Rote Vorzeichen prägten zur Wochenmitte das Kursgeschehen am deutschen Aktienmarkt. Belastend wirkte die Sorge vor einem erneuten Hochkochen des Handelskonflikts mit den USA, nachdem sich US-Präsident Donald Trump unzufrieden über den Verlauf der Verhandlungen mit China gezeigt hatte. Zudem kursierte das Gerücht, dass Trump neben den bereits angekündigten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium nun auch Einfuhrquoten festlegen wolle. Schließlich wurde die Kauflaune der Anleger auch noch von schwachen europäischen Konjunkturdaten getrübt. Auch der aufgrund der politischen Lage in Italien schwache Euro konnte daran nichts ändern. Der DAX büßte 1,46 Prozent auf 12.977 Punkte ein. MDAX und TecDAX verloren 1,07 und 0,77 Prozent. Unter den 110 größten Werten gab es 14 Gewinner und 94 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 94 Prozent. Das Volumen im DAX betrug 108,7 Millionen Aktien (Vortag: 112,5) im Wert von 4,41 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,86). Einziger Sektor im Plus war Software (+0,14%). Am deutlichsten verloren Rohstoffwerte (-2,70%), Chemie (-2,33%) und Versicherungen (-2,15%). Die SAP-Aktie stellte nachrichtenlos den einzigen DAX-Gewinner mit einem Aufschlag von 0,32 Prozent. Lufthansa verlor am anderen Ende 3,74 Prozent. Linde und Volkswagen notierten 3,13 und 2,74 Prozent tiefer. Im MDAX haussierte CTS Eventim nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen um 4,14 Prozent. Im TecDAX belegte Isra Vision nach einem Aktiensplit und einem umgerechneten Plus von 5,74 Prozent die Indexspitze.
An der Wall Street kam es nach einem sehr schwachen Start zu einer kräftigen Kurserholung. Der Dow schloss 0,21 Prozent höher bei 24.887 Punkten. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 rückte nach zwischenzeitlicher Markierung eines 7-Tage-Tiefs am Ende um 0,87 Prozent auf 6.954 Zähler vor und schloss damit auf einem 7-Tage-Hoch. Händler verwiesen zur Begründung für die Erholungsrally auf die am Abend erfolgte Veröffentlichung des Protokolls der letzten Fed-Sitzung, auch wenn dieses keine neuen Informationen enthielt. An der NYSE verbuchten 50 Prozent der Werte Kursgewinne und 46 Prozent Verluste. Das Abwärtsvolumen betrug 53 Prozent. Es gab 36 neue 52-Wochen-Hochs und 55 neue Tiefs. Mit Blick auf die Sektorenperformance waren Versorger und Immobilienwerte am stärksten gesucht, während Finanzwerte und Rohstofftitel Schwäche zeigten.
Am Devisenmarkt wertete der US-Dollar nach der Veröffentlichung des Protokolls der letzten Fed-Sitzung gegenüber fast allen anderen Hauptwährungen auf. Der Dollar-Index notierte gegen Ende des New Yorker Handels 0,42 Prozent fester bei 93,99 Punkten. Der Euro litt unter schwachen Konjunkturdaten sowie der Sorge um die politische Entwicklung in Italien und wies gegenüber allen anderen Majors Verluste auf. EUR/USD fiel um 0,68 Prozent auf ein neues Jahrestief bei 1,1698 USD. Sehr fest präsentierte sich der als sicherer Hafen geltende Yen, während das Pfund Sterling nach enttäuschenden britischen Inflationsdaten zur Schwäche neigte. Die türkische Lira markierte bei extremer Volatilität neue Rekordtiefs gegenüber Dollar und Euro, konnte sich dann jedoch nach einer 300-Basispunkte-Leitzinsanhebung im Rahmen einer Notfallsitzung der türkischen Zentralbank kräftig erholen und am Ende sogar Zugewinne verbuchen.
Der S&P GSCI Rohstoffindex schloss 0,06 Prozent höher bei 495,11 Punkten. Brent-Öl notierte 0,18 Prozent fester bei 79,71 USD. Die US-Sorte WTI verbilligte sich nach den Lagerbestandsdaten um 0,60 Prozent auf 71,77 USD. Wie die EIA mitteilte, stiegen die US-Rohölbestände auf Wochensicht überraschend um 5,8 Millionen Barrel. Die Konsensschätzung hatte hingegen auf einen Rückgang um 1,6 Millionen Barrel gelautet. Der Preis für US-Erdgas stieg gestützt von prognostizierten höheren Temperaturen um 0,82 Prozent auf ein 4-Monats-Hoch bei 2,96 USD. Comex-Kupfer sackte um 1,93 Prozent auf 3,07 USD ab. Gold handelte mit einem Aufschlag von 0,10 Prozent bei 1.293 USD (1.106 EUR). Silber, Platin und Palladium verloren zwischen 0,54 und 1,24 Prozent.
Am Rentenmarkt gab die Umlaufrendite nach den schwachen Konjunkturdaten um fünf Basispunkte auf 0,33 Prozent nach. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank ebenfalls um fünf Basispunkte auf ein Monatstief bei 0,51 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,38 Prozent höher bei 159,67 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes fiel um fünf Basispunkte auf 3,01 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte orientierten sich heute früh ganz überwiegend südwärts. Der MSCI Asia Pacific Index gab um 0,30 Prozent auf 173,04 Punkte nach. Im Fokus standen wieder in den Vordergrund rückende Sorgen um den schwelenden Handelskonflikt. Einem Medienbericht zufolge plant US-Präsident Donald Trump einen Importzoll auf Autos in Höhe von bis zu 25 Prozent. Trump wies zudem das US-Handelsministerium an zu prüfen, ob die Autoeinfuhren die nationale Sicherheit der USA bedrohen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter kündigte er „große Nachrichten für die großartigen amerikanischen Automobilmitarbeiter“ an.
Heute stehen von der Makroseite die Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal im Fokus. Unternehmensseitig richtet sich der Blick auf Quartalszahlen von Befesa, Jost Werke und Hornbach Holding. Bei der Deutschen Bank, Salzgitter, United Internet, Indus Holding, SMA Solar Technology, OHB und Amadeus Fire finden die Hauptversammlungen statt. Die Deutsche Telekom stellt auf ihrem Kapitalmarkttag unter anderem ihre neue Mittelfrist-Strategie vor. Daneben dürften heute die Automobilwerte von der Sorge um einen möglichen US-Schutzzoll belastet werden.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV8PG1 | Call | Nasdaq-100 Index(R) | Hebel: 10,8 |
| CV7GNJ | Put | Nasdaq-100 Index(R) | Hebel: 10,5 |
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