Energie: Brent handelt weiterhin oberhalb von 70 USD je Barrel. Gestern ist an der Shanghai International Energy Exchange der Handel mit auf Chinesischen Yuan denominierten Rohöl-Terminkontrakten mit großem Erfolg gestartet. Das Handelsvolumen belief sich am ersten Handelstag auf 20 Mio. Barrel. Davon entfielen gut 15 Mio. Barrel auf die ersten 2½ Handelsstunden, womit zeitweise das Handelsvolumen von Brent übertroffen wurde. Große westliche Rohstoffhändler wie Glencore, Trafigura, Freepoint Commodities und Mercuria gehörten zu den ersten Marktteilnehmern, die den neuen Terminkontrakt handelten. Ziel von China ist es, neben Brent und WTI eine dritte globale Benchmark bauen, die zudem besser zu den chinesischen Bedürfnissen passt. Dazu gehört nicht nur die Notation in heimischer Währung. Der Korb enthält zudem in China typischerweise konsumierte schwere und saure Ölsorten, im Gegensatz zu den leichten Ölsorten bei Brent und WTI. Daher könnte der Terminkontrakt auch bei anderen asiatischen Importländern wie Indien, Südkorea oder Japan Anklang finden, die ähnliche Ölsorten bevorzugen. Für eine abschließende Bewertung ist es einen Tag nach dem Handelsstart sicherlich noch zu früh, zumal eine mögliche Einflussnahme der chinesischen Behörden ein Risiko für westliche Marktteilnehmer darstellt. Die Zeichen stehen aber gut, dass sich die neuen Rohöl-Terminkontrakte ähnlich etablieren könnten wie der Handel von Metall-Terminkontrakten an der SHFE. Damit würde auch die Rolle des Chinesischen Yuan im Rohstoffhandel weiter an Bedeutung gewinnen und der US-Dollar im Umkehrschluss an Bedeutung verlieren.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CE5YRG | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |

Edelmetalle: Ein schwacher US-Dollar hat den Edelmetallpreisen deutlichen Auftrieb gegeben, so dass Gold bis auf 1.355 USD je Feinunze gestiegen ist. Gold in Euro gerechnet gab dagegen aufgrund der Währungsentwicklung sogar leicht nach. Die Goldkäufe fanden wohl überwiegend über den Futures-Markt statt und dürften sich auch in der nächsten CFTC-Statistik widerspiegeln, da die Gold-ETFs gestern für uns etwas überraschend Abflüsse von gut zwei Tonnen verzeichneten. Gold ist derzeit neben seiner Eigenschaft als sicherer Hafen wohl auch als Krisenwährung gefragt. Denn auf der politischen Bühne spitzt sich der Konflikt zwischen dem Westen und Russland zu. In Reaktion auf den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Spion und dessen Tochter Anfang März in England haben 15 EU-Staaten insgesamt 30 russische Diplomaten ausgewiesen. Auch die USA (60 Personen), Kanada und Australien haben sich dieser Aktion angeschlossen. Russland hat angekündigt, mit gleichwertigen Maßnahmen auf die Ausweisung seiner Diplomaten zu reagieren. In Bezug auf die USA wurde angeordnet, dass ebenfalls 60 Diplomaten das Land verlassen müssen. Sollte sich die politische Krise weiter hochschaukeln, dürfte Gold gut nachgefragt bleiben, zumal auch noch ein Handelskrieg zwischen den USA und China droht. Der Handelsstreit ist aber heute erstmal in den Hintergrund getreten. Silber verteuerte sich gestern doppelt so stark wie Gold auf 16,7 USD je Feinunze. Platin legte dagegen nicht ganz so stark zu wie Gold, so dass sich die Preisdifferenz zwischen diesen beiden Edelmetallen auf rekordhohe 400 USD je Feinunze ausgeweitet hat.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: An den Industriemetallmärkten werden heute anscheinend die Risiken eines möglichen Handelskrieges zwischen den USA und China komplett ausgeblendet – unseres Erachtens ungerechtfertigt. Denn über Nacht hat sich die Lage unserer Meinung nach nicht verändert. Zwar verhandeln China und die USA offenbar über verschiedene Punkte, um die Spannungen zu verringern, allerdings hat China gestern von den USA formell eine Entschädigung für den verlorenen Handel im Zuge der US-Importzölle auf Stahl und Aluminium gefordert. Heute Morgen jedenfalls erholen sich die Metalle kräftig von ihren zuvor erlittenen Verlusten, wozu neben dem schwachen US-Dollar auch feste Aktienmärkte beitragen. In Chile haben sich die Sorgen über Ausfälle in der Kupferminenproduktion in Folge von möglichen Streiks bislang nicht bewahrheitet. Gestern haben die Arbeiter in der „Los Pelambres“-Mine das Tarifangebot des Minenbetreibers Antofagasta angenommen und so einen Streik abgewendet. „Los Pelambres“ hat im letzten Jahr rund 344 Tsd. Tonnen Kupfer produziert und zählt zu den großen chilenischen Kupferminen. Allerdings könnte ein Streik beim weltweit größten Kupferminenproduzenten, Codelco, anstehen. Denn in der „Codelco Norte“-Einheit, in der verschiedene Minen zusammengefasst sind, haben die Gewerkschaften ein Tarifangebot abgelehnt. Im Jahresverlauf steht die Verlängerung von Tarifverträgen in weiteren zahlreichen Kupferminen in Chile an, darunter auch in der „Escondida“-Mine.
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