16.04.18, 11:45

Ölpreis reagiert auf Militärschlag gegen Syrien mit Verlusten, Goldpreis nahezu unverändert und stabil

Energie: Dass der Ölpreis auf den Militärschlag des Westens gegen Syrien heute eher mit Preisverlusten reagiert, ist u.E. verständlich, denn die angekündigte harte Antwort Russlands ist ausgeblieben. Vor allem aber wurde die Zuspitzung der Lage bereits im Vorfeld in den Preisen entsprechend eskomptiert. So haben die Anleger an der ICE ihre Netto-Long-Positionen bei Brent bis Dienstag auf ein Rekordhoch von 615 Tsd. Kontrakten erhöht. Doch die geopolitischen Spannungen sind nicht gänzlich vom Tisch und könnten in Kürze erneut eine Preisrally entfachen. Nicht nur ist es wahrscheinlich, dass die USA in Kürze die Iran-Sanktionen wieder einführen, sondern auch gegen russische Unternehmen wurden bereits für heute neue Sanktionen angekündigt. Auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass auch Ölproduzenten davon betroffen sind, könnten die Zweitrundeneffekte wie z.B. die Zurückhaltung der Käufer oder ein erschwerter Zugang zum Kapitalmarkt die Stimmung belasten. Zwar sollte die Rubel-Schwäche dies ausgleichen können, weil dadurch die Förderung günstiger wird. Doch beteiligt sich Russland am OPEC-Abkommen und kürzt daher freiwillig seine Produktion. Im Übrigen sind wir überzeugt, dass obwohl die Ziele der OPEC nahezu erreicht scheinen, auf dem Treffen im Juni nicht eine Beendigung, sondern eine Verlängerung des Deals ins Jahr 2019 diskutiert wird. Ob die OPEC damit langfristig die Preise kontrollieren kann, zweifeln wir jedoch an. Denn die hohen Ölpreise führen bereits zu einer Ausweitung der Nicht-OPEC-Produktion. So ist die Anzahl aktiver US-Bohrungen in der Vorwoche auf 815 gestiegen, der höchste Stand seit März 2015.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold startet nahezu unverändert mit 1.345 USD je Feinunze in die neue Handelswoche. Es reagiert damit kaum auf den US-geführten Militärschlag gegen Syrien, da dieser laut Aussagen des britischen Außenministers Boris Johnson eine einmalige Angelegenheit war und es keine Pläne für weitere Angriffe gibt. Die Marktteilnehmer gestehen zudem offenbar der Ankündigung der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, nur wenig Gewicht zu, dass die USA weitere Wirtschaftssanktionen gegen Russland wegen dessen Rolle in Syrien verhängen werden. Unter den ETF-Investoren nimmt wegen der geopolitischen Risiken und der damit verbundenen Unsicherheiten das Kaufinteresse langsam zu: In der letzten Woche sind den Gold-ETFs 16,6 Tonnen zugeflossen, seit Monatsbeginn sogar schon 36 Tonnen. Dies ist jetzt schon fast doppelt so viel wie im gesamten März. Die spekulativen Finanzinvestoren haben dagegen ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 10. April nahezu unverändert beibehalten. Die jüngsten Unsicherheiten sind allerdings auch erst nach dem Datenstichtag spürbar gewachsen. Laut Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten ist die Goldnachfrage in China im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 5,4% auf 285 Tonnen gefallen. Dies lag an einer deutlich schwächeren Barrennachfrage, die im Vorjahr allerdings außergewöhnlich hoch war. Die Goldnachfrage aus anderen Bereichen wie zum Beispiel der Schmuckindustrie legte dagegen merklich zu.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Der Zinkpreis ist heute Morgen kurzzeitig auf ein 4-Monatstief von 3.070 USD je Tonne gefallen, hat sich anschließend aber wieder spürbar erholt. Letzte Woche gab es Meldungen, wonach das Staatliche Reservebüro (SRB) in China Zinkvorräte freigeben könnte, was den Preis belastete. Dieser rutschte im Zuge dessen unter die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie, was zu technischen Anschlussverkäufen führte und den Preisrückgang noch verstärkte. Aluminium handelt zum Wochenauftakt bei rund 2.300 USD je Tonne. Aufgrund der US-Sanktionen gegen Russland, die weitreichende Folgen für den Aluminiummarkt haben (siehe hierzu auch Rohstoffe kompakt Industriemetalle: Brisante Lage am Aluminiummarkt vom letzten Freitag), verzeichnete der Preis in der letzten Woche mit einem Plus von 12% den stärksten Wochenanstieg seit über 30 Jahren. Nach Glencore hat Ende letzter Woche auch Rio Tinto wegen der Sanktionen „force majeure“ auf einige Aluminiumlieferungen angekündigt. Zwischen Rio Tinto und Rusal, das von den Sanktionen besonders stark betroffen ist, bestehen gegenseitige Lieferverträge für die Vorprodukte Bauxit und Alumina. Am atlantischen Markt ist der Preis von Alumina in der letzten Woche laut Angaben von CRU um 26% auf 565 USD je Tonne gestiegen. Er nähert sich damit rasant seinem Rekordhoch von vor zwölf Jahren. Die Sanktionen – insbesondere wenn neue hinzukommen sollten, die sich gegen russische Rohstoffproduzenten richten – dürften die Metallmärkte noch eine Weile in Atem halten.

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