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15.06.18, 11:37

Wieviel ist „graduell“?

Energie: Der feste US-Dollar setzte die Ölpreise gestern unter Druck. Brent notiert am Morgen unterhalb von 76 USD je Barrel. Die Energieminister Russlands und Saudi-Arabiens trafen sich gestern im Vorfeld des WM-Eröffnungsspiels (Russland gewann dieses überraschend deutlich mit 5:0), um sich für die in einer Woche stattfindende erweiterte OPEC-Sitzung abzusprechen. Einigkeit besteht darin, die Produktion „graduell“ zu erhöhen. Der saudi-arabische Energieminister al-Falih bezeichnete dies als „unvermeidlich“. Weiterhin offen ist, was unter graduell zu verstehen ist. Saudi-Arabien erwägt angeblich eine Erhöhung um 500 Tsd. bis 1 Mio. Barrel pro Tag, Russland möchte die Produktion sogar um 1,5 Mio. Barrel pro Tag anheben. Erschwerend kommt hinzu, dass mehrere OPEC-Länder, darunter der Iran und Venezuela, eine Produktionsanhebung ablehnen, die die erzwungenen Ausfälle in ihren Ländern ausgleichen soll. Die heimliche Anfrage der USA bei der OPEC, die Produktion um 1 Mio. Barrel pro Tag zu erhöhen und der jüngste Trump-Tweet dürften sich als zusätzlicher Hemmschuh erweisen. All dies macht eine geringere Anhebung der Ölproduktion wahrscheinlicher. Auch in Libyen scheint es wieder Probleme zu geben. Gestern haben bewaffnete Milizen zwei große Ölhäfen im Osten des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Der Hafenbetrieb wurde daraufhin eingestellt. Die daraus resultierenden Lieferausfälle belaufen sich derzeit auf 240 Tsd. Barrel pro Tag. Laut dem Chef der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC könnten sie auf 400 Tsd. Barrel pro Tag steigen, wenn die Unterbrechungen anhalten. Dies dürfte einem weiteren Rückgang der Ölpreise entgegenstehen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Und Gold bewegt sich doch – zumindest zeitweise. Das gelbe Edelmetall verteuerte sich nach der EZB-Sitzung auf 1.310 USD je Feinunze und überwand dabei auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie. Denn die EZB hatte das Ende ihrer Anleihekäufe zum Jahresende angekündigt. Diese Entscheidung war allerdings erzwungen und hätte ohnehin bald gefällt werden müssen, da die EZB ansonsten bald mehr als ein Drittel der Staatsanleihen der Euro-Länder halten würde, was zu rechtlichen Problemen führt. Anschließend fiel Gold aber schnell wieder zurück, da der US-Dollar deutlich aufwertete bzw. der Euro abwertete. EZB-Präsident Mario Draghi tat in der Pressekonferenz alles dafür, um zu verhindern, dass die Märkte schon jetzt steigende Zinsen einpreisen. Denn die EZB möchte die Leitzinsen „mindestens bis zum Sommer 2019“ unverändert beibehalten. Auch möchte sie abwarten, bis sich ein nachhaltiger Anstieg der Inflation Richtung 2% abzeichnet. Von einer Normalisierung der Geldpolitik ist die EZB also noch weit entfernt. So stark wie der Euro daraufhin nachgab, so schnell legte Gold in Euro gerechnet zu. Am Handelsende stand ein Plus von 2,2% zu Buche und Gold in Euro notiert heute Morgen bei 1.125 EUR je Feinunze. Silber wurde von Gold erst mit nach oben gezogen und hat dann im Gegensatz zu Gold einen Großteil seiner Gewinne verteidigt. Das Gold/Silber-Verhältnis ist daher unter 76 gefallen. So niedrig war es zuletzt vor 6½ Monaten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Der deutlich abwertende Euro bzw. aufwertende US-Dollar hat gestern dazu geführt, dass die Metallpreise allesamt nachgaben. Heute Morgen geht es für die Preise weiter nach unten. Hierbei spielt auch die sich eintrübende Stimmung der Marktteilnehmer eine Rolle, nachdem US-Präsident Donald Trump letzte Nacht Strafzölle auf chinesische Produkte im Wert von 50 Mrd. USD bewilligt hat. China hatte vor einiger Zeit angekündigt, in diesem Fall Vergeltungszölle auf US-Produkte im gleichen Umfang einzuführen. Trump riskiert damit, einen Handelskrieg mit China vom Zaun zu brechen, nachdem er sich schon mit seinen beiden Nachbarländern Kanada und Mexiko sowie mit der EU überworfen hat.
Neben Stahl (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern) hat China im Mai gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros mit 2,79 Mio. Tonnen auch weiter große Mengen Aluminium produziert. Auf Tagesbasis war die Produktion im Vergleich zum Vormonat allerdings leicht rückläufig. Dennoch hat China fast eine rekordhohe Menge Aluminium exportiert (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 8. Juni). Ein Teil davon dürfte nach Europa gelangt sein. Dies hat wohl mit dazu beigetragen, dass die physischen Aluminiumprämien in Europa zuletzt deutlich gesunken sind. Die Futures-Kontrakte für die europäischen Prämien notieren bei knapp 110 USD (unverzollt) bzw. gut 190 USD je Tonne (verzollt). Im Mai mussten zeitweise Aufschläge von fast 160 USD bzw. 240 USD je Tonne gezahlt werden. Die Prämien für den US-Markt bleiben dagegen unverändert hoch bei 22 US-Cent je Pfund bzw. 485 USD je Tonne.

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