
EUR-USD: Was macht eigentlich der Euro? Alle Augen sind derzeit auf den US Dollar gerichtet, da tritt die Gemeinschaftswährung etwas in den Hintergrund, obwohl nächste Woche die EZB-Sitzung ansteht. Mau sieht es vor der Sitzung wie immer mit Aussagen von EZB Offiziellen aus. Die jüngsten Äußerungen ergaben zumindest nichts Außergewöhnliches (die Falken falkenhaft, EZB-Chef Draghi eher vorsichtig, was die Nachhaltigkeit der Inflationssteigerung anbelangt), woraus der Markt eine große Euro-Bewegung generieren müsste. Zwar liefert der US Präsident immer wieder Stoff für Bewegungen im USD, und zuletzt auch sein Finanzminister, indem Steve Mnuchin gestern verlauten ließ, Trumps Twitter Nachricht über Abwertung sei ein „Warnschuss“ für China und Russland gewesen. Doch auch Mnuchin ist – wir erinnern uns an seine Äußerungen in Davos im Januar zum schwachen Dollar – immer für eine Kehrtwende gut. Und Wirtschaftsberater Larry Kudlow betonte ebenfalls, dass die US Regierung keine Währungskriege anstrebe. Letztlich schafft es keine der beiden Währungen dies- und jenseits des Atlantiks, wirklich die Oberhand zu gewinnen. Seit Mitte Januar handelt EUR-USD deshalb in einer Spanne von ca. 1,2200-1,2550. Und auch unsere Währungsindizes zeigen (Abb. 1), dass bis Ende Januar in erster Linie Dollarschwäche vorherrschte, seitdem aber – bis auf etwas Hin- und Hergezackel vor allem im USD – beide Währungen sich ähnlich entwickeln, was die Seitwärtsbewegung in EUR-USD widerspiegelt. Zwar könnten die zahlreichen Wortmeldungen von Fed Offiziellen in den kommenden Tagen oder auch überraschende Tweets vom Präsidenten für Bewegung im USD sorgen. Aber für einen Ausbruch aus der oben genannten Spanne wird es wohl nicht reichen. Dazu müsste sich etwas Grundlegendes ändern. Momentan sieht der Markt hierfür weder beim USD noch beim EUR fundamentale Gründe, denn an die Merkwürdigkeiten aus dem Weißen Haus hat er sich mittlerweile gewöhnt. Auch die EZB-Sitzung nächste Woche birgt kaum falkenhaftes Überraschungspotential, schließlich werfen die schwächeren Einkaufsmanagerindizes der letzten Wochen oder auch der enttäuschende deutsche ZEW Index gestern eher Fragen über einen leichten Verlust an Dynamik in der Wirtschaftsaktivität auf. Auf kurze Sicht sehe ich daher wenig Chancen, dass EUR-USD aus der Spanne ausbricht.
CAD: Aus fundamentaler Sicht hat die BoC genügend Gründe, den Leitzins weiter anzuheben. Die Inflation liegt in der Mitte des Zielbands und der Ausblick für die heimische Wirtschaft ist solide. Die NAFTA-Verhandlungen waren bislang der größte Unsicherheitsfaktor für die positiven Prognosen der BoC. Schließlich würde ein Aufheben der NAFTA zu erheblichen negativen Auswirkungen auf die kanadische Wirtschaft führen. Allerdings haben die Verhandlungspartner zuletzt zunehmend signalisiert, dass eine Einigung möglich ist. Dennoch wird die BoC heute erst noch einmal eine Pause einlegen und den Leitzins bei 1,25% belassen. Denn zum einen bleibt trotz aller positiver Signale ein Scheitern der NAFTA-Verhandlungen oder gar ein globaler Handelskrieg immer noch im Bereich des Möglichen. Außerdem dürfte die BoC ein Interesse daran haben, dass der kanadische Dollar nicht noch weiter gegenüber dem US Dollar aufwertet. Denn ein stärkerer CAD würde nicht nur Abwärtsdruck auf die Inflation ausüben, sondern auch die bereits angeschlagene Wettbewerbsfähigkeit der kanadischen Unternehmen weiter verringern. Da der Markt mit unveränderten Zinsen rechnet, würde die BoC mit einer Erhöhung heute eine unerwünschte Aufwertung des CAD gegenüber dem USD auslösen. Deshalb wird die BoC erst wieder im Sommer mit ihrem Zinserhöhungszyklus fortfahren und heute stillhalten. Auch an ihren Prognosen im neuen Geldpolitischen Bericht dürfte sie kaum etwas ändern. Aber der Ton dürfte weiterhin in Richtung gradueller Zinserhöhungen gehen und daher moderat positiv für den CAD sein.
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