Energie: Die Ölpreise befinden sich seit Mitte der Woche im Korrekturmodus. Brent gibt heute den zweiten Tag in Folge nach und handelt aktuell unterhalb von 78 USD je Barrel. WTI fällt heute den vierten Tag in Folge auf gut 70 USD je Barrel. Von ihren Hochs haben sich die Preise um 2,5 USD ermäßigt. Ein wesentlicher Grund für die jüngste Preisschwäche ist die vor zwei Tagen angestoßene Debatte über eine mögliche Anhebung der Ölproduktion bei der nächsten OPEC-Sitzung in knapp einem Monat. Gestern hat sich auch der russische Energieminister Nowak für eine graduelle Erhöhung der Fördermenge ausgesprochen. Voraussetzung hierfür ist, dass die an den Produktionskürzungen beteiligten OPEC- und Nicht-OPEC-Länder im Juni einen ausgeglichenen Ölmarkt feststellen. Gemessen an den Lagerbeständen ist der Ölmarkt bereits ausgeglichen, gemessen an der Marktbilanz sogar unterversorgt. Von daher wäre eine Anhebung der Produktion fundamental allemal gerechtfertigt. Die Debatte über eine mögliche Lockerung der Produktionsbeschränkungen dürfte einem erneuten Preisanstieg entgegenstehen. Die Marke von 80 USD dürfte dabei ein nur schwer zu überwindendes Hindernis darstellen, weil dann die Wahrscheinlichkeit für eine Produktionsanhebung deutlich steigen würde. Der Weg für niedrigere Notierungen ist somit frei. Dafür könnte auch die gestrige Absage des Treffens von US-Präsident Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim (siehe Edelmetalle unten) sprechen. Würde der Nordkorea-Konflikt wieder aufflammen, könnte die Ölnachfrage darunter leiden. Denn mit China, Japan und Südkorea sind drei der fünf größten Ölimportländer in der Region ansässig.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Gold ist gestern über die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD je Feinunze gestiegen, jedoch daran gescheitert, auch die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie bei 1.307 USD zu überwinden. Grund für den Preisanstieg gestern Nachmittag war, dass US-Präsident Donald Trump das Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un vorerst abgesagt hat. Dieses war für den 12. Juni in Singapur angesetzt. In einem Brief von Trump an Kim Jong-un wurden beleidigende Äußerungen Nordkoreas über US-Vizepräsident Mike Pence und Nordkoreas Drohung mit einer nuklearen Machtprobe als Gründe für die Absage des Treffens genannt. Mit der Absage des Treffens haben sich die geopolitischen Risiken in der Region wieder erhöht. Neben dem Mittleren Osten (Trump hatte das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt) droht möglicherweise nun sogar wieder ein zweiter Krisenherd. Hiervon sollte Gold in seiner Eigenschaft als sicherer Hafen profitieren. Gold in Euro gerechnet stieg gestern im Zuge der Ereignisse auf ein 8-Monatshoch von rund 1.115 EUR je Feinunze. Die Goldkäufe sind dabei wohl vor allem über den Futures-Markt erfolgt, da die Gold-ETFs gestern sogar leichte Abflüsse verzeichneten. In dieser Woche summieren sich die ETF-Abflüsse bislang auf gut 8 Tonnen. Silber wurde von Gold mit nach oben gezogen und legte überproportional zu, so dass das Gold/Silber-Verhältnis wieder etwas gesunken ist. Auch Platin verteuerte sich.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Letzte Nacht ist der Gründer des russischen Aluminiumproduzenten Rusal, Oleg Deripaska, zurückgetreten. Er war zuletzt nicht-leitendes Mitglied der Geschäftsführung. Damit geht Deripaska auf die USA zu, die Anfang April Rusal mit Sanktionen belegt hatten. Eine Bedingung der USA zur Aufhebung der Sanktionen ist aber, dass Deripaska auch die Kontrolle von Rusal abgibt. Dies ist bislang noch nicht geschehen. Dennoch ist mit dem Rücktritt von Deripaska unseres Erachtens ein weiterer Schritt in Richtung Entspannung am Aluminiummarkt erfolgt. Sollten die Sanktionen gegen Rusal in den nächsten Monaten aufgehoben werden, was wir als wahrscheinlich erachten, dürfte auch der Aluminiumpreis nachgeben.
Der Verband der chinesischen Eisen- und Stahlhersteller (CISA) geht davon aus, dass die Behörden in China auch im nächsten Winter wieder Produktionskürzungen in der Stahlindustrie anordnen werden, um die Luftverschmutzung einzudämmen. Dadurch dürfte einerseits zwar die Stahlproduktion sinken, die zuletzt im April auf ein Rekordhoch ausgeweitet worden war. Andererseits könnte dies laut Einschätzung der CISA aber zu einer höheren Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Eisenerz führen, da dieses sauberer und effizienter zu verarbeiten ist. Inwiefern dies dem Eisenerzpreis im deutlich überversorgten seewärtigen Markt Auftrieb gibt, ist unseres Erachtens fraglich. In Singapur ist der Eisenerzpreis heute auf ein 6-Wochentief von 63,5 USD je Tonne gefallen.
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