
USD: Das Zöllerasseln im Handelskrieg geht weiter. Die Ankündigung Chinas, Strafzölle auf US-Güter im Umfang von 50 Mrd. USD zu erheben, hat gestern den Devisenmarkt spürbar verunsichert. Ursprünglich waren Analysten davon ausgegangen, dass Chinas Gegenmaßnahmen den US-Strafzöllen auf chinesische Produkte nicht im vollen Umfang entsprechen würden. Ob die harte Gegenreaktion der Auslöser für im Tagesverlauf entgegenkommendere Töne aus der US-Administration war, die die Wechselkurse wieder beruhigten? Donald Trumps neuer Wirtschaftsberater Larry Kudlow betonte ebenso wie Handelsminister Wilbur Ross, dass man weiterhin auf Verhandlungen setze und die Zölle ja noch gar nicht umgesetzt worden seien. Die Unsicherheit darüber, wie es weiter geht, wird aber erst einmal bleiben und könnte laut St. Louis Fed Präsident James Bullard Konsequenzen für die Fed haben. Bullard, der in diesem Jahr nicht stimmberechtigt ist, sagte in einer gestrigen Rede, dass die Zinsen aufgrund der erhöhten Unsicherheit niedriger bleiben könnten.
Spricht die aktuelle Entwicklung im Handelskrieg also für einen schwächeren Dollar aufgrund einer vorsichtigeren Fed? Das ist unwahrscheinlich. Zwar gehen wir davon aus, dass die Nachfrageeffekte, die im Zuge einseitiger US-Strafzölle eine reale USD-Aufwertung unterstützen, durch die chinesischen Gegenmaßnahmen kompensiert werden. Dennoch dürften die Importzölle, wenn sie denn umgesetzt werden, die Inflation antreiben. Und darauf müsste die Fed reagieren, wenn sie ihr Inflationsziel verteidigen möchte. Ein gewisser Unsicherheitsfaktor ergibt sich aus dem Interesse des designierten New York Fed Präsidenten John Williams an einer Preisniveausteuerung als Alternative zum derzeitigen Inflationsziel. Eine solche würde vorerst eine Inflationsrate über 2% verlangen, um jährliche Preiserhöhungen um 2% im längerfristigen Durchschnitt zu erreichen, nachdem die Inflation lange niedriger war. Das würde der Fed im Fall der Fälle Raum geben, trotz anziehender Inflation Zinserhöhungen aufzuschieben. Da eine Änderung der Inflationssteuerung zwar immer wieder diskutiert, jedoch keineswegs abzusehen ist, gehen wir davon aus, dass es vorerst bei der traditionellen Reaktionsfunktion der Fed bleibt. Und der zufolge müsste die Fed auf einen höheren Inflationsdruck mit Zinserhöhungen reagieren, vor allem da der Arbeitsmarkt zunehmend heiß zu laufen droht – für morgen wird nach einem starken ADP-Bericht gestern ein Rückgang der Arbeitslosenquote auf 4% erwartet.
Grundsätzlich kann man sagen, dass der USD-Ausblick durch die chinesischen Gegenmaßnahmen nicht einfacher geworden ist. Viel hängt jetzt davon ab, wie der schwelende Handelskrieg auf die Realwirtschaft übergreift. Der EUR-USD-Wechselkurs wird wohl erst einmal in seinem Handelskorridor von 1,2150 bis 1,2550 verweilen. Ein Ausbruch in die eine oder andere Richtung ist in unseren Augen kurzfristig nicht gerechtfertigt. Gegen einen im Zuge eines schwächeren USD-Ausblicks stärkeren Euro spricht, dass auch die globale Konjunkturdynamik unter einer weiteren Eskalation im Handelsstreit wohl zu leiden hätte, woraufhin die EZB wohl jegliche Straffungspläne auf Eis legen würde. Doch auch auf einen deutlich stärkeren US Dollar möchte derzeit wohl keiner setzen. Denn wer weiß schon, was sich Trump als nächstes einfallen lässt und wie die Märkte darauf reagieren.
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