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08.06.18, 15:57

Chinas Rohstoffhunger bleibt hoch

Energie: Die Ölpreise legten gestern den dritten Tag in Folge im späten Handel deutlich zu. Da es im Unterschied zu den beiden Vortagen zuvor keinen Preisrückgang gab, stand zu Handelsschluss bei Brent ein Plus von 2,6% bzw. knapp 2 USD auf 77,3 USD je Barrel zu Buche. WTI legte weniger stark zu, so dass sich die Preisdifferenz zwischen den beiden Ölsorten auf mehr als 11 USD je Barrel ausweitete. Größer war sie zuletzt im März 2015. Im Gegensatz zu den beiden Vortagen gab es gestern keine preisbelastenden Nachrichten. Die sich verschärfenden Probleme in Venezuela (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern) sorgten dagegen für weiteren Preisauftrieb. Hinzu kamen Äußerungen der Energieminister des Irak und Algeriens, die die Erwartungen an eine Produktionsanhebung bei der OPEC-Sitzung in zwei Wochen dämpften. Beide Länder sind jedoch kaum als repräsentativ für die OPEC-Meinung zu bezeichnen, zumal Algerien selbst mit einer fallenden Produktion zu kämpfen hat und der Irak als einziger großer OPEC-Produzent die vorgesehene Fördermenge regelmäßig überzieht. Wichtiger ist vielmehr, was Saudi-Arabien und die verbündeten Golfmonarchien denken. Um die größer werdende Angebotslücke zu schließen, müsste die Anhebung u.E. deutlich höher ausfallen als die bislang von Saudi-Arabien favorisierten 300 Tsd. Barrel pro Tag.
China hat im Mai laut Zollbehörde 9,2 Mio. Barrel Rohöl pro Tag importiert. Das war zwar weniger als im April, der einen Rekord darstellte, lag aber 5% über dem Vorjahr. Die Einfuhren seit Jahresbeginn liegen 8% über dem entsprechenden Vorjahresniveau.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Silber hat sich auch gestern besser als Gold entwickelt und somit weiter etwas Boden gegenüber Gold gut gemacht. Der zwischenzeitlich starke Preisanstieg von Silber auf fast 17 USD je Feinunze, der durch die lange Zeit steigenden Industriemetallpreise und dem Risikoappetit der Marktteilnehmer getragen wurde, hatte jedoch nicht bis zum Handelsende Bestand. Entsprechend war auch der Ausbruchsversuch des Silberpreises aus seiner mehrmonatigen Handelsspanne nicht von Erfolg gekrönt. Die Stimmung der Anleger gegenüber Silber hat sich zuletzt aber verbessert. So sind den von Bloomberg erfassten Silber-ETFs in dieser Woche bislang 175 Tonnen zugeflossen, während die Gold-ETFs Abflüsse verzeichneten. Und die CFTC-Statistik heute Abend dürfte zeigen, dass die spekulativen Finanzinvestoren wieder stärker auf steigende Silberpreise gesetzt haben. Laut der Einschätzung des Research-Unternehmens Metals Focus gibt es auch einen Grund für den höheren Optimismus. Es erwartet für dieses Jahr mit 37,2 Mio. Unzen einen geringeren Angebotsüberschuss am globalen Silbermarkt als im letzten Jahr (45 Mio. Unzen). Dies führt Metals Focus auf eine rekordhohe Silbernachfrage aus der Industrie zurück. Gold tritt dagegen weiter auf der Stelle. Vor der Fed-Sitzung nächste Woche sollte Gold unseres Erachtens auch nicht nachhaltig zulegen können. Preisunterstützende Faktoren sind derzeit Mangelware. So hat zum Beispiel die chinesische Zentralbank auch im Mai und damit seit November 2016 kein Gold mehr gekauft.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Nachdem Kupfer gestern ein 4½-Jahreshoch von 7.350 USD je Tonne erreicht hatte, setzten im späten Handel Gewinnmitnahmen ein. Heute Morgen tragen schwache asiatische Aktienmärkte dazu bei, dass der Kupferpreis auf gut 7.200 USD fällt. Die Schwäche beschränkt sich allerdings nicht nur auf Kupfer, sondern es stehen alle Metalle im frühen Handel unter Druck. Sie ignorieren dabei die guten chinesischen Importdaten. Wie die chinesische Zollbehörde heute Morgen berichtete, hat China im Mai 475 Tsd. Tonnen Kupfer importiert. Dies waren 22% mehr als im Vorjahr und die höchste Menge seit 1½ Jahren. Die Einfuhren von Kupfererz und -konzentrat lagen sogar 37% über Vorjahr (1,58 Mio. Tonnen). Daneben hat China auch viel Eisenerz importiert. Die gemeldeten 94,1 Mio. Tonnen waren fast 3% mehr als im Vorjahr. Neben den hohen Importen hat auch die Exportaktivität weiter deutlich zugelegt. Im Mai wurden Daten der Zollbehörde zufolge Aluminium und Aluminiumprodukte im Umfang von 485 Tsd. Tonnen ausgeführt. Dies war die zweithöchste Exportmenge überhaupt in einem Monat. China hat damit offenbar die US-Sanktionen gegen den russischen Aluminium¬produzenten Rusal ausgenutzt, die zu einem starken Preisanstieg von Aluminium außerhalb Chinas führten. Die Ausfuhren von Stahl und Stahlprodukten stiegen auf ein 10-Monatshoch von 6,88 Mio. Tonnen. Hierzu trug die rekordhohe Stahlproduktion im Land bei. China hat sich zudem offenbar nicht von den US-Importzöllen auf Stahl und Aluminium beeindrucken lassen.

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