USD: Manchmal geht es schneller, als man denkt. So auch die Korrektur im USD zum Wochenausklang. Zugegebenermaßen lag der US-Arbeitsmarktbericht für Januar mit 200 Tsd. neu geschaffenen Stellen über den Markterwartungen. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 4,1%. Aber der Markt stürzte sich in seiner Renditerallye geradezu auf die Stundenlöhne, die deutlich angezogen haben (und im Dezember ebenfalls nach oben revidiert wurden). Vor diesem Hintergrund machten auch die 10-jährigen US Treasuries im Tandem mit den Inflationserwartungen einen Satz nach oben. Natürlich kann sich unser Team freuen, schließlich plädieren wir angesichts der fundamentalen Gegebenheiten für einen festeren USD. Dennoch bin ich zumindest kurzfristig vorsichtig. Wird der Markt wirklich urplötzlich seinen Fehler – also die übertriebene USD-Schwäche – einsehen und tatsächlich schnell wieder korrigieren? Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Aber zumindest könnten nach dem Weckruf “Arbeitsmarktbericht“ jetzt wieder die US-Konjunkturdaten verstärkt in den Fokus des Markts geraten. Dies könnte die von uns erhoffte Wende weg vom „politischen“ hin zum „fundamentalen“ Dollar einleiten…
GBP: Und schon wieder ist Ärger vorprogrammiert. Liam Fox, Minister für internationalen Handel im Kabinett Theresa Mays und bekannter EU-Skeptiker, spricht sich dafür aus, dass Großbritannien nach dem Austritt aus der EU nicht in eine neue Zollunion eintreten solle. Schließlich sei dies nicht kompatibel mit einer eigenen, unabhängigen Handelspolitik, denn man bliebe weiterhin abhängig davon, was die EU mit Drittstaaten aushandelt. Mit dem Austritt aus der EU wolle man die Kontrolle zurückerhalten, und das sei so nicht möglich. Auch Theresa May schließt Presseberichten zufolge nun den Verbleib in der Zollunion aus. Das ist eine neue „rote Linie“, die die Verhandlungen mit einem pragmatischen Michael Barnier, der ab heute wieder in London weilt, nicht einfacher machen werden. Aber genau diese Unabhängigkeit von der EU fordern die Brexiteers in den eigenen Reihen der Regierung, was für anhaltende innenpolitische Differenzen mit den „Remainers“ spricht. Vor diesem Hintergrund muss die Bank of England (BoE) am Donnerstag über die Geldpolitik entscheiden und den neuen Inflationsbericht mit den aktualisierten Prognosen veröffentlichen. Keine leichte Aufgabe. Da hilft wirklich nur, die Risiken des Brexit so gut es geht zu abstrahieren und sich nur auf Wirtschaft und Inflation zu konzentrieren.
AUD: So wird sich die Reserve Bank of Australia (RBA) das wahrscheinlich nicht vorgestellt haben. Auf ihrer Zinssitzung Anfang Dezember hörte sie sich etwas entspannter an, was den Wechselkurs anbelangt, da AUD-USD auf 0,75 gefallen war. Dass während ihrer Sommerpause der US Dollar auf breiter Front nachgibt und AUD-USD innerhalb weniger Wochen wieder auf 0,81 steigt, hat sie sicherlich nicht auf dem Schirm gehabt und dürfte ihr ungelegen kommen, da der feste AUD die Inflation dämpfen könnte. Zumal die Inflation im vierten Quartal bereits etwas enttäuscht hat. Mit nur 1,9% liegt sie nach wie vor knapp unter dem unteren Ende des Zielbands von 2-3%. Ein besseres Bild ergibt sich auch nicht beim Blick auf die von der RBA eingesetzten Maße der Kerninflation. Die RBA hat selbst im Dezember festgestellt, dass die Inflation nur langsam steigen wird. Denn der Lohnzuwachs bleibt moderat, auch wenn sich die Situation am Arbeitsmarkt verbessert. Insofern wird die RBA morgen auf ihrer ersten Sitzung im Jahr zwar weiterhin die dynamische Entwicklung der Wirtschaft notieren. Gleichzeitig wird sie sich aber weiterhin vorsichtig anhören, was den Inflationsausblick anbelangt, und ihre Rhetorik gegenüber dem AUD wohl wieder verschärfen, indem sie ihn wieder deutlicher als Risiko bezeichnet. An ihrer neutralen Haltung wird sie entsprechend nichts verändern, denn eine erste Zinserhöhung dürfte nicht vor Mitte des Jahres stattfinden. Der AUD wird von der Notenbanksitzung daher kaum profitieren können.
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