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15.06.18, 10:01

Geteiltes Leid ist halbes Leid

EUR: Der Euro hat seit der EZB-Entscheidung mittlerweile mehr als 2% gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Das nenne ich einen ordentlichen Rutsch! Gerechtfertigt war dieser allemal. Denn der Markt hatte bislang einem Trugschluss unterlegen: Das Ende des Anleihekaufprogramms bedeute den Beginn eines geldpolitischen Normalisierungsprozesses. Doch dem hat der EZB-Rat gestern überaus wirksam ein Ende bereitet, indem er klargestellt hat, dass die Anleihekäufe Ende dieses Jahres zwar gestoppt werden, die Leitzinsen jedoch noch mindestens über den Sommer nächsten Jahres auf den aktuellen Niveaus verharren werden. Der Markt hatte bisher mit einem ersten Zinsschritt schon in der ersten Jahreshälfte gerechnet und war entsprechend dazu gezwungen, seine Zinserhöhungserwartungen deutlich nach hinten zu verschieben (Abb. 1 in der pdf-Datei).

Euro-Bullen hat der gestrige Tag zweifellos überaus wehgetan. Wir wurden dagegen in einer wichtigen Annahme für unsere Prognosen bestätigt: Die EZB ist dazu gezwungen, ihr Anleihekaufprogramm zu beenden. Nicht, weil die Falken im Rat schon lange vor unerwünschten Nebenwirkungen der Käufe warnen. Das mag allenfalls ein zusätzliches Argument gewesen sein. Der wichtigste Grund ist vielmehr, dass die EZB bald mehr als ein Drittel der Anleihen halten würde, wenn sie die Käufe fortgesetzt hätte, was ihr rechtlich jedoch untersagt ist. Und eines muss man ihr ja lassen: Sie hat womöglich den perfekten Zeitpunkt abgefangen, um das Ende des Anleihekaufprogramms anzukündigen, ohne dieses Problem offen zugeben zu müssen. Schließlich ist die Euroraum Wirtschaft über das vergangene Jahr insgesamt beeindruckend stark gewachsen. Zudem liegt die Gesamtinflationsrate wieder bei 1,9%. Oberflächlich kann man das durchaus als einen Erfolg verkaufen. Tatsächlich hat sich der unterliegende Inflationsdruck – gemessen an der Kerninflationsrate – jedoch bisher so gut wie gar nicht verstärkt. Das wird sich laut unseren Volkswirten sobald auch nicht ändern, weswegen auch die Gesamtinflationsrate zum Ende des Jahres wohl wieder nach unten korrigieren wird. Hinzu kommt, dass die Konjunktur zuletzt an Fahrt verloren hat. Unserer Ansicht nach fehlt der EZB damit die Grundlage, um ihre Geldpolitik, und damit sind in erster Linie die Zinsen gemeint, in absehbarer Zeit zu normalisieren und damit fehlt natürlich auch ein wichtiger Grund, auf einen stärkeren Euro zu setzen.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CD8FUV Call EUR/USD Hebel: 11,6
CD8FR8 Put EUR/USD Hebel: 11,7

JPY: JPY-Bullen ergeht es heute nicht viel besser als Euro-Bullen. Die Bank of Japan (BoJ) beließ zwar wie erwartet ihre Geldpolitik unverändert. Allerdings wies sie darauf hin, dass sich der Inflationstrend jüngst abgeschwächt hat, womit sie wohl ihre Inflationsprognose demnächst nach unten revidieren muss – zum wievielten Male vermag schon niemand mehr mitzählen. Diejenigen, die im Zuge der sich abzeichnenden globalen geldpolitischen Wende auf erste Normalisierungsschritte der BoJ gehofft hatten, wurden erneut bitter enttäuscht. Der drehende Inflationstrend hat für mich aber noch viel wichtigere Implikationen: Meiner Meinung nach würde er weitere Lockerungsmaßnahmen rechtfertigen. Das Problem der BoJ ist jedoch, dass sie in Bezug auf ihre präferierten Instrumente, ihr Pulver verschossen hat. Sie kann nur auf eines Hoffen: Einen schwächeren JPY, der die Inflation anschiebt. Aber, liebe JPY- und EUR- Bullen, wie sagt man so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid!

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CA9JE0 Call EUR/JPY Hebel: 25,1
CE54U4 Put EUR/JPY Hebel: 18,7

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