
USD: Natürlich hat sich Jerome Powell wie seine Vorgänger(in) nicht hinreißen lassen, eine genaue Aussage zu zukünftigen Zinsentscheidungen zu tätigen. Aber bei der Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses wurde deutlich, dass er zuversichtlich ist, dass die Inflation steigen wird. Der wirtschaftliche Ausblick habe sich seiner Meinung nach seit Dezember verbessert und erhielte zusätzlichen Schub durch die expansive Fiskalpolitik. Die Fed versuche zwischen dem Risiko, die Inflation auf das Ziel von 2% zu bringen, und dem Risiko, dass die Wirtschaft überhitzt, abzuwägen, so Powell. Das FOMC würde bei der Festlegung des neuen Zinspfads im März die gute Entwicklung seit der letzten Sitzung sicherlich einbeziehen – ein Hinweis darauf, dass das FOMC im März für dies Jahr mehr Zinserhöhungen als die bislang drei signalisierten einplanen könnte. Der Markt legt auf diese eher falkenhaften Töne seitens des neuen Fed-Chefs seine jahrelang zelebrierte „Fed-Zinserhöhungszyklus-Skepsis“ endgültig ad acta und passt seine Zinserwartungen weiter an, was den Dollar kräftig steigen lässt. Schließlich muss sich der Markt mit der Idee anfreunden, dass doch vier anstatt nur drei Zinsschritte von der Fed dies Jahr kommen können. Die langfristigen Gefahren der expansiven Geldpolitik in Zeiten einer robusten Konjunktur, die Powell kurz anschneidet und den Dollar vor einigen Tagen noch belasteten, schiebt der Markt dafür jetzt beiseite. Überzeugen jetzt auch noch die Fundamentaldaten in den kommenden Tagen, vor allem der PCE Preisindex morgen, wird der Bereich von 1,2180-1,2220 in EUR-USD schnell nach unten durchbrochen werden.
EUR: Vielleicht können die Inflationszahlen aus der Eurozone für Februar ja die Inflationsängste am Markt dämpfen, nachdem die deutschen Zahlen gestern schon negativ überraschten. Denn sie dürften zeigen, dass es mit dem Preisauftrieb in der Eurozone nicht weit her ist: die Kernrate wird wohl bei 1,0% verharren, die Gesamtrate von 1,3% im Januar auf 1,1% (Konsens 1,2%) zurückfallen. Der deutliche Rückgang der Energiepreise dürfte auf die Rate gedrückt haben. Zudem bleibt zum einen die Arbeitslosenquote in den Peripherieländern hoch, so dass von dort kein Lohndruck zu erwarten ist, zum anderen verhindern Digitalisierung und Globalisierung trotz guter Konjunkturlage und sinkender Arbeitslosenquote generell eine schnelle Zunahme der Löhne (siehe hierzu auch Woche im Fokus „Das Inflationsgespenst geht um“). Der Markt ist daher zu optimistisch, wenn er zum Jahreswechsel 2018/19 eine erste Zinserhöhung um 10 Basispunkte auf dann -0,30% und bis Ende 2019 einen Einlagensatz von 0% einpreist. Diese Woche betonte EZB-Chef Mario Draghi in einer Rede erneut die Forward Guidance, dass also die Zinsen noch sehr lange nach dem Ende der Anleihekäufe auf den aktuellen Niveaus verharren werden. Unabhängig von der guten konjunkturellen Entwicklung und dem besseren Ausblick für die Inflationsentwicklung seien Geduld und Beharrlichkeit weiter notwendig, um das Inflationsziel auf nachhaltiger Basis zu erreichen, so Draghi. Aber vielleicht braucht es ja erst den Schocker einer schwachen Inflationszahl und nicht mehr Worte des EZB-Chefs, damit der Markt merkt, dass er mit seinen Zinserwartungen auf dem Holzweg ist und der Euro entsprechend tiefer notieren sollte.

SEK: Über ordentliches Wachstum kann sich die Riksbank nun wahrlich nicht beschweren, wie die BIP-Zahlen für das vierte Quartal 2017 heute zeigen werden. Das dürfte auch in den kommenden Quartalen kaum die Sorge der Riksbank sein. Vielmehr dürfte sie beunruhigen, dass die Inflationszahlen für Januar deutlich nach unten überraschten und der unterliegende Trend wieder nach unten zeigt – Notenbankmitglied Kerstin Af Jochnick zeigte sich gestern bereits besorgt. Kein Anlass zwar für Panik, aber dennoch ein Grund für genaue Beobachtung in den kommenden Monaten. Denn sollte sich der Inflationsausblick wieder verschlechtern, wird die Riksbank eine erste Zinserhöhung sicherlich zeitlich nach hinten verschieben. Der Riksbank dürfte die Schwäche der Krone seit Jahresbeginn sogar wieder gerade Recht kommen, da sie einer Abwärtsbewegung in der Inflation entgegenwirken könnte. Letztlich gilt daher nach wie vor für die Riksbank, dass die Krone nicht zu schnell gegenüber dem Euro aufwerten darf. Denn die Angst vor der jahrelangen Deflation dürfte noch tief sitzen.
Holen Sie sich das Marktgeschehen in die Hosentasche!
Sie sind immer auf der Suche nach spannenden Kapitalmarktthemen und aussichtsreichen Marktentwicklungen? Aber Sie haben keine Zeit um stets den gesamten Markt zu überblicken und nach den neusten Anlagelösungen zu suchen? Unser innovativer Service ist die Lösung!
Mit unserem neuen WhatsApp-Newsletter informieren wir Sie direkt aus dem Handelssaal der Commerzbank immer über die aktuellsten Marktentwicklungen. Wir machen Sie auf alle wichtigen Börsenereignisse aufmerksam udn senden Ihnen passende Analysen.
Melden Sie sich jetzt kostenlos an und holen Sie das Marktgeschehen auf Ihr Smartphone!
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.