EUR: Praet verleiht Flügel. Zumindest dem Euro. Sollte der EZB-Rat der Einschätzung des Chefökonoms der EZB folgen, dass sich die Kriterien für eine nachhaltige Anpassung in der Inflationsentwicklung verbessert haben, steigen die Chancen erheblich, dass sich die EZB auf der Sitzung nächste Woche schon dezidiert zum Ende der Anleihekäufe äußert. Die Aussicht auf den Exit aus der expansiven Geldpolitik befeuert die Gemeinschaftswährung. Wenn das mal nicht ins Auge geht. Denn EZB-Chef Mario Draghi dürfte gleichzeitig versuchen, die Zinserwartungen weit nach hinten zu schieben. Schließlich bleibt die Kerninflation in den kommenden Monaten voraussichtlich noch sehr niedrig, hatten sich die Wirtschaftsindikatoren eingetrübt und kochten Sorgen um die Stabilität der Eurozone plötzlich schnell wieder hoch. Ja, die Ankündigung vom Ende des QE wäre Euro-unterstützend. Aber trotzdem sollte sich der Markt nicht hinwegreißen lassen.
GBP: Für mich ist Theresa May die Drama Queen des Jahres. Wieder einmal waren Krisengespräche notwendig, ansonsten hätte Brexit-Minister David Davis über die Irlandfrage das Handtuch geschmissen. Für den Fall, dass keine Einigung über die irische Grenze mit der EU getroffen wird, schlägt die britische Regierung jetzt der EU eine bis 2021 befristete Übergangslösung vor, in der Großbritannien nicht pro forma, aber de facto in der Zollunion verbliebe. Bis Ende der Übergangslösung solle ein endgültiger Plan verhandelt werden. Mit der angeblichen zeitlichen Begrenzung möchte May Davies und die anderen Hard-Brexit-Befürworter befrieden. Ob die EU dem Vorschlag zustimmen wird, ist freilich fraglich. EU Chefunterhändler Michael Barnier reagiert wie gewohnt pragmatisch und meint, die Analyse des Vorschlags würde sich auf drei Fragen konzentrieren: 1. Wird eine harte Grenze in Irland vermieden? 2. Respektiert der Vorschlag die Integrität des Binnenmarkts und der Zollunion? 3. Ist er wirklich wetterfest, sprich überlebensfähig, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird? Heute gibt er eine Pressekonferenz.
Das Pfund reagierte gestern auf Regierungskrise und die Veröffentlichung des Vorschlags mit heftigen Schwankungen. Wieviel das Papier wert ist, bleibt noch offen. Mir drängt sich der Eindruck auf, es ist wieder einmal ein kläglicher Versuch, es allen Seiten – Brexit-Befürwortern, Brexit-Unwilligen und der EU – Recht zu machen. Ein Versuch, der große Chancen hat, wieder einmal mit Pauken und Trompeten unterzugehen. Und mit ihm möglicherweise irgendwann auch die Drama Queen und ihre Regierung. Conclusio: für mich bleibt eine Risikoprämie auf das Pfund nach wie vor gerechtfertigt. Denn solange keine wirklich validen Vorschläge seitens der sich selbst zerfleischenden britischen Regierung kommen, ist eine Einigung mit der EU nicht sicher. Dabei tickt die Uhr, denn der 29. März 2019 kommt schneller, als man denkt.
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