Der deutsche Aktienmarkt litt am Dienstag wie die anderen Börsen weltweit unter der Sorge, dass in Italien bei den absehbaren Neuwahlen im Herbst die europakritischen Kräfte noch weiteren Zulauf erhalten könnten. Dies wiederum könnte zu einer ernsthaften Destabilisierung der Eurozone führen, da die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone hochverschuldet ist. Der DAX büßte vor diesem Hintergrund 1,53 Prozent auf 12.667 Punkte ein. MDAX und TecDAX verloren 1,29 und 1,84 Prozent. Unter den 110 größten Werten gab es lediglich elf Gewinner (10%) und 99 Verlierer. Das Abwärtsvolumen dominierte klar mit 92 Prozent. Im DAX wechselten 158,7 Millionen Aktien (Vortag: 71,9) im Wert von 5,53 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,97) den Besitzer. Alle Sektoren verzeichneten Verluste. Am schwächsten tendierten Banken (-4,15%), Versicherungen (-3,14%) und Medienwerte (-2,15%). Als stärkste DAX-Aktie rückte Vonovia nach einer positiven Analysteneinschätzung um 0,88 Prozent vor. ThyssenKrupp und Fresenius SE gewannen dahinter nachrichtenlos 0,48 respektive 0,11 Prozent hinzu. Belastet von den Verwerfungen an den Anleihemärkten verloren Deutsche Bank, Commerzbank, Münchener Rück und Allianz zwischen 3,03 und 4,59 Prozent.
Nach dem US-Feiertag vom Montag wurde die Wall Street erst gestern von der Sorge um mögliche globale Auswirkungen der Italien-Krise erfasst. Der Dow schloss 1,58 Prozent tiefer bei 24.361 Punkten. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 endete 0,49 Prozent schwächer bei 6.927 Zählern. 56 Prozent der Werte an der NYSE verzeichneten Verluste. Das Abwärtsvolumen lag bei 72 Prozent. Es gab 51 neue 52-Wochen-Hochs und 87 neue Tiefs. Der Finanzsektor verbuchte aufgrund der Geschehnisse in Italien mit einem Minus von 3,34 Prozent die mit Abstand größten Abschläge. Überdurchschnittliche Verluste wiesen daneben Rohstoffwerte und Industrietitel auf. Lediglich die Sektoren Immobilien und Versorger wiesen marginale Zugewinne auf. Schwächster Dow-Wert war JP Morgan mit minus 4,27 Prozent. Die Aktie der Großbank testet nun die 200-Tage-Linie sowie das untere Ende der mehrmonatigen Stauzone.
Der S&P GSCI Rohstoffindex fiel den dritten Tag in Folge um 1,04 Prozent auf 477,07 Punkte. Brent-Öl konnte sich vom jüngsten Ausverkauf etwas erholen und notierte am Abend 0,19 Prozent fester bei 75,46 USD. Die US-Sorte WTI verbilligte sich hingegen um 1,65 Prozent auf 66,76 USD. Der Preis für US-Erdgas gab um 2,13 Prozent auf 2,90 USD nach. Comex-Kupfer verlor 0,89 Prozent auf 3,05 USD. Gold handelte mit einem Abschlag von 0,17 Prozent bei 1.302 USD. In Euro haussierte das Edelmetall hingegen um über ein Prozent auf ein neues Jahreshoch bei 1.130 EUR. Silber und Palladium fielen um 0,82 respektive 0,75 Prozent. Platin widersetzte sich dem Trend und verteuerte sich um 0,69 Prozent auf 907,50 USD.
Am Rentenmarkt sorgte die politische Krise in Italien für teils extreme Ausschläge, die die Erinnerung an die Euro-Krise 2012 weckten. Während deutsche Bundesanleihen als sicherer Hafen stark gesucht blieben, gerieten die Papiere südeuropäischer Länder kräftig unter Druck. Die Umlaufrendite notierte 18 Basispunkte tiefer bei 0,06 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen endete acht Basispunkte tiefer bei 0,26 Prozent. Am Vormittag war sie zeitweise bis auf ein 13-Monats-Tief bei 0,19 Prozent abgestürzt, bevor eine Erholung einsetzte. Der Euro-Bund-Future schloss 0,83 Prozent höher bei 163,31 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes fiel um 16 Basispunkte auf ein 7-Wochen-Tief bei 2,77 Prozent. In Italien sprang die Rendite zehnjähriger Staatspapiere auf ein 4-Jahres-Hoch bei 3,18 Prozent. Das Augenmerk der Marktteilnehmer richtete sich noch stärker auf die Bewegung bei den zweijährigen Anleihen des kriselnden Landes. Hier ging es um satte 185 Basispunkte nach oben auf ein 5-Jahres-Hoch bei 2,74 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh überwiegend schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index fiel zuletzt um 1,30 Prozent auf 170,72 Punkte und rutschte damit erstmals seit zwei Jahren unter die 200-Tage-Linie.
Heute stehen von der Makroseite die Mai-Daten zur Wirtschaftsstimmung in der Eurozone sowie die Daten für das erste Quartal zum Bruttoinlandsprodukt in den USA im Blickpunkt. Unternehmensseitig gibt es Geschäftszahlen unter anderem von Demire Deutsche Mittelstand Real Estate, Ferratum Oyj, Isra Vision Systems, Brain Biotechnology und Gazprom. Hauptversammlungen stehen an bei Wacker Neuson, Adler Real Estate, Ströer, Software AG, Nemetschek, Leifheit, Tom Tailor Holding und Stratec Biomedical. Daneben könnten sich Impulse für die Aktie der Deutschen Börse von einem in London stattfindenden Investor Day ergeben.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV32AB | Call | JP Morgan Chase | Hebel: 3,4 |
| CV44GP | Put | JP Morgan Chase | Hebel: 2,9 |
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.