02.03.18, 13:15

US-Importzölle auf Stahl und Aluminium sorgen für Unruhe

Energie: Die Ölpreise haben im Wochenverlauf deutlich nachgegeben: Mit knapp 64 USD kostet ein Barrel Brentöl drei Dollar weniger als zu Wochenbeginn. Maßgeblich belasten der stärkere US-Dollar und eine höhere Risikoaversion. In den USA ist die Stimmung der Industrieunternehmen zwar laut gestrigem ISM-Index großartig, aber in China hat sie sich empfindlich eingetrübt. Und nicht zu vergessen ist, dass China die USA im vergangenen Jahr als weltgrößter Importeur an Rohöl überholt hat. Das ist zweifellos auch den Produktionserfolgen der US-Schieferölindustrie zu verdanken. Diese dürften in der kommenden Woche im Fokus stehen, wenn führende Vertreter der Energiewirtschaft im Rahmen der CERA-Konferenz in Texas zusammenkommen. Sollten die rosigen Aussichten dominieren, dürften die noch immer bei WTI und Brent sehr optimtistisch positionierten Finanzanleger, ihre Positionierung weiter abbauen und die Preise weiter nachgeben.
Während die Ölpreise wieder nah um ihr Niveau zu Jahresbeginn pendeln, hat sich Kohle seither massiv verbilligt: Der nächstfällige Future an der ICE notiert rund 15% tiefer. Damit hat die von uns erwartete Preiskorrektur trotz der im Januar sehr hohen Importe Chinas eingesetzt. Schließlich mehren sich die Zeichen eines geringeren Kohleeinsatzes: nicht nur in China, auch in Südkorea wurden nun temporär einige Kraftwerke aus Umweltschutzgründen geschlossen. Der Preisverfall am Kohlemarkt hat auch den deutschen Börsenstrompreis (Phelix-Future für Grundlast) im nächsten Kalenderjahr kräftig unter Druck gesetzt. Der Höhenflug im Emissionshandel – am Mittwoch kostete ein Emissionsrecht erstmals seit 2011 wieder 10 Euro – konnte dem wenig entgegensetzen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold setzte seine Talfahrt gestern zunächst fort und fiel bis auf 1.303 USD je Feinunze. Damit hatte Gold sämtliche Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben. Die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD, wo aktuell auch die charttechnisch bedeutende 100-Tage-Linie verläuft, hat allerdings gehalten. Der Goldpreisrückgang gestern war nicht auf den US-Dollar zurückzuführen, denn auch Gold in Euro gab ähnlich stark nach und fiel bis auf 1.070 EUR je Feinunze. Es handelte sich also explizit um eine Schwäche von Gold. Der US-Preisindex für Konsumausgaben ohne Energie und Nahrungsmittel stieg im Rahmen der Erwartungen und löste somit keine zusätzlichen Zinsspekulationen aus. Als am Abend der US-Dollar und die Aktienmärkte wegen der Ankündigung von Schutzzöllen in den USA unter Druck gerieten, konnte sich Gold merklich erholen und auf knapp 1.320 USD steigen. Der Goldpreis in Euro blieb dagegen auf seinem niedrigen Niveau. Der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, verzeichnete gestern Zuflüsse von 2,9 Tonnen. Offensichtlich wurde das niedrige Preisniveau von einigen Investoren als Kaufgelegenheit erachtet. Die CFTC-Daten heute Abend dürften zeigen, dass der Preisrückgang bis einschließlich Dienstag mit einem kräftigen Abbau der spekulativen Netto-Long-Positionen einherging.
Der Palladiumpreis brach gestern um bis zu 60 USD ein und ging letztlich mit einem Minus von 5% bei rund 990 USD je Feinunze aus dem Handel. Einen spezifischen Auslöser gab es abgesehen von der allgemeinen Preisschwäche bei Edelmetallen nicht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Allen Warnungen internationaler Experten und Regierungen zum Trotz hat US-Präsident Trump gestern angekündigt, in Kürze Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium einzuführen. Diese sollen für Stahl bei 25 Prozent und für Aluminium bei 10 Prozent liegen und damit im Durchschnitt sogar etwas höher als im Vorfeld erwartet. Bereits im Vorfeld sind die physischen Prämien bei Aluminium in den USA massiv auf umgerechnet über 300 USD je Tonne gestiegen und haben gestern im Laufe des Handels an der COMEX sogar zeitweise 375 USD je Tonne erreicht, ein Ausnahmewert und der höchste Stand seit fast drei Jahren. Kein Wunder denn knapp 90% ihres Aluminiumbedarfs müssen die USA importieren. Deshalb dürfte sich die Angebotssituation dort eher weiter anspannen. Der Effekt der US-Maßnahmen an den internationalen Metalmärkten dürfte dagegen relativ gering sein. So schätzt WBMS, dass die möglichen Rückgänge der US-Importe lediglich 3% der Weltimporte von Aluminium ausmachen würden. Der Weltstahlverband sieht bei Stahl sogar lediglich 1,5% der globalen Importe als gefährdet an, obgleich die USA der weltgrößte Stahlimporteur sind. Angesichts der guten globalen Versorgungslage bei Metallen dürfte der Effekt daher u.E. eher preisbelastend für internationale Notierungen sein, weil die für die USA bestimmten Mengen nicht vollständig durch andere Importeure zu den aktuellen Preisen abgenommen werden. Wir haben mögliche Auswirkungen in unserer Publikation „Rohstoffe kompakt Industriemetalle: US-Importbeschränkungen auf Aluminium und Stahl?“ am 22. Februar analysiert.

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