
Energie: Als Analysten, die sich primär mit Angebot und Nachfrage beschäftigen, fühlen wir uns derzeit unwohl, weil die Politik die Fundamentaldaten dominiert. Die aktuelle Fülle an (preisstützenden) Nachrichten zwingt uns, in die ungewohnte Rolle eines politischen Beobachters zu schlüpfen. Im Fokus steht der wahrscheinliche Militärschlag des Westens gegen das syrische Regime, wobei wohl nur noch seine Stärke und die Zusammensetzung der Koalition diskutiert werden. Nicht nur die Gefahr eines möglichen Gegenschlags Russlands, sondern auch die Angst vor einer erneut proaktiven Nahost-Politik der USA haben den Brent-Ölpreis gestern auf 71,3 USD je Barrel geschoben, den höchsten Stand seit Dezember 2014. Auch die Wiederaufnahme von Sanktionen gegen den Iran oder sogar ihre Ausweitung sind derzeit sehr wahrscheinlich. So hat die US-Regierung wohl auch die EU aufgefordert, das Iran-Abkommen aus dem Jahr 2015 bis zum 12. Mai zu überarbeiten. Noch mehr „Öl ins Ölpreis-Feuer“ goss die Bloomberg-Meldung, dass der „Wunschpreis“ Saudi-Arabiens um 80 USD je Barrel liegen dürfte. Wir erklären seit langem, dass Saudi-Arabien im Preisanstieg wohl das wichtigste Mittel sieht, seine Bilanzen aufzupolieren und die angepeilte Bewertung von Saudi Aramco in Höhe von 2 Bio. USD zu erreichen. Wir halten aber die künstliche Angebotsverknappung der OPEC für langfristig kontraproduktiv und sind überzeugt, dass die Fundamentaldaten nicht einmal den aktuellen Ölpreis von 70 USD je Barrel rechtfertigen. Doch für den Markt sind diese derzeit Nebensache, weshalb die eigentlich preisbelastenden Meldungen von API und EIA gestern wie erwartet kein Gehör fanden. Die EIA hat die US-Ölproduktionsprognose für 2019 erneut nach oben gehievt, auf nunmehr 11,44 Mio. Barrel täglich im Jahresschnitt. Das API meldete statt des erwarteten Abbaus einen Aufbau der Lagerbestände für Rohöl und Benzin um 1,8 bzw. 2 Mio. Barrel.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CE5YRG | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Ein schwächerer US-Dollar gibt dem Goldpreis Unterstützung, so dass Gold heute Morgen bei 1.345 USD je Feinunze handelt. Zum Preisanstieg trägt wohl auch die Sorge der Marktteilnehmer bei, dass die USA in Reaktion auf den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien schon kurzfristig einen Militärschlag gegen das Land durchführen könnten. Sollte sich die Situation im Nahen Osten weiter zuspitzen, dürfte Gold gut nachgefragt bleiben. Die Zuflüsse in die Gold-ETFs sind aber noch verhalten. In dieser Woche sind den von Bloomberg erfassten Gold-ETFs bislang nur knapp 5 Tonnen zugeflossen. Dagegen berichtet Bloomberg von einem Anstieg der Silber-ETF-Bestände um 109 Tonnen in den letzten beiden Tagen. Heute Abend veröffentlicht die US-Notenbank Fed das Protokoll zur letzten Sitzung vom 20./21. März. Darin dürfte zum Ausdruck kommen, dass die Fed ihren Zinserhöhungszyklus fortsetzen wird, so wie es bereits der neue Fed-Vorsitzende Jerome Powell auf der Pressekonferenz im Anschluss der Sitzung erläutert hatte. Palladium setzt seinen Höhenflug seit Freitag im Zuge der US-Sanktionen gegen Russland fort und ist gestern zeitweise auf über 960 USD je Feinunze gestiegen. Damit ist Palladium aktuell auch wieder 20 USD teurer als Platin.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Die Lage am Aluminiummarkt spitzt sich zu: Gestern gaben die LME und die Comex bekannt, ab dem 17. April vorläufig keine Aluminiumbarren mehr von Rusal zur Hinterlegung der jeweiligen Futures-Kontrakte zu akzeptieren. Die Börsen reagieren damit auf die Sanktionen der USA gegen Russland. Der Aluminiumpreis ist daraufhin gestern bis auf 2.240 USD je Tonne gestiegen. Seit Bekanntgabe der Sanktionen letzten Freitag hat sich Aluminium um 12% bzw. rund 240 USD verteuert.
Laut der neuesten Einschätzung des australischen Ministeriums für Industrie, Innovation und Wissenschaft dürften die chinesischen Eisenerzimporte in diesem Jahr ihren Zenit erreichen. Das Ministerium erwartet 2018 Einfuhren von 1,076 Mrd. Tonnen. Bis 2023 sollen die Importe dann moderat sinken, was auf eine rückläufige chinesische Stahlproduktion zurückzuführen ist. Diese wiederum dürfte laut Ministeriumsangaben wegen abflauender Bauaktivitäten und Infrastrukturinvestitionen sowie strengeren Umweltrichtlinien fallen. Dem gegenüber stehen auf Sicht der nächsten Jahre steigende Eisenerzexporte aus Australien und Brasilien – beide Länder zusammen dürften 2018 laut Prognosen des Ministeriums 1,282 Mrd. Tonnen ausführen. Der seewärtige Eisenerzmarkt sollte also auch auf lange Sicht gut versorgt sein, was für fallende Eisenerzpreise spricht. Im März hat Australien über den Hafen von Port Hedland Angaben der Hafenbehörde zufolge 42,1 Mio. Tonnen Eisenerz exportiert, ein Rekordvolumen für diesen Monat. 83% davon wurden nach China verschifft.
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