Tiefrote Vorzeichen prägten am Donnerstag das Kursgeschehen am deutschen Aktienmarkt. Dass die US-Regierung die EU zunächst von den Strafzöllen ausnehmen will, lieferte keine Entlastung. Belastet wurde die Kauflaune von abwärts tendierenden Frühindikatoren. Sowohl der ifo-Geschäftsklimaindex als auch die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone gaben auf vergleichsweise hohem Niveau nach. Der DAX schloss 1,69 Prozent tiefer bei 12.100 Punkten. MDAX und TecDAX verloren 1,56 und 3,16 Prozent. Unter den 110 größten Werten gab es lediglich neun Gewinner (8%) und 100 Verlierer. Das Abwärtsvolumen dominierte klar mit 98 Prozent. Das Gesamtvolumen im DAX betrug 142,7 Millionen Aktien (Vortag: 112,3) im Wert von 5,23 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 4,73). Alle Sektoren bis auf Immobilienaktien (+0,16%) mussten Verluste hinnehmen. Am kräftigsten verloren Banken (-3,91%), Einzelhandelswerte (-2,57%) und Technologie (-2,52%). Als bester DAX-Wert rückte Deutsche Börse um 0,54 Prozent vor. Das Unternehmen gilt als Profiteur starker Kursausschläge an den Märkten, da dann die Handelsumsätze zunehmen. Als einzige weitere Gewinner verbesserten sich Beiersdorf und Vonovia um 0,39 und 0,35 Prozent. Die Banken litten derweil unter einer Verflachung der Zinskurve. Commerzbank und Deutsche Bank verloren 6,17 und 2,98 Prozent. Infineon büßte 2,76 Prozent ein.
An der Wall Street dominierten mit dem drohenden Handelskrieg ebenfalls die Verkäufer. Der Dow stürzte um 2,93 Prozent ab auf 23.958 Punkte. Für den von Technologiewerten geprägten Nasdaq 100 ging es um 2,49 Prozent abwärts auf 6.682 Zähler. 79 Prozent der Werte an der NYSE schlossen im Minus. Das Abwärtsvolumen betrug 89 Prozent. Es gab lediglich 25 neue 52-Wochen-Hochs und 128 neue Tiefs. Der Volatilitätsindex VIX zog kräftig an auf ein 3-Wochen-Hoch bei 23. Alle Sektoren mit Ausnahme der Versorger zeigten Abschläge. Am deutlichsten verloren Finanzwerte und Industrietitel.
Am Devisenmarkt notierte der Dollar-Index gegen Ende des New Yorker Handels 0,07 Prozent höher bei 89,84 Punkten und damit deutlich erholt vom zwischenzeitlich markierten Monatstief. EUR/USD gab um 0,27 Prozent auf 1,2305 USD nach. Stark gesucht waren unter den Majors die klassischen sicheren Häfen Yen und Franken. Die schwächsten Hauptwährungen waren die Rohstoffdevisen Austral-Dollar und Kanada-Dollar.
Der S&P GSCI Rohstoffindex fiel um 0,70 Prozent auf 450,30 Punkte. Brent-Öl verbilligte sich nach der jüngsten Rally um 0,96 Prozent auf 68,80 USD. Der Preis für US-Erdgas notierte nach den Lagerbestandsdaten 0,34 Prozent tiefer auf einem Monatstief bei 2,66 USD. Comex-Kupfer gab um 1,21 Prozent auf ein 3-Monats-Tief bei 3,02 USD nach. Gold profitierte von der Risikoscheu und legte um 0,55 Prozent auf 1.329 USD (1.080 EUR) zu. Silber, Platin und Palladium verloren hingegen zwischen 0,18 und 0,76 Prozent.
Am Rentenmarkt wirkte sich die erhöhte Risikoaversion in deutlich steigenden Anleihekursen und fallenden Renditen aus. Die Umlaufrendite notierte vier Basispunkte tiefer bei 0,35 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sackte um sechs Basispunkte auf ein 2-Monats-Tief bei 0,53 Prozent ab. Der Euro-Bund-Future schloss 0,52 Prozent höher bei 158,81 Punkten und löste damit eine mehrtägige Konsolidierung auf. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes gab um sechs Basispunkte auf 2,83 Prozent nach.
Die asiatischen Aktienmärkte gaben heute früh angesichts des drohenden Handelskrieges und der heute in Kraft getretenen US-Strafzölle auf breiter Front kräftig nach. China antwortete auf die Zölle seinerseits mit der Bekanntgabe einer Liste mit 128 US-Produkten, auf die nun Strafzölle erhoben werden könnten. Diese hätten jedoch nur einen Importwert von 3 Milliarden USD (von insgesamt 172 Milliarden an US-Importen), während die USA chinesische Produkte im Wert von 50 Milliarden USD mit dem Strafzoll belegen. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 2,76 Prozent auf 171,75 Punkte. Der Shanghai Composite sackte zuletzt um 3,45 Prozent ab. Für den Nikkei 225 ging es gar um 4,51 Prozent abwärts.
Heute sind von der Makroseite vor allem die US-Daten zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter sowie zu den Neubauverkäufen relevant. Unternehmensseitig gibt es Geschäftszahlen unter anderem von Deutsche Wohnen, TLG Immobilien und Xing. Daneben findet die Erstnotiz der Deutsche Bank-Tochter DWS Group statt.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CV6P1J | Call | Euro Bund Future Jun 18 | Hebel: 15,1 |
| CV6A9H | Put | Euro Bund Future Jun 18 | Hebel: 15,9 |
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