06.03.18, 09:32

(Handels-)Krieg und Frieden

USD: Die Gefahr eines globalen Handelskrieges beschäftigt neben dem Devisenmarkt auch die Gemüter in den USA. Überraschend äußerte sich Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, ablehnend über die Zollpläne von US-Präsident Donald Trump. Die Aktienmärkte reagierten positiv und auch sichere Währungshäfen waren weniger gefragt. Dabei besteht wenig Hoffnung, dass der Kongress die protektionistischen Pläne des Präsidenten entschärfen kann. Die als Rechtsgrundlage herangezogene Section 232 des 1962 Trade Act erlaubt es dem Präsidenten, Zölle auch ohne die Zustimmung des Kongresses zu erheben. Und Trumps Twitter-Präsenz schürt keineswegs die Hoffnung auf einen Kompromiss. Das Protektionismus-Gespenst wird den Devisenmarkt noch eine ganze Weile in Atem halten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV43JZ Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

CAD, MXN: Den kanadischen Dollar trifft die verschärfte (Handels-)Kriegsrhetorik am stärksten. Auch gestern musste der Loonie Verluste einstecken, nachdem US Präsident Donald Trump klarstellte, dass auch die NAFTA-Partner Mexiko und Kanada von den angekündigten Zöllen auf Aluminium- und Stahlimporte nicht ausgenommen seien, solange sie den USA in den NAFTA-Verhandlungen nicht entgegenkämen. Laut US Handelsrepräsentant Robert Lighthizer, der zum Ende der 7. Verhandlungsrunde in Mexico City vor die Presse trat, sei das ein „Anreiz“ die Verhandlungen rasch zu Ende zu bringen – möglichst noch vor den mexikanischen Präsidentschaftswahlen im Juli. Damit ist unklar wie die Verhandlungen jetzt weitergehen, ob sie bis nach den mexikanischen Wahlen pausieren, oder im April erst einmal weiterverhandelt wird. Während der MXN dennoch seine vorherigen Verluste nach der Pressekonferenz ausgleichen konnte, handelte der CAD zum USD weiter schwächer– was auch daran liegen dürfte, dass Stahl- und Aluminiumexporte für Mexiko wirtschaftlich deutlich unwichtiger sind als für Kanada. Jetzt muss der CAD die Zeche dafür zahlen, dass das Risiko von Handelsbeschränkungen durch die USA für den CAD – anders als für den MXN – bis Januar dieses Jahres nahezu keine Rolle spielte und somit wohl auch nicht adäquat eingepreist wurde. Erst als sich die Bank of Canada (BoC) im Januar ausführlicher den Unsicherheiten aus einem zunehmenden US Protektionismus widmete, wurde ein drohender Handelskrieg auch für CAD-Händler ein Thema. Damit kommt der morgigen Zinssitzung der BoC eine entscheidende Rolle für den unmittelbaren CAD-Ausblick zu: Hält die BoC trotz der jüngsten Entwicklungen die Tür für weitere Zinserhöhungen im Jahresverlauf offen, sollte sich der CAD gegen eine weitere deutliche Abwertung stemmen können.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV3N9B Call USD/CAD Hebel: 5,5
CV43JU Put USD/CAD Hebel: 52,4

AUD: So richtig schlau wurde der Devisenmarkt aus dem Statement zur heutigen Zinsentscheidung der australischen Notenbank (RBA) nicht. Die RBA strich den Verweis, dass sich das Wachstum in den nächsten Jahren bei 3% einpendeln wird, auch wenn sie optimistisch bleibt, dass die australische Wirtschaft 2018 schneller wachsen wird als 2017 (Prognose: 2,3%). Sollte die RBA befürchten, dass das Wachstum länger als erwartet verhalten bleibt, beispielsweise weil protektionistische Tendenzen die Handelsaktivität dämpfen, könnte das auch Folgen für den Inflationsausblick haben. Wir gehen zwar auch weiterhin davon aus, dass die RBA wohl noch in diesem Jahr ihren Leitzins anheben wird. Der Zeitpunkt einer Zinserhöhung bleibt aber angesichts dieser unklaren Signale der RBA höchst unsicher. AUD-Käufer dürften sich deshalb vorerst weiterhin zurückhalten, solange die morgigen Daten zum Q4 BIP nicht deutlich auf der Oberseite überraschen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9MCF Long EUR/AUD Faktor: 1
CE9MCG Short EUR/AUD Faktor: -1

CHF: In der Nacht konnte EUR-CHF erstmals seit der Aktienmarktkorrektur Anfang Februar wieder auf 1,16 steigen. Damit handelt der Franken weiterhin auf Niveaus, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) zwar als hoch bewertet, aber nicht mehr als deutlich überbewertet. Wir gehen davon aus, dass die SNB über 1,14 keine Notwendigkeit sieht, den Franken aktiv zu schwächen. Zumindest signalisieren dies die Devisenreserven (Februar-Daten werden morgen veröffentlicht), die kaum mehr steigen, seit EUR-CHF stabil über 1,14 handelt. Zwar können wir nicht ausschließen, dass die SNB nicht immer noch in geringem Umfang Einfluss auf den Wechselkurs nimmt. Doch die heutigen Inflationsdaten für Februar sollten einmal mehr belegen, dass die SNB gegenüber der EZB auf absehbare Zeit in der Defensive bleibt, was auch von der fundamentalen Seite her gegen niedrigere EUR-CHF-Niveaus spricht. Denn der Inflationsanstieg im zweiten Halbjahr 2017 dürfte schon wieder Geschichte sein. Und solange sich die Schweizer Inflationsrate nicht nachhaltig den 2% annähert bzw. EUR-CHF unter 1,20 handelt, besteht keine Gefahr, dass die SNB dazu verführt werden könnte, vor der EZB über Zinserhöhungen nachzudenken.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1YM9 Long USD/CHF Faktor: 5
CV1YME Short USD/CHF Faktor: -5

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