08.02.18, 11:55

Starker Anstieg der Ölvorräte in den USA setzt Ölpreise unter Druck

Energie: Die Ölpreise sind weiter im Korrekturmodus. Brent fiel in der Nacht bis auf 65 USD je Barrel. Damit notiert Brent seit Jahresbeginn im Minus. WTI handelt bei 61,5 USD je Barrel noch knapp über dem Jahreseinstandsniveau. Es zeigt sich mittlerweile deutlich, dass das Ölpreisniveau von Ende Januar zu hoch war, um den Ölmarkt langfristig im Gleichgewicht zu halten. Denn die US-Ölproduktion steigt inzwischen so stark, dass ein erneutes Überangebot droht, wenn die OPEC nicht freiwillig auf Marktanteile verzichtet. Derzeit wird dies nur durch hohe unfreiwillige Produktionsausfälle in Venezuela überlagert. Dass der Ölmarkt keineswegs angespannt ist, zeigten die gestrigen US-Lagerdaten. Die US-Rohölbestände stiegen trotz einer überraschend hohen Rohölverarbeitung um 1,9 Mio. Barrel. Die Benzin- und Destillatebestände verzeichneten wegen der höheren Raffinerietätigkeit noch stärkere Zuwächse von 3,4 Mio. bzw. 3,9 Mio. Barrel. Besonders auffällig war der kräftige Anstieg der Rohölproduktion um 330 Tsd. auf ein Rekordniveau von 10,25 Mio. Barrel pro Tag. Der Produktionsanstieg war aber lediglich auf die Anpassung an die neuen Produktionsschätzungen der US-Energiebehörde vom Vortag zurückzuführen. Laut EIA-Monatsbericht soll die US-Rohölproduktion im Februar bei 10,26 Mio. Barrel pro Tag liegen. Dennoch scheint dies einige Marktbeobachter überrascht zu haben. China hat im Januar laut Zollbehörde eine rekordhohe Menge Rohöl von 9,57 Mio. Barrel pro Tag importiert, was den Preisverfall zunächst stoppen konnte. Eine Preiserholung bleibt bislang allerdings aus.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CE5YRG Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Nachdem sich Palladium gestern zunächst noch gewehrt hatte, erfolgte am Nachmittag dann doch der Rutsch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie und anschließend unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 USD je Feinunze. Und damit nicht genug: Erstmals seit vier Monaten war Palladium kurzzeitig wieder günstiger als Platin. Noch zu Jahresbeginn war Palladium gut 150 USD je Feinunze teurer als Platin. Nach dem Höhenflug der letzten zwei Jahre bis auf das Rekordhoch von 1.140 USD Mitte Januar scheint jetzt die Luft bei Palladium raus zu sein. In den letzten Tagen dürfte es einige Gewinnmitnahmen gegeben haben, was die CFTC-Statistik am Freitagabend wohl bestätigen wird.
Gold fällt im Zuge eines festen US-Dollar und höherer Anleiherenditen auf rund 1.310 USD je Feinunze. Die geringere Goldnachfrage der Zentralbanken, die der World Gold Council (WGC) vorgestern für 2017 berichtete (-5% auf 371 Tonnen) scheint sich zu Beginn dieses Jahres fortgesetzt zu haben. So hat zumindest die chinesische Zentralbank (PBoC) auch im Januar und damit den 15. Monat in Folge kein Gold gekauft. Die Währungsreserven dagegen haben sich den zwölften Monat in Folge erhöht. Wie aus dem WGC-Bericht auch hervorging, hat die globale Goldminenproduktion im letzten Jahr ein Rekordhoch erreicht. Nach einer außergewöhnlich hohen Recyclingrate im Vorjahr war das Angebot an Altgold 2017 jedoch deutlich rückläufig, so dass das Goldangebot insgesamt um 4% zurückging.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Auch die Industriemetalle wurden durch den festen US-Dollar belastet und gaben in der Breite deutlich nach. Der LME-Industriemetallindex fiel um gut 2%. Blei war mit einem Minus von über 4% der größte Verlierer. Eine Preiserholung bleibt heute Morgen bislang aus. China hat im Januar trotz der hohen Preise überraschend viele Rohstoffe importiert, so auch Kupfer. Gemäß Daten der Zollbehörde stiegen die Einfuhren von unverarbeitetem Kupfer im Vergleich zum Vorjahr um 16% auf 440 Tsd. Tonnen. Die chinesischen Händler haben offenbar im Vorfeld des Neujahrsfestes, das nächste Woche stattfindet, Nachfrage vorgezogen und entsprechend viel Kupfer importiert. Im letzten Jahr wurde das Neujahrsfest Ende Januar gefeiert, so dass die Importzahlen allerdings auch etwas verzerrt sind. Sogar noch deutlich stärker sind die Einfuhren von Kupferkonzentrat gestiegen. Diese lagen mit 1,62 Mio. Tonnen 25% über Vorjahr. Stark angezogen haben auch die Eisenerzimporte. Sie lagen mit rund 100 Mio. Tonnen 9% über Vorjahr, was zugleich den zweithöchsten Monatswert aller Zeiten darstellt. Hier spielt offenbar die Erwartung eine Rolle, dass die Produktionseinschränkungen in der Stahlindustrie während der Wintermonate Mitte März wieder aufgehoben werden. Entsprechend bereiten sich die Stahlhersteller schon vor und bauen Eisenerzvorräte auf. Industriekreisen zufolge besteht aber auch ein Mangel an qualitativ hochwertigem Eisenerz in China, so dass China verstärkt höherwertiges Erz am seewärtigen Markt einkauft. Die Eisenerzvorräte in den chinesischen Häfen liegen zwar fast auf Rekordhoch, sind aber großteils von geringerer Qualität.

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