05.04.18, 12:32

Entspannungssignale im Handelskonflikt und kräftiger Lagerabbau in den USA geben Ölpreisen Auftrieb

Energie: Die Ölpreise profitieren von der allgemeinen Stimmungsaufhellung an den Märkten wegen Entspannungssignalen im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Brent steigt im Zuge dessen am Morgen auf 68,5 USD je Barrel. Gestern war Brent wegen der Sorgen vor einem Handelskrieg zwischen den beiden größten Ölkonsumentenländern zwischenzeitlich unter 67 USD gerutscht. Für zusätzliche Unterstützung sorgen die US-Lagerdaten. Laut US-Energieministerium sanken die US-Rohölvorräte in der letzten Woche unerwartet deutlich um 4,6 Mio. Barrel. Hauptverantwortlich hierfür waren deutlich gesunkene (Netto-)Importe. Gleichzeitig zog die Rohölverarbeitung weiter an. Auch die US-Rohölproduktion legte weiter zu. Dies steht wegen der gleichzeitig fallenden OPEC-Ölproduktion momentan aber weniger im Fokus. Laut einer Reuters-Umfrage produzierte die OPEC im März 90 Tsd. Barrel pro Tag weniger als im Vormonat.
Die verifizierten Emissionen im EU ETS stiegen im letzten Jahr nach vorläufigen Angaben der EU-Kommission auf 1,756 Mrd. Tonnen. Marktbeobachtern zufolge lagen sie damit 0,5% höher als im Vorjahr. Dies war zugleich der erste Anstieg seit sieben Jahren. Verantwortlich dafür war ein um 1,8% höherer CO2-Ausstoß im Industriesektor. Die Versorger emittierten dagegen 1% weniger CO2. Der gemeldete Anstieg stellte keine Überraschnung dar. Auch wir hatten damit gerechnet (siehe Rohstoffe kompakt Energie: Emissionshandel – Wie Phönix aus der Asche vom 29. März). Der CO2-Preis war schon im Vorfeld deutlich gestiegen. Allein in der zweiten Märzhälfte stieg er um mehr als 20% auf ein 6½-Jahreshoch von 14 EUR je Tonne. Momentan notiert er nur leicht darunter.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold war gestern im Zuge des sich zuspitzenden Handelsstreits zwischen den USA und China zunächst als sicherer Hafen gefragt und stieg deutlich auf fast 1.350 USD je Feinunze. Im späteren Handelsverlauf gab Gold jedoch fast alle Gewinne wieder ab, nachdem beide Parteien im Handelskonflikt Verhandlungsbereitschaft signalisierten. Heute Morgen fällt Gold sogar auf 1.325 USD. Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der letzten Fed-Sitzung brachte keine neuen Erkenntnisse. Silber, Platin und Palladium profitierten dagegen nicht von der zwischenzeitlichen Stärke von Gold und standen im Einklang mit den Industriemetallen unter Druck. Sie holten zwar im späteren Handelsverlauf einen Teil ihrer Verluste wieder auf, entwickelten sich aber über den ganzen Tag betrachtet schlechter als Gold. Entsprechend ist das Gold/Silber-Verhältnis gestern auf fast 82 gestiegen, der höchste Wert seit gut zwei Jahren. Die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin hat sich auf rund 420 USD je Feinunze ausgeweitet, ein Rekordwert. Platin nähert sich mittlerweile der Marke von 900 USD, wozu offenbar auch die Absatzflaute von Diesel-Autos in Deutschland beiträgt. Obwohl laut Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) im ersten Quartal insgesamt mehr Autos neu zugelassen wurden, brach der Absatz von Diesel-PKWs im Vergleich zum Vorjahr um 21% ein. Der Dieselanteil an den Neuzulassungen lag im ersten Quartal nur noch bei 32,3%, nach 42,7% im Vorjahr.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Der sich zuspitzende Handelsstreit zwischen den USA und China hat gestern zeitweise zu einer deutlich höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer geführt. Entsprechend standen die Metallpreise zwischenzeitlich stark unter Druck, vor allem Kupfer und Nickel. Im späteren Handelsverlauf setzte allerdings eine Erholung ein, nachdem auch die US-Aktienmärkte ins Plus gedreht hatten. Die Metallpreise holten entsprechend einen Teil ihrer Verluste wieder auf und sind heute Morgen weitgehend unverändert. Obwohl die USA und China viele Produkte des jeweils anderen mit Zöllen belegen werden, haben beide Seiten die Tür zu Verhandlungen offen gelassen, was wohl zur Stimmungsaufhellung am Nachmittag beitrug. Der gestrige Handel der Industriemetalle verlief spiegelbildlich zu Gold. Da die chinesischen Märkte für den Rest der Woche wegen des Qingming-Festivals geschlossen sind, wird es Impulse auch für die Metallmärkte nur aus den USA geben.
Laut Einschätzung des Verbands der chinesischen Eisen- und Stahlhersteller (CISA) wird sich das Wachstum der Stahlnachfrage in China in diesem Jahr spürbar abschwächen. Die CISA erwartet für 2018 noch ein Plus von 0,8%, nach +2,6% im Jahr zuvor. Eine Verlangsamung soll es dabei in fast allen Sektoren geben. Vor allem seit dem Neujahrsfest habe sich die Stahlnachfrage unerwartet verhalten entwickelt. Die CISA sieht die augenscheinliche chinesische Stahlnachfrage in den nächsten 5-10 Jahren in einer Spanne von 650-750 Mio. Tonnen.

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