
USD: Der US-Dollar hat seit gestern Abend auf breiter Basis zugelegt. Auslöser der Bewegung war ein massiver Kurseinbruch an den US-Aktienbörsen, der wiederum eine Flucht in sichere Häfen zur Folge hatte – der Dollar zählte neben dem Japanischen Yen und Schweizer Franken zu den großen Profiteuren an den Devisenmärkten. Auch heute früh wird noch darüber gerätselt, was die Kurskorrektur an den Aktienmärkten ausgelöst hat. Eine Erklärung, die sich immer mehr durchzusetzen scheint, ist, dass sich zunehmend Inflationsängste breitmachen. Das scheint nicht ganz abwegig zu sein. Schließlich deutete der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag auf einen steigenden Lohndruck hin (siehe Abb. 1). Könnte die Inflation, auf die man solange gewartet hatte, nun schneller und heftiger kommen als erwartet? Zumindest die langfristigen Inflationserwartungen, die gestern einen Satz nach oben machten, bestätigen derartige Sorgen (siehe Abb. 2). Doch was nicht ganz in das Bild passt, ist die Entwicklung der Zinserwartungen. Denn die Argumentation lautet schließlich, dass die US-Notenbank aufgrund der schneller steigenden Inflation mit aggressiveren Zinserhöhungen reagieren müsste, und den Konjunkturaufschwung damit abwürgen würde. Gleichzeitig wird allerdings schon darüber diskutiert, ob die Fed im Zuge des Aktienkurseinbruchs von einer Zinserhöhung im März absehen werde.
In der Tat wird einem mit dieser Diskussion das Dilemma der Fed vor Augen geführt. Denn wie würde sie reagieren, wenn die Inflation plötzlich stärker steigen würde, als ihr lieb ist? Bisher ist es ihr gelungen, die Zinsen zu erhöhen ohne größere Verwerfungen an den Märkten auszulösen – von dem Taper Tantrum im Jahr 2013 einmal abgesehen. Diese vorsichtige Vorgehensweise ist sicherlich auch den Erfahrungen früherer Zinserhöhungszyklen geschuldet, bei welchen ihr im Nachhinein zum Teil vorgeworfen wurde, ihre Geldpolitik zu schnell zu stark gestrafft zu haben. Doch dieses Mal, das haben die US-Notenbanker klar gemacht, würden sie alles anders machen. Bisher hat aber auch vor allem der schwache Preisauftrieb ein nur sehr langsames Zinserhöhungstempo gerechtfertigt. Sollte sich das ändern, stellt sich die Frage, wie die Fed ihre Prioritäten dann setzt: Auf Konjunktur oder Preisstabilität? Wie sie sich entscheidet hat wichtige Implikationen für die USD-Wechselkurse. Denn entscheidet sie sich dafür, die Inflation mit zügigeren Zinserhöhungen im Zaum zu halten, würde der Dollar profitieren. Legt sie hingegen mehr Wert darauf, die Konjunktur mittels niedriger Zinsen weiterhin zu stützen, könnte eine steigende Inflation zur Belastung für den Dollar werden.
Wie geht es nun weiter für die USD-Wechselkurse? Das dürfte vor allem davon abhängen, wie schnell, bzw. ob sich die US-Aktienmärkte wieder erholen. Angesichts des doch sehr heftigen Kurseinbruchs ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich schnell ein Boden findet und der USD sich zunächst stabilisiert. Mittelfristig dürfte aber entscheidend sein, ob sich die Inflationsängste des Marktes realisieren oder nicht – und wie die Fed letztlich darauf reagieren wird.

Holen Sie sich das Marktgeschehen in die Hosentasche!
Sie sind immer auf der Suche nach spannenden Kapitalmarktthemen und aussichtsreichen Marktentwicklungen? Aber Sie haben keine Zeit um stets den gesamten Markt zu überblicken und nach den neusten Anlagelösungen zu suchen? Unser innovativer Service ist die Lösung!
Mit unserem neuen WhatsApp-Newsletter informieren wir Sie direkt aus dem Handelssaal der Commerzbank immer über die aktuellsten Marktentwicklungen. Wir machen Sie auf alle wichtigen Börsenereignisse aufmerksam udn senden Ihnen passende Analysen.
Melden Sie sich jetzt kostenlos an und holen Sie das Marktgeschehen auf Ihr Smartphone!
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.