Energie: Die Preisdifferenz zwischen den beiden wichtigsten Rohöl-Referenzsorten Brent und WTI, die sich in den ersten zwei Monaten des Jahres stark eingeengt hatte, hat sich zuletzt wieder massiv ausgeweitet. Mittlerweile kostet ein Barrel Brent mit 67,5 USD erneut 5 USD mehr als WTI. Für die Differenzierung zwischen den beiden Sorten sprechen gleich mehrere Faktoren. Während sich die Versorgungssituation in den USA verbessert, sieht der Markt bei Brent durchaus Probleme. So ist die Anzahl aktiver US-Ölbohrungen in der Vorwoche erneut um 11 auf mittlerweile 808 gestiegen, der höchste Stand seit drei Jahren. Die starke US-Bohraktivität dürfte sich auch im Monatsbericht der EIA widerspiegeln, wobei eine höhere US-Ölproduktionseinschätzung wahrscheinlich ist. Auf der anderen Seite verschlechtern sich die Aussichten für die OPEC-Produktion. Die Ölproduktion Venezuelas ist seit Anfang 2016 bereits um ein Drittel gefallen und liegt mit nur noch rund 1,5 Mio. Barrel pro Tag (mit Ausnahme der Sondersituation Anfang 2003) so tief wie seit Anfang der 1950er Jahre nicht mehr. Für Verunsicherung bei der OPEC sorgt auch eine mögliche Nicht-Verlängerung der Aussetzung der US-Sanktionen gegen den Iran, die spätestens im Mai erfolgen müsste. Die Großanleger ziehen diese Differenzen in Betracht und positionieren sich bei den beiden Ölsorten entsprechend. Während sie ihre Netto-Long-Positionen bei WTI in der Woche zum 3. April stark um über 42 Tsd. Kontrakte abgebaut haben, haben sie diese bei Brent erstmals überhaupt auf über 600 Tsd. Kontrakte erhöht. Eine differenzierte Betrachtung der Ölsorten dürfte sich angesichts der politischen Unwägbarkeiten fortsetzen.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CE5YRG | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |

Edelmetalle: Gold handelt zum Wochenauftakt bei rund 1.330 USD je Feinunze in etwa auf dem Niveau, auf dem es am Freitag aus dem Handel gegangen war. Gold hat damit kaum auf den schwachen US-Arbeitsmarktbericht reagiert. In den USA wurden im März wetterbedingt weniger Stellen geschaffen als zuvor. Auch der klare Sieg der EU-kritischen Partei des amtierenden Premierministers Viktor Orbán bei den gestrigen Parlamentswahlen in Ungarn gibt Gold keinen Auftrieb. In der letzten Zeit ist vermehrt zu beobachten, dass Gold stärker auf preisbelastende Nachrichten reagiert, auf preispositive Nachrichten aber nur unterproportional anspricht. Dies könnte ein Zeichen für eine baldige Korrektur sein, die den Goldpreis in Richtung 1.300 USD führen könnte. Deutlich darunter sollte der Preis unseres Erachtens aber nicht fallen, da dieses Niveau in den letzten Monaten verstärkt physisches Kaufinteresse hervorgerufen hat. Der jüngste Preisrückgang bei Gold ging mit einem Rückzug der spekulativen Finanzinvestoren einher. Gemäß CFTC-Statistik wurden die Netto-Long-Positionen in der Woche zum 3. April um 22% auf 126,6 Tsd. Kontrakte reduziert. Auch bei den anderen Edelmetallen zeigten sich die spekulativen Finanzanleger deutlich pessimistischer. Im Falle von Platin gibt es so gut wie keine Netto-Long-Positionen mehr und im Falle von Palladium wurden sie ebenfalls deutlich abgebaut. Bei Silber wurden die Netto-Short-Positionen spürbar auf ein neues Rekordhoch von gut 40 Tsd. Kontrakten ausgeweitet. Dies spricht unseres Erachtens für einen überverkauften Markt.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Die Industriemetalle starten verhalten in die neue Handelswoche – bis auf Aluminium. Das Leichtmetall legt heute Morgen um über 3% auf gut 2.100 USD je Tonne zu, nachdem es schon am Freitag um 1,6% gestiegen war. Grund hierfür sind Sanktionen der USA gegen russische Oligarchen und deren Firmen, die am Freitag verhängt wurden. Das US-Finanzministerium hat zwölf russische Unternehmen wie zum Beispiel Rusal, den größten Aluminiumproduzenten außerhalb Chinas, mit Sanktionen belegt, um Russland für seine Einmischung in die letzten US-Präsidentschaftswahlen sowie dessen Aktionen auf der Krim, in der Ukraine und in Syrien zu bestrafen. Rusal hat bereits gewarnt, aufgrund der Sanktionen möglicherweise nicht allen Verbindlichkeiten nachkommen zu können. Die Teilnehmer an den Metallmärkten sind allerdings vielmehr darüber besorgt, dass es durch die Sanktionen auch zu Versorgungsengpässen kommen könnte, vor allem in den USA. Denn neben den US-Zöllen unter anderem auf Aluminium, durch die ohnehin schon weniger Material in die USA gelangen soll, machen sich die USA mit den Sanktionen nun eine zweite Flanke auf. Die Kosten für die US-Aluminiumverarbeiter und -verbraucher wie zum Beispiel Dosenhersteller dürften deutlich steigen. Die physische Aluminiumprämie in den USA ist gemäß Daten von Platts bereits am Freitag auf über 460 USD je Tonne bzw. 21 US-Cent je Pfund nach oben gesprungen und dürfte wohl kurzfristig noch weiter steigen.
Holen Sie sich das Marktgeschehen in die Hosentasche!
Sie sind immer auf der Suche nach spannenden Kapitalmarktthemen und aussichtsreichen Marktentwicklungen? Aber Sie haben keine Zeit um stets den gesamten Markt zu überblicken und nach den neusten Anlagelösungen zu suchen? Unser innovativer Service ist die Lösung!
Mit unserem neuen WhatsApp-Newsletter informieren wir Sie direkt aus dem Handelssaal der Commerzbank immer über die aktuellsten Marktentwicklungen. Wir machen Sie auf alle wichtigen Börsenereignisse aufmerksam udn senden Ihnen passende Analysen.
Melden Sie sich jetzt kostenlos an und holen Sie das Marktgeschehen auf Ihr Smartphone!
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.