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06.06.18, 11:17

Der kleine aber feine Unterschied

EUR: Immer wieder werden wir gefragt, warum der Euro angesichts der Lage in Italien nicht stärker unter Druck gerät. Schließlich schoss die Rendite italienischer Staatsanleihen gestern nach Premierminister Giuseppe Contes Antrittsrede wieder nach oben (Abb.1 in der pdf-Datei). Nun, Neuwahlen, die vom Markt als implizites Referendum über die Euro-Zugehörigkeit Italiens gewertet würden, sind vom Tisch. Damit sind die Probleme in Italien nur noch Italiens Problem. Für den Euro gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen einer Krise in einem Mitgliedsland, die Euro-Investoren umgehen können, indem sie ihr Portfolio in Anleihen eines anderen Euro-Landes umschichten, und einer systemischen Krise der Gemeinschaftswährung.

Die EZB als Hüterin der systemischen Stabilität setzt auf business as usual. Das ist zumindest das klare Signal der gestrigen Berichte, nach denen die EZB bereits auf ihrer Juni-Sitzung kommende Woche grundlegende Diskussionen über ein mögliches Ende der Anleihekäufe führen wird. In meinen Augen ist es gerechtfertigt, dass der Euro davon leicht profitieren konnte. Schließlich würde ein entsprechender Schritt zeigen, dass die Italien-Tumulte für die EZB kein Grund sind, die Normalisierung ihrer Geldpolitik hinauszuzögern. Ich halte es aber ebenso für gerechtfertigt, dass der Euro nicht noch stärker zulegen konnte. Denn das Problem für die EZB mag nicht (mehr) Italien sein, sondern wieder die konjunkturelle Gesamtsituation. Aber genau die dürfte verhindern, dass auf ein Ende des QE-Programms baldige Zinserhöhungen folgen. Nur diese würden eine deutlichere EUR-Aufwertung rechtfertigen

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