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01.06.18, 11:46

Marktreaktion auf Trumps zusätzliche Strafzölle – so reagiert Gold, Silber und Öl

Energie: Der Brentölpreis stieg gestern in der Spitze auf knapp 79 USD je Barrrel, handelt inzwischen aber gut einen USD niedriger. Verglichen mit den Anfang der Woche verzeichneten Tiefs von weniger als 75 USD je Barrel steht weiterhin ein deutliches Plus zu Buche. Der Preisanstieg seit Mittwoch könnte mit Kommentaren aus Saudi-Arabien zusammenhängen, die Ölproduktion nur graduell ausweiten und an dem Kürzungsabkommen bis Ende des Jahres festhalten zu wollen. Zuvor waren am Markt eine Anhebung um 1 Mio. Barrel pro Tag oder sogar eine Rückkehr zu den Produktionsmengen von vor den Kürzungen kolportiert worden. WTI stieg im Schlepptau von Brent zwischenzeitlich zwar ebenfalls, hat die Gewinne aber größtenteils wieder abgegeben. Der Preisabschlag von WTI gegenüber Brent hat sich im Zuge dessen auf 11 USD je Barrel ausgeweitet. Höher war er zuletzt im März 2015. Innerhalb von vier Wochen hat sich die Preisdifferenz damit verdoppelt. Das Hinterherhinken von WTI dürfte mit der kräftig sprudelnden US-Ölproduktion zu tun haben. Diese stieg im März laut EIA um 215 Tsd. gegenüber dem Vormonat auf ein Rekordniveau von 10,47 Mio. Barrel pro Tag. Laut Wochendaten hat sich der Produktionsanstieg seither fortgesetzt. Letzte Woche erreichte die Ölproduktion bereits ein Niveau von 10,77 Mio. Barrel pro Tag. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Schieferölproduktion im Permian Basin in Texas. Aufgrund von Pipelineengpässen kann diese nur eingeschränkt an die US-Golfküste abtransportiert werden, was zu einem lokalen Überangebot führt. WTI Midland kostet deshalb sogar 22 USD weniger als Brent.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage – US-Präsident Trump verhängt Strafzölle gegen die EU, Kanada und Mexiko, in Italien kommt es nun doch zu einer Regierung aus Populisten und EU-Kritikern und in Spanien droht der Sturz der Regierung – passiert beim Goldpreis nicht wirklich viel. Gold in US-Dollar handelt weiterhin in einer engen Spanne um 1.300 USD je Feinunze, Gold in Euro fällt sogar auf 1.110 EUR je Feinunze. Die für den Goldpreis zuletzt so wichtige Renditedifferenz zwischen 10-jährigen italienischen und deutschen Staatsanleihen hat sich auf 225 Basispunkte verringert. Zu Wochenbeginn lag sie zeitweise bei mehr als 300 Basispunkte. Offensichtlich ist dem Markt eine Regierung lieber als Neuwahlen, aus denen die Populisten vermutlich noch stärker hervorgehen würden. Sollte die neue Regierung aus 5-Sterne-Bewegung und Lega die EU-Haushaltsregeln aufkündigen und damit auf Konfrontationskurs zur EU gehen, dürften die Spreads schnell wieder rauslaufen und der Goldpreis in Euro entsprechend steigen. In den USA haben die Konjunkturdaten zuletzt überzeugt, so auch gestern die Daten zu den privaten Konsumausgaben, den Erstanträgen auf Arbeitslsoenunterstützung und zur Unternehmenssstimmung in der Region Chicago. Ähnliches ist wohl heute von den Arbeitsmarktdaten und dem ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe zu erwarten. Entsprechend steht die Tür für weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed weit offen. Der nächste Zinsschritt sollte bereits bei der FOMC-Sitzung in knapp zwei Wochen erfolgen. Dies dürfte den Goldpreis in US-Dollar vorerst in Schach halten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Letzte Nacht sind die Ausnahmen der US-Importzölle auf Stahl und Aluminium für die EU, Kanada und Mexiko ausgelaufen. Damit unterliegen die Regionen ab sofort Importsteuern von 25% auf Stahl und von 10% auf Aluminium. Vor allem die Inkraftsetzung der Zölle gegen die Nachbarländer ist wegen der laufenden Neuverhandlung über das Nafta-Abkommen erstaunlich, zumal Kanada auch der größte Lieferant für US-Stahl ist. Kanada hat bereits reagiert und will ab dem 1. Juli seinerseits US-Produkte mit Zöllen belegen: Für bestimmte Stahlimporte aus den USA ist beispielsweise ein Zollsatz von 25% bzw. auf US-Produkte wie Orangensaft ein Strafzoll von 10% geplant. Im Wert soll es Waren von umgerechnet rund 12,8 Mrd. US-Dollar treffen. Auch die EU kündigt als „Vergeltung“ Gegenmaßnahmen an und will ab dem 20. Juni bestimmte US-Produkte wie Bourbon-Whiskey mit Zöllen belegen. Sollten die USA daraufhin wie angedroht Strafzölle auf Autoimporte aus der EU verhängen, würde dies den Handelskonflikt auf eine neue Eskalationsstufe heben.
Die Industriemetallpreise reagieren auf die Verschärfung des Handelsstreits recht gelassen. Für Beruhigung sorgt zweifellos auch Chinas offizieller Einkaufsmanageridex für die Industrie, der im Mai unerwartet auf ein 8-Monatshoch von 51,9 stieg und damit anhaltende Expansion signalisiert. Eigenauftrieb hat derzeit vor allem Nickel, das mit 15.270 USD je Tonne knapp unter seinem Drei-Jahreshoch von Mitte April notiert. Preistreiber sind die fallenden LME-Vorräte.

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