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31.05.18, 09:03

Kurze Verschnaufpause?

EUR: Nach der gescheiterten Regierungsbildung in Italien und den darauf folgenden Turbulenzen an den Märkten, kehrte gestern zum ersten Mal wieder etwas Ruhe ein. Als Lega-Parteichef Matteo Salvini zudem signalisierte, dass eine Koalitionsregierung eventuell doch noch möglich wäre, womit Neuwahlen vermieden werden könnten, legte der Euro sogar zu. An der Reaktion zeigt sich, dass es in erster Linie die Aussicht auf einen erneuten Wahlgang ist, wovor sich die Marktteilnehmer fürchten. Schließlich würde laut jüngsten Umfragen insbesondere die rechtspopulistische Lega-Partei sogar ein noch stärkeres Ergebnis einfahren, was sie in ihrem Konfrontationskurs zur EU bestätigen würde. Doch es scheint, dass nach den heftigen Verwerfungen insbesondere an den italienischen Staatsanleihemärkten, die Führung der beiden populistischen Parteien Lega und 5-Sterne doch noch kalte Füße bekommt. Das kann man durchaus als positives Zeichen interpretieren. Das heißt jedoch freilich noch lange nicht, dass sie von ihren fiskalischen Plänen abrücken.

Insofern dürften die Märkte zunächst weiterhin im Bann der politischen Krise in Italien bleiben. Nicht nur Euro-Investoren sollten daher in erhöhter Alarmbereitschaft bleiben, auch Franken-Investoren dürfen sich auf eine spannende Zeit einstellen. Denn an den Devisenmärkten ist es vor allem die schweizerische Währung, die die Turbulenzen im Euroraum zu spüren bekommt. So wurde die Abwärtsbewegung des EUR-CHF-Kurses seit Mitte-Mai vor allem von einem stärkeren Franken getrieben, und weniger von einer Abwertung des Euro. Tatsächlich wertete die Gemeinschaftswährung erst zu Beginn dieser Woche deutlicher ab. Ein wichtiger Grund, weswegen der Euro wohl nicht schon früher unter Druck geriet, ist die Tatsache, dass deutsche Bundesanleihen nach wie vor als sicherer Hafen angesehen werden. Somit steht Investoren auch in unsicheren Zeiten eine attraktive in Euro-denominierte Anlagemöglichkeit zur Verfügung.

Doch auch das kann den Euro im Falle einer Zuspitzung im Euroraum nicht zwingend retten, wie wir bereits zur Staatsschuldenkrise im Jahr 2010/11/12 erfahren mussten. Zu dem Zeitpunkt kochte die Krise derart hoch, dass auch das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit des deutschen Staates erodierte. Ich erinnere mich noch daran, dass der Deutschland-CDS-Spread daher für uns damals ein wichtiger Krisenindikator war (siehe Abb. 2). An diesem Punkt sind wir aktuell freilich nicht. Doch für Euro-Investoren ist es wichtig, zu wissen, wann es wirklich brenzlig für sie wird. Bei einer Eskalation der Krise in Italien, die Ansteckungseffekte auf andere anfällige Eurozonen-Länder haben könnte, würde ich daher meinen Blick vor allem auf den deutschen CDS-Spreads haben.

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CV33R3 Call EUR/USD Hebel: 14,2
CV33RH Put EUR/USD Hebel: 9,5

CHF: Franken-Investoren haben dagegen durchaus schon jetzt Grund, langsam nervös zu werden. Schließlich hat sich EUR-CHF wieder Niveaus angenähert, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) ungern sehen will. Wir erinnern uns: Im September letzten Jahres hatte die SNB ihre Einschätzung zum Wechselkurs geändert, nachdem EUR-CHF von 1,10 auf über 1,14 im Sommer gestiegen war. Sie bezeichnete den Franken nur noch als „hoch bewertet“ und nicht mehr als „deutlich überbewertet“, womit sie signalisierte, dass sie mit Niveaus um 1,14/1,15 gut leben kann. Sollte sich die Situation im Euroraum weiter zuspitzen, wäre mit weiterer Franken-Stärke zu rechnen und damit mit einem Unterschreiten dieser Niveaus in EUR-CHF. Meine Kollegin wies gestern daher bereits daraufhin, dass dies die SNB wohl wieder auf den Plan rufen würde. Eine erneute Euroraum-Krise wäre zweifellos der ultimative Lackmustest für die Schweizerischen Währungshüter. Denn eigentlich hatten sie mit der Aufgabe des Mindestkurses klar gemacht, dass sie ihre Bilanz nicht weiter signifikant durch Devisenmarktinterventionen ausweiten wollen. Dazu wären sie allerdings im Falle einer ausgewachsenen Krise zweifellos gezwungen. Und dann wäre wieder die alles entscheidende Frage: Was nimmt sie eher in Kauf? Bilanzrisiken oder doch lieber wieder einen Aufwertungsschock?

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