USD: Große Klappe, aber nix dahinter – so scheint momentan der Nachrichtenstrom, der uns in letzter Zeit aus Washington erreichte, zu interpretierten sein. In zwei Dimensionen:
(1) Doch keine Raketen auf Syrien. Zumindest nicht unmittelbar. Das ist zumindest der letzte Stand der präsidialen Tweets. Also heißt’s am Devisenmarkt wieder „risk on“? Da glaube ich nicht so recht dran. Schließlich war in den letzten Tagen auch nichts von „risk off“ zu spüren. Unser FX-Volatilitäts-Index zumindest befindet sich bereits seit Monatsanfang auf Sinkflug. Ja, in USD-JPY glaubte man häufig in dieser Woche, mit der Nachrichtenlage korrelierende Wechselkurs-Bewegungen erkennen zu können. Aber schon beim Kursverlauf der zweiten typischen „safe-haven“-Währung, des Schweizer Franken, wäre man mit dieser Interpretation nicht weit gekommen. Ich befürchte, die Korrelationsstruktur der Wechselkurse ist momentan mit monokausalen Stories wie „risk-on/risk-off“ nicht erklärbar.
(2) Doch kein Protektionismus. Der US-Präsident will Medienberichten zufolge die USA doch am TPP-Handelsabkommen teilnehmen lassen. Das scheint ein massiver Wechsel in der handelspolitischen Strategie der US-Administration zu sein. Vor Wochenfrist fürchtete sich schließlich jedermann noch vor einem globalen – oder zumindest sino-angelsächsischen – Handelskrieg.
Das Problem ist nur: Morgen kann es wieder ganz anders aussehen. Der nächste Tweet, der nächste Pressetermin könnten neue Krisen heraufbeschwören oder die alten wieder anfachen. Wenn ich gerade von „handelspolitischer Strategie“ gesprochen habe, dann besteht das Problem, das der Devisenmarkt mit der US-Politik hat, gerade darin, dass keine „Strategie“ zu erkennen ist, sondern so erratische wie drastische Maßnahmen. Der US-Einstieg in TPP sagt daher wenig über die handelspolitischen Überraschungen aus, die noch aus Washington kommen könnten.
Und was machen die Devisenhändler aus all dem Schlamassel? Das Beste, was man machen kann: nichts. Zumindest nicht viel. Und wenn man glaubt, diese Haltung auch noch eine Weile durchhalten zu können, dann macht es auch Sinn, dass die Optionspreise für die nächste Zeit eine niedrige Volatilität implizieren.
GBP: So viel Sympathie ich dafür habe, dass der Devisenmarkt nicht auf das politische Rauschen aus Washington anspringt, so wenig Verständnis habe ich dafür, dass das Pfund so deutlich anzieht. Rund 3 ½% hat unser GBP-Index seit Ende Februar zulegen können. Auch gestern, obwohl das, was wir von den Brexit-Unterhändlern zu hören bekamen, alles andere als GBP-freundlich klang. Zumindest mache Brexit-Minister David Davies mal wieder auf „starker Mann“ und drohte, die Ratifizierung eines Austrittsabkommens könne im Parlament scheitern, wenn es nicht hinreichend Briten-freundlich ausfiele.
Aber vielleicht ist der Devisenmarkt auch bei diesem Thema längst zu dem Schluss gekommen, dass die britische Regierung eh keine Wahl hat, als die „roten Linien“ wieder einzukassieren, die eine gütliche Einigung mit der EU derzeit blockieren. So eindringlich, wie die Confederation of British Industry für eine Beibehaltung der EU-Regeln plädiert, wird wohl so langsam dem letzten Brexiteer klar, dass die Phantasien von “wealth beyond our imagination”, die angeblich außerhalb der EU zu finden sei, nichts waren als Hirngespinste. So mutig, wie der Devisenmarkt bin ich momentan noch nicht. Bei mir wirkt der Referendum-Schock nach. Dass Teile der britischen Politik so weltfremd waren, schockierte mich damals. Und deshalb halte ich weiterhin einen GBP-Risikoaufschlag für das Szenario für gerechtfertigt, in dem die Brexit-Träumer die Oberhand behalten.
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