22.03.18, 10:00

Weiter so!

USD: Die Fed hat gestern keine klaren Hinweise auf eine zukünftig „aktivere“ US-Geldpolitik geliefert, womit sie die Markterwartungen enttäuschte. Entsprechend deutlich fiel die USD-Abwertung nach der Sitzung aus. Ja, insgesamt zeigten sich die US-Notenbanker optimistischer in Bezug auf die Konjunkturentwicklung. Das spiegelte sich sowohl im Kommuniqué als auch in ihren aktualisierten Wachstumsprojektionen wieder. Doch der Markt wollte eben vor allem eines sehen: deutlich höhere Zinsprognosen. Für dieses Jahr blieb der Median der FOMC-Erwartungen für die Fed Funds Rate allerdings unverändert. Wobei man sagen muss, dass sich der Dot-Plot im Vergleich zu den Dezember-Projektionen doch deutlich nach oben verschoben hat. So rechnen nur noch zwei FOMC-Mitglieder mit einem Leitzins unter 2% bis Ende dieses Jahres. Zuvor waren es noch sechs gewesen. Und für 2019 und 2020 prognostizieren die Notenbanker tatsächlich 1-2 Zinsschritte mehr. Dennoch: Für die Mehrheit der Marktteilnehmer war das nicht genug. Zumal sich dann auch noch Fed-Chair Jay Powell in seiner ersten Pressekonferenz nicht, wie von einigen erhofft, als Falke outete. Stattdessen betonte er die graduelle Vorgehensweise der Notenbank und knüpfte damit an die Strategie seiner Vorgängerin Janet Yellen nahtlos an. Anders als Yellen fährt Powell allerdings einen eher praktischeren und weniger theoretischen Ansatz. So bezog er sich während der Pressekonferenz weitaus weniger auf volkwirtschaftliche Modelle und berief sich stattdessen auf die aktuelle Datenlage im Hinblick auf die Konjunktur- und Inflationsentwicklung. Er erkannte beispielsweise die gute Lage am Arbeitsmarkt an, wies jedoch darauf hin, dass aus den Daten trotzdem kein deutlich anziehender Preisdruck erkennbar wäre. Die Löhne und die Inflation seien bisher nur moderat gestiegen. Und auch sonst hielt er sich was den US-Ausblick anbelangt eher zurück und wich beispielsweise einer Frage zu den möglichen Auswirkungen der US-Steuerreform auf die Wirtschaft aus. Immerhin ließ er aber durchleuchten, dass sich die FOMC-Mitglieder über die US-Handelspolitik sorgen.

Alles in allem stehen die Zeichen auf „weiter so“ bei der US-Geldpolitik. Die Inflationssorgen und die Angst des Marktes vor einer aggressiveren Fed-Zinspolitik erscheinen nun vollkommen umsonst gewesen zu sein. Doch aufgeben würde ich als USD-Bulle noch nicht. Dass sich das FOMC zu diesem Zeitpunkt nicht zu deutlich höheren Inflations- und entsprechend höheren Zinsprognosen hinreißen ließ, mag auch damit zu tun haben, dass es sich damit in den letzten Jahren zu oft die Finger verbrannt hat. Sollte die Inflation also doch noch schneller anziehen, kann sich der Ton im FOMC auch schnell wieder ändern.

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GBP: Die schwächer als erwartete Inflation im Februar hatte noch kurz Zweifel am Markt an einer baldigen Zinserhöhung der Bank of England (BoE) aufkommen lassen. Diese wurden jedoch schnell wieder durch die besseren Lohndaten gestern zerstreut. Nun gilt es für die BoE die Markterwartungen heute zu bestätigen. Grund, sich optimistisch zu zeigen, hätten die Notenbanker. Die Wirtschaft zeigt sich bisher robust und die Inflation ist weiterhin über ihrem Ziel. Die Brexit-Verhandlungen bergen nach wie vor das größte Risiko für die weitere Entwicklung der britischen Wirtschaft. Zwar wurden nach der jüngsten Verhandlungsrunde positive Töne angeschlagen. Doch wir bleiben skeptisch (siehe TagesInfo Devisen vom 20.03.). Schließlich gilt weiterhin das EU-Prinzip: Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist. Insofern gehen wir nicht davon aus, dass sich die BoE allzu weit aus dem Fenster lehnen wird. Ja, eine weitere Zinserhöhung im Mai mag drin sein. Für mehr, um dem Pfund weiteren nachhaltigen Auftrieb zu verleihen, wird es nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Brexit-Unsicherheit aber wohl nicht reichen.

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