
USD: Es ist gar nicht so lange her, da war der US-Arbeitsmarktbericht das unangefochtene Datenhighlight an den Devisenmärkten. Mittlerweile scheint er nicht viel mehr als eine Randnotiz wert zu sein. Das gilt umso mehr, seitdem der Dollar in den letzten Wochen von den steigenden US-Zinserwartungen scheinbar keinen Deut profitieren konnte. So glaubt der Markt bereits seit Herbst letzten Jahres zunehmend an die drei von der Fed in Aussicht gestellten Zinserhöhungen in diesem Jahr und den zwei Schritten im nächsten. Und es scheint auch nicht so, als würde er dabei auf einen Politikfehler der US-Notenbank spekulieren. Darauf deuten zumindest die gleichzeitig steigenden langfristigen marktbasierten US-Inflationserwartungen hin (siehe Abb. 1). Bisher hatte der Markt an dem Zinserhöhungspfad der Fed vor allem deswegen gezweifelt, weil er nicht an einen nachhaltigen Anstieg der Inflation glaubte. Das scheint sich geändert zu haben. Doch obwohl sich der Zinsausblick für den US-Dollar positiv entwickelt hat, hat die Währung seit Mitte Dezember deutlich abgewertet, was darauf hindeutet, dass der positive Zinseffekt durch einen negativen Faktor überkompensiert wird. Uns ist zwar bisher nicht gelungen, diesen Faktor eindeutig zu identifizieren. Doch die Entwicklung der Zins- und Inflationserwartungen lässt zumindest ausschließen, dass ein Zusammenhang mit dem Konjunkturausblick besteht, weswegen ich keine großen Hoffnungen hegen würde, dass selbst ein überaus starker Arbeitsmarktbericht heute den Dollar nennenswert stützen könnte.
EUR: Auch die EZB scheint sich intensiver damit zu beschäftigen, wie sie Spekulationen auf einen schnellen Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik Einhalt gebieten kann. Jüngsten Gerüchten zufolge hätten einige Entscheidungsträger bei der EZB Mario Draghi bei der letzten Sitzung dazu gedrängt, den Zeithorizont für den Beginn einer Zinsnormalisierung zu spezifizieren. Bisher weist die EZB in ihrer Forward Guidance darauf hin, dass die Leitzinsen noch „lange nach“ Ende der Anleihekäufe auf den aktuellen Niveaus bleiben werden. Doch diese Aussage lässt großen Interpretationsspielraum darüber, wie lange der Zeitraum bis zu einer ersten Zinserhöhung genau sein könnte. Der Markt preist einen ersten Zinsschritt aktuell im März 2019 ein, was darauf hindeutet, dass er darunter einen Zeithorizont von 6 Monaten versteht, wenn man davon ausgehen würde, dass die Anleihekäufe im September diesen Jahres enden. Draghi hat bei der letzten Sitzung zwar einen deutlich kürzeren Zeitraum ausgeschlossen, in dem er darauf hinwies, dass eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr unwahrscheinlich sei. Doch nach hinten raus scheint noch alles offen zu sein. Wir sehen weiterhin das Risiko, dass die EZB eher später als der Markt erwartet beginnt, an den Zinsen zu drehen und sehen daher eher Abwärtsrisiken für die EUR-Wechselkurse.

JPY: Die Bank of Japan (BoJ) hat heute früh Spekulationen auf eine baldige Straffung ihrer Geldpolitik erneut abgewehrt. Sie kündigte eine Auktion an, in der sie im unbegrenzten Volumen 10-jährige-Anleihen bei einem festen Zins von 0,11% kaufen werde. Es ist die erste Auktion dieser Art seit Mitte letzten Jahres und dient vor allem dazu, einen weiteren Anstieg der 10-jährigen Renditen Einhalt zu bieten – bisher mit großem Erfolg. Wir fühlen uns damit in unserer Sicht bestätigt, dass die Strategie der Zinskurvenkontrolle der BoJ glaubhaft ist und dass sich die Notenbank zu einer Änderung ihrer Geldpolitik vom Markt nicht drängen lassen wird. Dies wird vielmehr ihre alleinige Entscheidung sein. Und unserer Ansicht nach hat sie aktuell wenig Grund dazu, an einen Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik zu denken. Dazu müsste sie ohnehin zunächst einmal ihr Versprechen, dass sie solange expansiv bleiben werde, bis die Inflation sogar über ihr Inflationsziel gestiegen ist, einkassieren. Aber das würde schon fast einer Kapitulation gleichen und die Glaubwürdigkeit ihres Inflationsziels deutlich schwächen. Wir glauben nicht, dass die BoJ zu einem Zeitpunkt, an dem der unterliegende Inflationstrend noch weit unter 1% liegt, einen solchen Schritt ernsthaft in Erwägung zieht. Wir halten daher an unserem bearishen JPY-Ausblick fest.
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