
USD: Freitag hielt Jerome Powell seine erste größere Rede als Fed Chair. Im vorbereiteten Teil gab’s nichts Neues. Powell scheint einen kollegialen Führungsstil zu pflegen (wie schon seine beiden letzten Amtsvorgänger). Allein schon das macht abrupte Strategiewechsel unwahrscheinlich. Natürlich wurde er zum Thema „Zölle“ befragt. „Zölle können Preise steigen lassen“ war sein Fazit. Und höhere Preise – auch das haben wir aus der Fed-Politik der letzten Jahre gelernt – führen zu höheren Fed-Zinsen und damit zu einem stärkeren Dollar. Hat er nicht gesagt, können wir uns aber denken.
Dass der Markt momentan nicht so denkt wie wir (siehe Abbildung) dürfte an der realwirtschaftlichen Dimension der Handelskrieg-Risiken liegen Auch die sprach Powell an – was wiederum, angesichts des „dualen Mandates“ der Fed – eine vorsichtigere Zinspolitik nahelegen könnte. Die Marktreaktion auf den sehr deutlich negativ überraschenden Arbeitsmarktbericht am Freitag (EUR-USD von Werten um 1,2240 auf rund 1,2280) ist ein Vorgeschmack, was dann mit dem Dollar passieren könnte. Alles im Konjunktiv. Aus zwei Gründen.
• New-York-Times-Kolumnist und Nobelpreisträger Paul Krugman verweist zurecht darauf, dass die eigentlichen realwirtschaftlichen Auswirkungen von einigermaßen begrenzten Handelskriegen relativ gering sind und starke Ausschläge der Aktienmärkte (in diesem Fall) kein Indikator für entsprechende bevorstehende Konjunkturschwankungen sind.
• Hunde, die bellen, beißen nicht – zumindest selten. Zugegeben, einzelne Tweets des US-Präsidenten verstehen zu wollen wäre zwecklos. Deshalb verkneife ich mir, seinen sonntäglichen Tweet als Zurückrudern im Handelsstreit mit China zu interpretieren. Aber in der Tat habe ich eine gewisse Sympathie für die Sicht, die die präsidialen Zoll-Drohungen als Teil einer Verhandlungsstrategie sieht, die Amerikas Handelspartnern Zugeständnisse abringen will. Freilich zweifele ich, dass das im Fall Chinas so einfach funktioniert wie vielleicht bei den typisch genscheristischen Europäern. Ich empfehle statt Trumps „Kunst des Erfolges“ eher Hannah Arendts „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ als Lektüre. Chinas Ein-Mann-Regime braucht exogene Herausforderungen als Legitimation für seinen Demokratiemangel. Das Feindbild Trump könnte wie gerufen kommen. Ja, China würde unter einem Handelskrieg leiden. Aber schreckt das das Regime in Peking ab? Wer das glaubt, sei daran erinnert, dass Xi Jinpings Vor-Vor-…-Gänger Mao Zedong den Tod von Millionen Menschen in Kauf genommen hat, um sein Regime zu stabilisieren. Wer sagt, dass Xi nicht bereit wäre, ein paar Nachkommastellen BIP-Wachstum zu opfern?
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