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18.06.18, 09:43

Muttertag

EUR: Die Regierungskrise in Berlin ist derzeit kein Thema für den Markt. Wie komme ich darauf? Solch ein Faktor sollte sehr wohl EUR-idiosynkratische Schwäche zur Folge haben – die wir aber (siehe oben) nicht messen. Fragt sich nur, unter welchen Umständen diese Krise doch relevant für die EUR-Wechselkurse würde. Politik-Experten sagen mir, so eng wäre es für Bundeskanzlerin Merkel noch nie gewesen. Ein Rücktritt Merkels wäre freilich sehr wohl marktrelevant. Auch wenn sie in den letzten Jahren immer wieder in Peripherieländern für ihre Krisenpolitik kritisiert, oft gehasst wurde, war sie doch eine ganz entscheidende Architektin der Krisenbekämpfungs-Politik. Bei einem Rücktritt der Kanzlerin könnte die Angst vor europa-skeptischen Kräften in Deutschland sehr schnell zum Marktthema werden. Doch ist nachvollziehbar, warum der Devisenmarkt die Berliner Krise ignoriert. Denn (1.) ist – auch darin sind sich politische Beobachter einig – solch ein Extremszenario unwahrscheinlich. Und (2.) gilt sowieso, dass alles, was die Krisenstimmung im Euroraum beeinflusst, nur relativ gedämpft auf die EUR-Wechselkurse wirkt. Selbst in schlimmsten Zeiten der Euroraum-Krise handelte EUR-USD – darin waren sich Analysten einig – dadurch höchstens um ein paar Cent niedriger als ohne Euroraum-Krise.

USD: Die US-Zölle auf Importe aus China und die Vergeltungs-Zölle Chinas sind relevant für die Konjunktur im Reich der Mitte (siehe unten), aber sie sind auch relevant für den Greenback. Netto dürften sie in den USA inflationär wirken. Viele Importgüter werden teurer und können nicht (zumindest nicht rasch) durch zusätzliche heimische Produktion ersetzt werden. Dazu laufen US-Konjunktur und der US-Arbeitsmarkt derzeit schon viel zu heiß. Ja, man mag argumentieren, dass dem beschriebenen Effekt eine geringere Nachfrage nach US-Gütern aus China gegenübersteht, was die Preise dieser Exportgüter in den USA drücken sollte. Doch dürfte diese Preisdämpfung in einer hoch ausgelasteten Ökonomie relativ gering sein. Exportgüter, die auch im Inland nachgefragt werden, dürften von der heimischen Nachfrage gierig aufgesogen werden, während spezialisierte Exportgüter für die US-Preise eh irrelevant sind. Netto sollte somit der positive inflationäre Effekt überwiegen.
Lange hatte der Devisenmarkt den Handelsstreit als USD-negativ bewertet. Doch die naive Schlussfolgerung, dass eine prozess- und ordnungspolitisch ungünstige Politikmaßnahme auch ungünstig für die betroffene Währung sein müsse, ist falsch. Fed-Chair Jerome Powell hat erst letzte Woche wieder klargemacht, dass die US-Notenbank ihr Inflationsziel nicht zu ändern gedenkt. Zusätzlicher inflationärer Schub hieße folglich, dass die Fed ihren Leitzins noch weiter als geplant über das langfristig normale Maß hinaus anheben müsste. Und daher ist die protektionistische Handelspolitik im Gesamtergebnis USD-positiv. Der Markt hat – so meine Interpretation der Wechselkursbewegungen der letzten Woche (siehe oben) – spät aber umso heftiger einen Sinneswandel in seiner Fed-Interpretation durchlaufen. Und damit wäre es auch nur folgerichtig, diesen Sinneswandel bezüglich der Wirkung der US-Handelspolitik zu vollziehen. Ansätze davon sind erkennbar. Der Dollar konnte zulegen, während aus Washington neue schrille protektionistische Töne zu vernehmen sind.

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