EUR, USD: Der Markt signalisiert deutlich, dass er die Idee einer neuen Krise in der Euro-zone – ausgehend von Italien – überhaupt nicht mag: die Renditen der italienischen Anlei-hen steigen zügig (Abb. 1) und der Euro ist gegenüber dem Dollar unter Druck. Die Furcht vor Neuwahlen und einer zukünftigen Anti-Euro-Politik in Italien ist reell und führt zu einem Vertrauensverlust. Der Geist des „Italien könnte den Euro verlassen“ ist mit Paolo Savona nun mal leider aus der Flasche gelassen worden und konnte auch mit Präsident Sergio Mattarellas Entscheidung, diesen als Finanzminister abzulehnen, nicht wieder zurückgestopft werden. Die politische Bereitschaft der anderen Länder der Eurozone, einem derzeit augenscheinlich kooperationsunwilligen Land aus der finanziellen Patsche zu helfen, dürfte gering sein. Und auch die EZB würde ihre Hilfe (ein OMT-Programm) an Bedingungen knüpfen, wie EZB-Vize Victor Constancio in einem Interview gestern klarstellte. Italiens Politikern sollte bewusst sein, dass der Markt nicht zwangsläufig wartet, bis sie sich intensive und weitgehende Gedanken zu einer möglicherweise notwendigen Problemlösung gemacht haben. Die Geduld des Markts kann deutlich schneller erschöpft sein. Solange die Zweifel vor der zukünftigen Europapolitik Italiens im Markt vorherrschen, wird es der Euro schwer haben, gegenüber dem Dollar wieder zuzulegen. Da helfen dann irgendwann auch keine guten Konjunkturzahlen mehr.
CHF: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte es lange Zeit so gut. Die SNB musste schon sehr lange nicht mehr am Devisenmarkt intervenieren, da EUR-CHF von ganz allein bis auf 1,20 stieg (Abb. 2). Italien macht der SNB jetzt einen Strich durch die Rech-nung. Sorgen des Markts vor einer aufkeimenden Eurozonen-Krise verwandeln den Franken wieder zum attraktiven sicheren Hafen. Die SNB dürfte deshalb wieder in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt sein und die weiteren Entwicklungen genau beobachten. Interventionen dürften aber wohl frühestens wieder ein Thema werden, wenn sich die Lage signifikant verschärft und EUR-CHF in Richtung 1,10 oder sogar darunter kollabiert.
SEK: Das Wachstum ist nicht das Problem der Riksbank. Das werden die BIP-Zahlen für das erste Quartal, die heute veröffentlicht werden, unterstreichen. Beunruhigend ist eher, dass der Inflationstrend zu Jahresanfang nach unten zeigte. So hat die Riksbank auf ihrer letzten Sitzung den Zinspfad wieder nach hinten verschoben. Die April-Zahlen sahen zwar wieder etwas freundlicher aus, aber die Riksbank wird weiterhin vermeiden wollen, dem Markt zu signalisieren, dass sie deutlich schneller als die EZB die Geldpolitik normalisiert. Wäre eine schnelle Aufwertung der Krone die Folge, könnte wieder Abwärtsdruck auf die Inflation entstehen. Kurzfristig wird EUR-SEK Spielball der Entwicklung in der Eurozone (siehe oben) bleiben, erst Mitte Juni werden die nächsten Inflationsdaten veröffentlicht.
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