07.03.18, 13:21

Sorge vor Handelskrieg belastet Metallpreise und lassen Gold steigen

Energie: Die Ölpreise legten in der Nacht den Rückwärtsgang ein, nachdem sie gestern im Tagesverlauf weiter gestiegen waren. Brent handelt am Morgen bei gut 65 USD je Barrel und damit ca. 1 USD unter dem gestrigen Tageshoch. WTI fällt um mehr als 1 USD auf 62 USD je Barrel. Die Prognosen der Internationalen Energieagentur zur steigenden US-Ölproduktion am Montag steckte der Markt noch weg, die Prognosen der US-Energiebehörde von gestern Abend allerdings nicht mehr. Die EIA erhöhte ihre Produktionsschätzung für dieses Jahr nochmals und prognostiziert nun einen Anstieg der US-Rohölproduktion um 1,4 Mio. Barrel pro Tag. Das Produktionsniveau von 11 Mio. Barrel pro Tag soll nun schon im Oktober erreicht werden, einen Monat früher als bislang erwartet. Die USA würden damit im vierten Quartal zum weltgrößten Rohölproduzenten aufsteigen. Die deutlich höhere US-Ölproduktion trägt dazu bei, dass das Nicht-OPEC-Angebot in diesem Jahr laut EIA-Schätzung um 2,5 Mio. Barrel pro Tag steigen wird. Den Anstieg der globalen Ölnachfrage beziffert die EIA dagegen „nur“ auf 1,7 Mio. Barrel pro Tag. Der Bedarf an OPEC-Öl sinkt daraufhin in diesem Jahr auf gut 32 Mio. Barrel pro Tag, was nochmals 200-300 Tsd. Barrel pro Tag unter der aktuellen OPEC-Produktion liegt und somit zusätzlichen Kürzungsbedarf impliziert. Der kräftige Anstieg der US-Rohölvorräte laut API in der letzten Woche um 5,7 Mio. Barrel bestätigt das Bild eines reichlich versorgten Marktes und lastet damit ebenfalls auf den Preisen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Ein schwacher US-Dollar hat den Edelmetallpreisen gestern spürbaren Auftrieb verliehen. Auslöser für die Dollarschwäche waren Entspannungsanzeichen im Nordkorea-Konflikt, die somit dem Goldpreis eher nutzten als belasteten. Gold stieg um 1% und setzte seinen Preisanstieg heute Morgen bis auf 1.340 USD je Feinunze fort, bevor es leicht korrigierte. Zum Preisanstieg über Nacht trug auch die Nachricht bei, dass der Chef-Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Gary Cohn, zurücktritt. Der Grund seines Rücktritts sind Unstimmigkeiten über die geplante Einführung von US-Importzöllen auf Aluminium und Stahl. Dies ließ unter den Marktteilnehmern wieder die Sorgen über einen Handelskrieg aufflackern und sorgte entsprechend für Verunsicherung. Silber legte fast doppelt so stark zu wie Gold, wodurch das Gold/Silber-Verhältnis wieder leicht unter 80 rutschte. Im historischen Vergleich ist Silber damit aber immer noch viel zu günstig, unseres Erachtens auch ungerechtfertigt günstig (siehe hierzu auch den gestern veröffentlichten Rohstoffe kompakt Edelmetalle: Gold und Silber: Wie gewonnen, so zerronnen). Der Platinpreis blieb gestern wie schon in den letzten Tagen hinter der Preisentwicklung von Gold zurück. Dadurch hat sich die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin wieder auf 370 USD je Feinunze ausgeweitet, der höchste Wert seit Anfang des Jahres. Palladium zog als einziges Edelmetall nicht an und ging unverändert aus dem Handel. Dadurch hat sich der Preisaufschlag von Palladium zu Platin wieder verringert.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Der Rücktritt von Chef-Wirtschaftsberater Gary Cohn in den USA und die neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Importzölle von 25% auf Autos aus der EU zu verhängen, haben dem gestrigen Dollar-bedingten Preisanstieg der Metalle ein Ende bereitet. Sorgen über einen näher rückenden Handelskrieg und daraus resultierend schwache Aktien¬märkte in Asien setzen die Metallpreise am Morgen unter Druck. Heute Morgen hat sich auch IWF-Chefin Christine Lagarde besorgt über die geplanten Importzölle in den USA und einen möglichen Handelskrieg geäußert. Ob Trump ihre Bedenken beachtet, ist allerdings fraglich.
Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hat Anfang der Woche auf dem Nationalen Volkskongress bekannt gegeben, dass dieses Jahr in der Stahlindustrie Produktionskapazitäten von 30 Mio. Tonnen p.a. stillgelegt werden sollen. Damit wird das Ziel, bis Ende dieses Jahres 150 Mio. Tonnen an jährlichen Produktionskapazitäten zu schließen, erreicht. Laut Angaben des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie von Anfang Januar wurden 2017 Kapazitäten von mehr als 50 Mio. Tonnen p.a. und 2016 65 Mio. Tonnen p.a. vom Markt genommen (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 5. Januar). Auf die chinesische Stahlproduktion hatte dies jedoch kaum Auswirkungen. Diese hat im letzten Jahr ein Rekordniveau erreicht. Ende nächster Woche laufen die behördlich angeordneten Produktionskürzungen während der Wintermonate aus, d.h. die Produktion dürfte wieder deutlich steigen.

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