31.01.18, 10:27

State of the Dollar

USD: Für einen Präsidenten, der eine Schlagzeile nach der anderen produziert, war US Präsident Donald Trumps „State of the Union“-Rede bemerkenswert unspannend und für den US Dollar geradezu langweilig. Da sich Trump nach einigen turbulenten Tagen, in denen seine Regierung unter dem Vorwurf der verbalen Währungsmanipulation stand, nicht zum Dollar geäußert hat, konnte dieser in den frühen Morgenstunden keine neuen Impulse gewinnen. EUR-USD stabilisiert sich vorerst im Bereich um 1,24. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der Versuch von US Finanzminister Steven Mnuchin, seine stark kritisierten Äußerungen zu entkräften, dass ein schwächerer Dollar gut für die USA sei. Seine gestrigen Beteuerungen, dass er einen starken Dollar ebenso wie (interventions)freie Währungsmärkte, „absolut“ unterstütze, scheinen erst einmal zu fruchten.

Heute Abend hat die Fed dann die Chance, den Zustand des Dollars genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn dann endet die letzte Sitzung unter dem Vorsitz Janet Yellens. Angesichts der guten Stimmungslage und der zufriedenstellenden realwirtschaftlichen Daten erwarten einige Marktteilnehmer, dass mit Yellen auch die nach wie vor taubenhafte Neigung der Fed verschwinden könnte. Letztlich ist das Statement nach der Sitzung aufgrund der eingeschränkten Erläuterungsmöglichkeiten jedoch wohl kaum das richtige Instrument, um eine Machtverschiebung von den Tauben hin zu den Falken zu dokumentieren. Auch wenn einiges darauf hindeutet, dass sich die geldpolitischen Rahmenbedingungen für den Dollar aufhellen, wären größere Änderungen im Statement heute überraschend.

EUR: EZB-Präsident Mario Draghi hatte ja bereits auf der letzten Sitzung anerkannt, dass sich die Wirtschaft im Euroraum stark entwickelt. Von den guten BIP-Daten für das vierte Quartal 2017 konnte der Euro gestern deshalb kaum profitieren. Der beschränkende Faktor für die Geldpolitik bleibt die Inflation. Die heutigen Inflationsdaten sollten einen Anstieg der Kerninflationsrate im Januar zurück auf 1% belegen – zum Tapern zu wenig, aber für eine taubenhaftere Haltung zu viel. Letzteres ist aktuell zumindest noch kein Thema. Bis August hat die EZB ja noch Zeit, die Entwicklungen abzuwarten, bevor sie eine Entscheidung über die Zukunft des QE-Programms fällen muss. Entsprechend warten auch EUR-Investoren ab. Noch ist theoretisch beides drin – ein plötzlicher Inflationsanstieg, der den Zinserhöhungsspekulanten (und EUR-Bullen) recht gibt. Und unsere Sicht, dass die Kerninflation noch länger stagniert und der EZB zumindest eine kurze Verlängerung des QE-Programms abringt, worauf der Euro dann enttäuscht reagieren dürfte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV43JZ Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

AUD: So hatte sich die australische Zentralbank (Reserve Bank of Australia, RBA) ihre Sommerpause sicherlich nicht vorgestellt. Nachdem der AUD von Mai bis August um gut 9% aufgewertet hatte, hatte sie in ihren Sitzungsstatements explizit vor den Folgen der AUD-Aufwertung für die Inflation und den Konjunkturausblick gewarnt. Nachdem der AUD im Schlussquartal des vergangenen Jahres wieder in die Mitte des Jahresdurchschnitts bei 0.76 zurückkehrte, hatte sie ihre scharfe Rhetorik im Dezember-Statement etwas abgeschwächt. Doch trotz der AUD-Erholung enttäuschten die heute veröffentlichten Inflationsdaten für das vierte Quartal. Die Inflation verharrt am bzw. sogar knapp unter dem unteren Ende des Inflationsziels von 2-3%. Wir sehen daher ein hohes Risiko, dass die RBA auf ihrer Sitzung am kommenden Dienstag ihre Rhetorik mit Blick auf die Währung wieder verschärfen könnte, nachdem der AUD seit Dezember bereits um 8% aufgewertet hatte und aktuell die Jahreshochs des vergangenen Jahres knapp über 0,81 testet. Das Argument, dass vor allem USD-Schwäche für den Anstieg verantwortlich ist, zieht nicht. Schließlich hatte dieses Argument die RBA bereits im August nicht davon abgehalten, vor höheren AUD-USD-Niveaus zu warnen. Fundamental gesehen, dürfte der schwache Inflationsdruck Spekulationen über eine baldige Zinsanhebung der RBA verhindern. Aktuell sieht der Markt nur eine 50:50-Chance für einen Zinsschritt noch in diesem Jahr, was einer weiteren AUD-Aufwertung zumindest auf kurze Sicht den Wind aus den Segeln nimmt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1YLZ Long AUD/USD Faktor: 5
CV1YM1 Short AUD/USD Faktor: -5

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