EUR-USD: US Präsident Donald Trump lässt die Welt die Luft anhalten. Denn jetzt kann es richtig Ernst werden, sollte der Konflikt zwischen den USA und Russland über die Syrienkrise eskalieren. Schließlich drohte Trump Russland auf Twitter „Mach Dich bereit, denn sie [die Raketen] werden kommen, hübsch und neu und intelligent“. Vergleiche zwischen der Intelligenz von Mensch und Maschine sind immer schwierig, trotz des legendären Siegs von Deep Blue gegen Garri Kasparow 1996. Aber Trumps Sprecherin ist zumindest bereits zurückgerudert: es sei keine Entscheidung gefallen, es gebe Gespräche mit den Verbündeten, aber alle Optionen seien auf dem Tisch. Auch innenpolitisch ist in den USA eine militärische Einmischung in Syrien umstritten, eigentlich muss sich Trump laut Verfassung die Einwilligung des Kongresses holen. Und sogar Russlands Präsident Wladimir Putin hat zur Vernunft aufgerufen und hofft auf den gesunden Menschenverstand. Das tut der Devisenmarkt offensichtlich auch. Denn derzeit sind abgesehen von recht dünnen Märkten größere Verwerfungen trotz des neuen kalten Kriegs zwischen den USA und Russland nicht erkennbar. Offensichtlich hält auch der Devisenmarkt den Atem an und hofft auf ein Happy End.
Die Federal Reserve zeigt sich derweil eher von ihrer falkenhaften Seite. Laut Minutes erwarten mehrere Mitglieder dank eines besseren Wirtschaftsausblicks etwas schnellere Zinsanhebungen. Dabei dürfte die Fiskalpolitik der Wirtschaft einen Schub verleihen, wobei ein globaler Handelskrieg als Abwärtsrisiko gesehen wird. Alles in allem nicht sonderlich viel Neues, so dass das politische Geschehen wohl die Oberhand am FX-Markt behalten wird.
CHF: Seit Februar neigen der Franken gegenüber dem Euro zur Schwäche und der Yen gegenüber dem USD zur Stärke. Ein Argument ist natürlich, dass mit dem Auspreisen der politischen Risiken in der Eurozone der Franken in seiner Funktion als regionaler sicherer Hafen weniger gefragt ist. Der Yen wird hingegen vor dem Hintergrund der US-Konflikte mit Nordkorea, China und Russland gerade aufgrund globaler und regionaler Risiken gekauft. Meines Erachtens wirft sich aber noch eine andere Frage auf: Sehen wir bereits das große Comeback der Zinsdifferenzen? Während der jahrelangen Nullzinsphase in den Industrieländern spielten für den FX-Markt in der Bewertung der Währungspaare Zinsdifferenzen nur noch eine untergeordnete Rolle. Nun aber hat die Phase des Ausstiegs aus der expansiven Geldpolitik und der Normalisierung begonnen. Die Zinsdifferenzen weiten sich auf absehbare Zeit weiter aus und werden damit allmählich auch wieder zu einem stärkeren Argument für oder gegen eine Währung. Mit -0,75% liegt der Leitzins in der Schweiz nun deutlich unter dem der Eurozone oder Japans. Aber vor allem gibt die SNB bislang nicht die geringsten Anzeichen dafür, einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik auch nur ansatzweise zu erwägen, wohingegen ein Exit in der Eurozone und auch in Japan diskutiert wird und bereits zu Zinserhöhungserwartungen geführt hat. Damit scheint das Argument Geldpolitik gegen den Franken zu sprechen und kann die Schwäche des Franken gegenüber dem Euro erklären. Vor allem, solange der Markt unverändert gerne auf positive Nachrichten aus der Eurozone und positive Kommentare aus der EZB aufspringt, um den Euro zu kaufen.
SEK: Im Hinblick auf die nächste Zinssitzung der Riksbank sind die heutigen Inflationsdaten für März von großer Brisanz. Denn enttäuschen sie auf der Unterseite, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Riksbank trotz soliden Wachstums ihren Zinspfad wieder etwas nach hinten verschiebt. Zur Erinnerung: die Inflationszahlen für Januar brachten eine herbe Enttäuschung und riefen bereits Sorgenfalten bei einigen Rastmitgliedern der Riksbank hervor (siehe hierzu auch FX Hotspot “Die Sorgen der Riksbank und der Krone”). Aber selbst wenn die Daten heute schwach ausfallen, ist es kein Selbstläufer, dass der Notenbankrat den Zinspfad sofort nach hinten schieben wird. Denn die Krone hat seit Jahresbeginn knapp 5% abgewertet und gibt der Riksbank einen gewissen Spielraum, denn mit einer schwächeren Krone sollte der Inflationsdruck zulegen. Insofern werde ich am 23. April nicht nur auf die neue Inflationsprognose der Riksbank, sondern auch auf die Prognose für die handelsgewichtete Krone achten. Für heute gilt jedoch: Inflationszahlen auf oder über den Markterwartungen sind SEK-neutral bzw. –positiv, schwächere Zahlen SEK-negativ. Wobei in der aktuellen Stimmung negative Zahlen die stärkere Wirkung auf die Krone haben werden.
Emerging-Market-Research
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