechs Basispunkte auf 0,26 Prozent nach. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen notierte nach einem richtungslosen Handel einen Basispunkt tiefer bei 0,41 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,09 Prozent höher bei 161,00 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes fiel um einen Basispunkt auf 2,93 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh aufgrund der drohenden Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China ganz überwiegend schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 0,74 Prozent auf 171,42 Punkte. Der Nikkei 225 verlor trotz besser als erwarteter Export- und Importdaten 0,92 Prozent. Gegen den Trend konnte sich der australische ASX 200 mit einem Aufschlag von 0,29 Prozent im grünen Bereich behaupten. Die Börsen in China, Hongkong, Indonesien und Taiwan blieben feiertagsbedingt geschlossen.
Heute sind keine marktbewegenden Veröffentlichungen absehbar. Zum Handelsstart werden einige Indexänderungen im TecDAX, MDAX und SDAX wirksam.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD4GWB | Long | Oil Brent Future Aug 2018 | Faktor: 4 |
| CD4GWJ | Short | Oil Brent Future Aug 2018 | Faktor:-4 |
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