30.01.18, 10:44

America First = Dollar not First

USD: Die erste fand am 8. Januar 1790 in New York statt, Redner war George Washington. Dies Jahr ist es an Donald Trump, die sogenannte „State of the Union Address“ (Rede zur Lage der Nation) vor beiden Häusern zu halten. Kleine Anekdote am Rande: diese Rede ist in der Verfassung verankert und geht ursprünglich auf die Thronrede des britischen Monarchen zurück. Vermutlich werden die Abgeordneten des Kongresses auch eine Rede in diesem Stil vom 45. US Präsidenten zu hören bekommen. Mit viel Eigenlob über die angeblich erreichten Ziele geschmückt, und mit viel „America First“. Bislang scheint „America First“ für den Devisenmarkt aber schlicht zu heißen „Dollar das Allerletzte“. Wird sich das kommende Nacht, wenn Trump seine Rede hält, ändern? Ich fürchte nicht. Trump wird sich wohl auf die Demokraten zubewegen, um seine Mauer zu Mexiko mittels Zugeständnissen bei der Regelung für die sogenannten Dreamer zu bekommen. Das bedeutet letztlich aber wieder höhere Staatsausgaben. Protektionistische Äußerungen im Sinne von „fairer und wechselseitiger Handel“ wird der Markt wie schon vergangene Woche aus Sorge vor einem Handelskrieg vermutlich Dollar-negativ interpretieren, auch wenn theoretisch eine protektionistische Handelspolitik mittels Importzöllen gut für den Dollar sein sollte. Aussagen Trumps zu einem starken Dollar wurden bereits letzte Woche nicht wirklich ernst genommen und dürften deshalb, sollten sie heute Nacht kommen, ebenfalls verpuffen. Das einzige, was den Dollar möglicherweise stützen könnte, wären Äußerungen zum Infrastrukturprogramm über 1 Mrd. USD, das Trump plant. Aber selbst wenn der Markt dies als mittelfristig positiv für die US Konjunktur und damit auch für den Dollar wertet, so darf er nicht vergessen, dass die Anreize für vom Bund geförderte Projekte für die Bundesstaaten nicht optimal sind, und dass andererseits auch in den USA große formale Hürden bei Infrastrukturprojekten bestehen, so dass es Monate, wenn nicht Jahre dauert, bevor der erste Spatenstich erfolgt. Außerdem stellt sich auch hier wieder die Frage der Finanzierung – ein brisantes Thema, wo doch am 8. Februar erneut ein Government Shutdown droht. Kurzum: Trumps „Thronrede“ dürfte meines Erachtens zu keiner Neueinschätzung durch den Markt führen. Der Trump-Dollar bleibt wohl noch ein schwacher Dollar. Aber vielleicht kann die Fed am Mittwoch mit falkenhafteren Tönen dank einer robusten Konjunktur ja die Geschicke des Dollar wieder in fundamentale und damit bessere Bahnen lenken.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV43JZ Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

GBP: Es geht wieder los, und zwar anders, als man denkt! Die Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien werden wieder aufgenommen. Und es gibt genügend Zündstoff für mächtigen Ärger. Denn in ihrer Pressemitteilung stellt die EU eindeutig fest, dass es keine Rosinenpickerei geben wird. Zunächst bleibt in der Übergangsphase für Großbritannien alles beim Alten (Übernahme der Gesetze und Ordnungen, auch derjenigen, die während dieser Phase neu erlassen werden), auch was die Abkommen mit Drittstaaten anbelangt, außer der Tatsache, dass das Land kein Mitbestimmungsrecht mehr hat, da es ab dem 30.03.2019 nicht mehr in den Institutionen der EU vertreten sein wird. Die Übergangsphase muss noch genau definiert werden und soll zeitlich begrenzt sein. Die EU setzt hier den 31. Dezember 2020 an. Die EU hat schon einmal ihre Pflöcke eingeschlagen, wobei Chefunterhändler Michael Barnier trotz der recht harten Position betont, dass die EU einen weichen und geordneten Austritt Großbritanniens aus der EU anstrebt. Innerhalb der britischen Regierung geht derweil der Zwist weiter. Finanzminister Philip Hammond und Brexit-Minister David Davies sprechen sich für „moderate“ Veränderungen nach dem Austritt aus und sind mit den Bedingungen der Übergangsphase (alles unverändert, volle (Zahlungs-)Pflichten, aber keine Stimmrechte mehr) einverstanden. Dagegen stemmt sich aber der Block der „harten“ Brexiteers innerhalb der Tory-Partei, der einen Verlust der Souveränität fürchtet. Angeblich planen einige Parteimitglieder schon ein Misstrauensvotum gegen Theresa May. Alles in allem stehen die Vorzeichen erneut auf harte Verhandlungen und großen Unstimmigkeiten innerhalb der britischen Regierung. Das Pfund bröckelt schon wieder. Daran wird auch BoE-Chef Mark Carneys Rede heute vor dem Parlament nichts ändern, denn er wird sich angesichts der Brexit-Risiken kaum falkenhaft anhören und damit Zinserhöhungsspekulationen rechtfertigen. Ich bin entsprechend weiterhin vorsichtig in Sterling.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

CAD: Wenig kann schon viel sein. Das ist das Ergebnis der 6. NAFTA-Verhandlungsrunde. Zumindest mache man Fortschritte, so die US-Seite, auch wenn die Verhandlungen sehr langsam voranschritten. Einig ist man sich über kleine Dinge wie Antikorruptionsmaßnahmen, aber in den großen Fragen wie Autoindustrie, Milchprodukte, Landwirtschaft und Sunset-Clause (automatisches Ende von NAFTA nach 5 Jahren ohne neue explizite Einigung der drei Partner) kommt man nach wie vor zu keinem Ergebnis. Ende Februar will man sich erneut zusammensetzen, um über den „bad joke“ (Bezeichnung des US Präsidenten für die NAFTA) erneut zu verhandeln. Man bleibt im Gespräch, und das ist schon einmal positiv zu werten. Der CAD bleibt entsprechend entspannt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1YW2 Long USD/CAD Faktor: 5
CV1YW4 Short USD/CAD Faktor: -5

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