
USD: Zu Beginn der Amtszeit von Donald Trump als US Präsident hatten wir eines der größten Risiken für den US Dollar darin gesehen, dass Trump über die Besetzung der zahlreichen offenen Positionen im Fed Board die Möglichkeit hat, die geldpolitische Ausrichtung der Fed auf Jahre zu beeinflussen. Diese Befürchtung ist mit der Benennung Jay Powells zum Fed Chair zurückgegangen. Und auch die gestern bestätigte Ernennung des bisherigen San Francisco Fed Präsidenten John Williams zum neuen New York Fed Präsidenten, auf die die Regierung keinen direkten Einfluss hatte, deutete auf Kontinuität hin. Williams ist ein Theoretiker, dessen Arbeit über den gefallenen neutralen Realzins (r*) die Fed-Strategie der graduellen Normalisierung stark beeinflusst hat. Rückendeckung für einen graduellen und vorsichtigen Ansatz erhält Williams von Richard Clarida – der Pimco Berater und Professor an der Columbia University gilt als Favorit für den noch offenen Posten des Vize-Chairs. Beide befürchten, dass Wachstum und Zinsen längerfristig niedrig bleiben könnten.
Mit Powell, Williams und Clarida an der Spitze der Fed sehen wir das Risiko als gering an, dass die Fed den Zinserhöhungspfad überraschend falkenhafter gestalten könnte. Denn ein niedriger neutraler Zins begrenzt den Raum für Zinserhöhungen – und damit das Aufwertungspotenzial für den USD, da der Markt seine Zinserwartungen (Abb. 1 in der pdf-Datei) dann wohl nur noch geringfügig anpassen muss. Wir sehen den Fed Funds Zins zum Jahresende 2018 bei 2,5% und 2019 bei 3%. Die Unsicherheit über das Niveau des neutralen Zinses dürfte dazu führen, dass sich die neue Fed-Troika bei ihren Zinsentscheidungen stärker von der aktuellen Datenlage leiten lässt. In dieser Woche liegt der Fokus dabei vor allem auf den Arbeitsmarktdaten. Da das Augenmerk dabei zuletzt vor allem auf der Lohninflation lag, dürfte der heutige ADP-Bericht als erste Einschätzung für den offiziellen Bericht am Freitag wohl nur ein zweitrangiger Impulsgeber für die USD-Wechselkurse sein. Entscheidender dürften da schon die Stimmungsindikatoren und Auftragsdaten sein. Denn noch ist die Frage, wie weit der Handelsstreit zwischen den USA und China eskalieren wird und wie stark das auf die US-Wirtschaft durchschlägt, eine der drängendsten Fragen für den USD.
EUR: Die für den EUR-USD-Wechselkurs wichtigste Datenveröffentlichung sind heute die März-Inflationszahlen im Euroraum. Die Inflationsdaten aus den Mitgliedsländern hatten vergangene Woche bereits darauf hingedeutet, dass ein deutlicher Anstieg wohl ausbleiben wird. Tatsächlich sollte das jedoch keinen Einfluss auf die mittelfristigen Zinserwartungen des Marktes haben, denn die Chance auf eine Zinserhöhung sieht der Markt eh erst im kommenden Jahr. Das liegt nicht allein an der anhaltend niedrigen Inflation. Zuletzt belastete die Sorge vor einem Abkühlen der Konjunkturdynamik den EUR. Denn ohne ein gesundes Wachstumsumfeld rückt ein Anstieg der Inflation zum 2%-Ziel in noch weitere Ferne.
CAD, MXN: Berichte, dass das Weiße Haus auf dem nächste Woche beginnenden Amerika-Gipfel in Peru eine vorläufige NAFTA-Einigung präsentieren möchte, haben gestern den CAD und den MXN aufwerten lassen. Der Devisenmarkt sieht in dem zuletzt konzilianteren Ton der US-Seite ein Zeichen dafür, dass das Risiko für ein Scheitern der Verhandlungen sinkt. Heute und morgen sind Treffen des mexikanischen Wirtschaftsministers und der kanadischen Außenministerin mit dem US-Handelsvertreter Robert Lighthizer geplant. CAD und MXN stehen damit volatile Tage bevor, denn eine Einigung dürfte aufgrund der im Lichte von „America First“-geprägten Forderungen der USA noch nicht in trockenen Tüchern sein. Bis Ende April muss ein Deal stehen, um ihn noch vor den mexikanischen Wahlen im Juli durch das Parlament zu bekommen. Eine CAD- und MXN-Risikoprämie bleibt in unseren Augen vorerst noch gerechtfertigt.
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