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01.06.18, 10:02

Wo gibt’s guten Bourbon?

USD, EUR: Jetzt sind sie da, die vom US-Präsidenten lange angedrohten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU. Ich sage bewusst „Strafzölle“. Die formaljuristi-sche Begründung der US-Administration („nationale Sicherheit“) ist eine billige Ausrede. An der handelspolitischen Intention lassen unzählige präsidiale Tweets keinen Zweifel. Am Devisenmarkt ist dieser Schritt lange erwartet worden und hat keinen unmittelbaren Einfluss auf die USD- bzw. EUR-Kurse. An sich – daran sei erinnert, weil das von vielen Beobachtern falsch gesehen wird – wären einseitige US-Zölle USD-positiv. Sie machen Stahl, den die USA importieren, vor Verzollung billiger (weil der Zoll die Weltmarktpreise für Stahl reduziert) und verändern so das Preisverhältnis von US-Exporten zu US-Importen (die „Terms of Trade“) zugunsten der US-Volkswirtschaft, was eine reale Aufwertung der US-Währung befördern dürfte. Die kann sich auf zwei Arten materialisieren: durch höhere US-Inflation oder durch USD-Aufwertung. Nun ist die US-Inflation bereits sehr nah am Fed-Ziel. Lässt die US-Notenbank nicht ein systematisches Überschießen der US-Inflation zu, bedeutet reale Aufwertung also vor allem, dass der US-Dollar am Devisenmarkt von den US-Zöllen profitieren dürfte.

Allerdings kann der Effekt auf EUR-USD durch EU-Gegenmaßnahmen (die angedrohten Zölle auf Bourbon, Jeans etc.) kompensiert werden. Werden die kommen? Der deutsche Wirtschaftsminister jedenfalls hörte sich gestern butterweich an, als er darauf angesprochen wurde. Ob das der übliche deutsche Genscherismus ist, eine Gefälligkeit gegenüber den Unternehmen, die von US-Gegen-Gegenmaßnahmen bedroht sind, oder ob die deutsche Regierung glaubt, damit Trump versöhnlich stimmen zu können, weiß ich nicht. Ich weiß nur: In der Logik von GATT und WTO (also in der Welt-Handelsordnung seit Ende der 1940er Jahre) wäre es folgerichtig, wenn die EU mit reziproken Gegenmaßnahmen die Terms of Trade wieder auf den status quo ante zurückdreht. Nicht, um bestimmten heimischen Sektoren zu helfen (guten Bourbon gibt’s eh nur aus Kentucky oder Tennessee) oder weil die EU-Zölle exorbitant niedrig wären (sind sie nicht), sondern um zu verhindern, dass Länder (und nicht nur die USA) sich ermuntert fühlen, sich im internationalen Handel mittels höherer Zölle einen Vorteil zu verschaffen. Das heißt freilich noch nicht, dass Europa sich auf Gegenmaßnahmen verständigt. Tut es das nicht, dürfte die US-Regierung sich aber eher ermuntert fühlen, weitere Importzölle einzuführen. Wenn man Stahl und Aluminium noch als irrelevant für EUR-USD betrachtet, könnten weitere Zölle das bald ändern – und zumindest dann wäre ein USD-positiver Effekt am Devisenmarkt gerechtfertigt.

EUR: Die eine Krise (Italien) ist nicht gelöst, aber doch zumindest so weit abgekühlt, dass die Rentenmärkte sich wieder beruhigen. Wer sich daran stört, dass Paolo Savona, der europafeindliche Stein des Anstoßes beim letzten Versuch Giuseppe Contes, eine Regie-rung zu bilden, nun gerade Europa-Minister wird (statt Finanzminister), ist offensichtlich momentan ein unverbesserlicher Nörgler. Nun gut, wir werden sehen, ob die neue Regie-rung nicht doch noch irgendwann Euro-Austritts-Phantasien entwickelt. Ich kann aus der neuen Regierungsbildung jedenfalls nicht viel EUR-positives herauslesen. Aber ich höre auch oft, ich sei ein Nörgler…
Droht nun aber die nächste EUR-belastende Krise? Das Misstrauensvotum gegen Spaniens Premierminister Mariano Rajoy, das heute ansteht, dürfte nun doch erfolgreich verlaufen. Sollte Spanien heute einen neuen Premierminister bekommen, wird sich aber fiskalisch nicht allzu viel ändern. Pedro Sánchez, der sozialistische Herausforderer Rajoys, hat angekündigt, zumindest den laufenden Haushalt unverändert zu lassen. Klar, noch ist der Devisenmarkt nervös. Die EUR-Schwäche, die gerade in Italien ausgelöst wurde, ist noch nicht vergessen. Aber so schlimm dürfte es diesmal wegen Spanien kaum kommen.

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