Energie: Der Brentölpreis zog gestern um 2 USD an und flirtet heute bereits mit der wichtigen Marke von 70 USD. Der vor allem psychologisch getriebene Preissprung ist der Angst vor einer Angebotseinengung in Folge der US-Sanktionen zuzuschreiben. Sowohl im Falle vom Iran als auch von Russland halten wir diese Angst für übertrieben. Die OPEC-Exporte dürften auch bei einer möglichen Wiederaufnahme der US-Sanktionen recht stabil bleiben. Zum einen dürfte die Implementierung längere Zeit benötigen. Zum anderen ist davon auszugehen, dass die wichtigsten asiatischen Kunden des Irans ähnlich wie in den Jahren 2012-2016 von den Sanktionen befreit werden. Das wichtigste Argument für die stabilen OPEC-Exporte sind jedoch die hohen freien Produktions- und Exportkapazitäten der OPEC, die wegen der freiwilligen Produktionskürzung entstanden sind. Sollten also die iranische Produktion und Exporte wider Erwarten doch betroffen sein, dürfte vor allem Saudi-Arabien seine Produktion kurzfristig ausweiten und die Lücke füllen. Nach den Sanktionen gegen den russischen Aluminiumproduzenten Rusal und deren Effekt auf den Aluminiumpreis haben wohl einige Marktteilnehmer auch auf mögliche Sanktionen gegen russische Ölexporteure spekuliert. Die Chancen dafür sehen wir als äußerst gering. Wir halten also den jüngsten Preisanstieg für übertrieben. Dass sich die Angebotssituation vor allem dank einer steigenden Nicht-OPEC-Produktion entspannen sollte, dürfte der heutige Monatsbericht der US-Energiebehörde bestätigen. Ob dies den Preis drückt, ist jedoch fraglich, denn die jüngsten Preistreiber waren meist nicht fundamentaler Natur.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CE5YRG | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |

Edelmetalle: Gold zeigt sich von den aktuell zahlreichen politischen Unwägbarkeiten weiterhin unbeeindruckt und handelt heute Morgen weitgehend unverändert knapp oberhalb von 1.330 USD bzw. 1.080 EUR je Feinunze. Selbst auf die Nachricht, dass China eine bewusst herbeigeführte Abwertung des Renminbi für den Fall prüfe, dass der Handelsstreit mit den USA eskaliert, führte kaum zu einer Reaktion bei Gold. Offenbar wird eine Eskalation des Handelsstreits derzeit als nicht wahrscheinlich erachtet. Indien hat laut vorläufigen Angaben des Finanzministeriums im März 64,2 Tonnen Gold importiert, 47% weniger als im Vorjahr. Die Goldimporte im ersten Quartal sind demnach um 42% auf 159 Tonnen gefallen. Die für gewöhnlich starke Nachfrage im Vorfeld des hinduistischen Festes „Akshaya Tritiya“, das nächste Woche stattfindet, ist diesmal ausgeblieben. Marktbeobachtern zufolge ist der indische Goldmarkt nach den hohen Importen im letzten Jahr noch gut versorgt. Zudem sei die Nachfrage aufgrund der gestiegenen Preise derzeit eher verhalten.
Die US-Sanktionen gegen russische Oligarchen und deren Firmen haben auch Auswirkungen auf Palladium. So ist der Palladiumpreis gestern zeitweise um 3,8% auf 940 USD je Feinunze gestiegen. Auch hier sind es Sorgen über mögliche Angebotsausfälle, die den Preis nach oben getrieben haben. Denn der russische Oligarch Oleg Deripaska, der im Mittelpunkt der Sanktionen steht, kontrolliert über den Aluminiumproduzenten Rusal knapp 30% an Norilsk Nickel. Und Norilsk Nickel ist der weltweit größte Palladiumproduzent.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Die US-Sanktionen gegen russische Oligarchen und deren Firmen, allen voran gegen den Aluminiumproduzenten Rusal, halten die Märkte weiter in Atem. Der Aluminiumpreis sprang gestern in der Spitze um 5% nach oben und setzt seinen Anstieg heute Morgen auf knapp 2.160 USD je Tonne fort. Seit Bekanntgabe der Sanktionen am Freitag hat sich Aluminium um über 7% verteuert. Die Sanktionen sollen es den Unternehmen so gut wie unmöglich machen, ihre Geschäfte in US-Dollar abzuwickeln. Die Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe am Aluminiummarkt halten wir daher für gerechtfertigt, auch wenn die Aluminiumkäufe gestern zeitweise schon panikartige Züge angenommen hatten. Rusal hat eigenen Angaben zufolge im vierten Quartal 2017 knapp die Hälfte seiner Aluminiumproduktion nach Europa verkauft.
Der chinesische Präsident Xi Jinping hat auf einem Wirtschaftsforum in China versöhnlichere Töne in Richtung der USA angeschlagen. Er hat eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Öffnung des Landes vorgestellt und ist damit in wesentlichen Punkten auf US-Präsident Donald Trump zugegangen. Zu den Maßnahmen zählen die Aufhebung der Einschränkungen für Auslandsinvestitionen im Automobilsektor, die Senkung der Importzölle für Kraftfahrzeuge und der verstärkte Schutz von geistigem Eigentum. Die Rede von Xi Jinping wird heute Morgen von den Marktteilnehmern positiv aufgenommen.
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