Energie: Die Ölpreise legten gestern Nachmittag nach der Veröffentlichung der US-Lagerdaten merklich zu. Brent handelt am Morgen bei 76,5 USD je Barrel und damit 1 USD höher als vor Tagesfrist. Die Lagerbestände von Rohöl und Ölprodukten fielen unerwartet kräftig. Die US-Benzinnachfrage stieg in der letzten Berichtswoche auf ein Rekordniveau. Die Rohölproduktion erreichte rekordhohe 10,9 Mio. Barrel pro Tag, was den Preisanstieg von WTI etwas abbremste.
Die IEA revidierte ihre Schätzung für den Bedarf an OPEC-Öl im laufenden Jahr um 300 Tsd. auf 31,9 Mio. Barrel pro Tag nach unten (aktuelle OPEC-Produktion 31,7 Mio. Barrel pro Tag). Der Ölmarkt ist demnach weniger knapp als bislang angenommen und deutlich weniger angespannt als von der OPEC unterstellt (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Allerdings warnt die IEA vor einem (weiteren) Rückgang der Ölproduktion in Venezuela und im Iran, der das Marktdefizit vergrößern würde. Gestern hat sich US-Präsident Trump via Twitter zu Wort gemeldet und erneut die OPEC für die hohen Ölpreise verantwortlich gemacht. Im Gegensatz zu Ende April blieb die Marktreaktion diesmal aber aus. Denn durch diesen Tweet wird eine Einigung auf eine Produktionsanhebung nicht einfacher, will die OPEC nicht den Eindruck erwecken, auf US-Druck zu handeln. Saudi-Arabien will angeblich bei der OPEC-Sitzung in gut einer Woche mit mehreren Vorschlägen aufwarten, die auf eine einmalige oder stufenweise Anhebung zwischen 500 Tsd. und 1 Mio. Barrel pro Tag hinauslaufen. Der Iran hat bereits Widerstand signalisiert und die USA für den Preisanstieg verantwortlich gemacht. Auch Venezuela und der Irak sollen OPEC-nahen Quellen zufolge einer Produktionsanhebung ablehnend gegenüberstehen.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Die US-Notenbank Fed hat gestern Abend wie erwartet die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben. Wichtiger war, dass sie signalisierte, die Zinsen in diesem Jahr noch zweimal anheben zu wollen, ein Schritt mehr als bislang beabsichtigt. Die Fed schätzt die Aussichten für die US-Wirtschaft optimistischer ein und hat zugleich geringere Inflationssorgen. Für das nächste Jahr stehen weiterhin drei Zinsschritte zur Debatte, wobei die Unsicherheit diesbezüglich gestiegen ist. Dazu trägt auch bei, dass es ab Januar nach jeder Fed-Sitzung eine Pressekonferenz geben soll. Den Goldpreis hat die Fed-Sitzung weitgehend kalt gelassen. Er reagierte auch kaum auf die (ungerechtfertigte) Abwertung des US-Dollar im Nachgang der Sitzung. Ob Gold aus seiner Lethargie gerissen wird, hängt nun von der EZB ab. Wir erwarten, dass EZB-Präsident Mario Draghi auf der Sitzung heute das Ende der Anleihekäufe zum Jahresende verkünden wird. Sollte er dies nicht tun, dürfte es größere Ausschläge im EUR-USD-Wechselkurs geben, die dann an Gold nicht spurlos vorbeigehen sollten. Silber wurde gestern von den Industriemetallen mit nach oben gezogen und legt auch heute Morgen weiter zu. Erstmals seit knapp acht Wochen notiert Silber wieder über 17 USD je Feinunze. Im April dauerte der Ausflug über diese Marke allerdings nur drei Tage. Ob die seit Monatsbeginn andauernde Aufwärtsbewegung diesmal länger trägt, bleibt abzuwarten.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Gestern Nachmittag wurden die Metallpreise mit Ausnahme von Aluminium deutlich nach oben gezogen. Vor allem Nickel legte stark zu – es stieg zeitweise um über 3% auf gut 15.700 USD je Tonne. Mit Beginn des Abendhandels an der SHFE in Shanghai kam plötzlich enormes Kaufinteresse auf – laut Bloomberg war das Handelsvolumen viermal so hoch wie sonst üblich zu dieser Zeit –, was auf die LME in London überschwappte. Heute Morgen geben Nickel und die anderen Metallpreise etwas nach, wofür schwache chinesische Konjunkturdaten und fallende asiatische Aktienmärkte verantwortlich sind. Daten des Nationalen Statistikbüros (NBS) zufolge legte die Industrieproduktion im Mai um 6,8% zu. Die Anlageinvestitionen haben sogar deutlich an Dynamik verloren. Sie wurden nur noch um 6,1% ausgeweitet, so wenig wie nie zuvor. Die noch guten Einkaufsmanagerindizes zu Monatsbeginn haben sich damit nicht in den harten Daten widergespiegelt. Wie das NBS auch mitteilte, hat China im Mai eine rekordhohe Menge Stahl produziert. Die Produktion lag demnach mit 81,1 Mio. Tonnen fast 9% über Vorjahr. Hohe Margen und eine saisonal gute Nachfrage haben zur Produktionsausweitung beigetragen. In den ersten fünf Monaten des Jahres lag die chinesische Stahlproduktion 5,4% über Vorjahr. Sie ist damit klar auf Rekordkurs. Die Ende letzter Woche veröffentlichen Stahlexportdaten Chinas hatten auf eine höhere Stahlproduktion schließen lassen. Die gestiegenen Ausfuhren zeigen aber auch, dass China zu viel Stahl produziert.
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